40  6.  Minister  von  Maybach.  —  Handelsverträge.

Ehe,  wo  die  Frau  zu  ihrem  Manne  sagte:  „Wenn  wir  beide,  sagte  sie,
derselben  Meinung  sind,  dann  hast  du  recht,  wenn  wir  aber  verschiedener
Meinung  sind,  dann  habe  ich  recht.“

(Große  Heiterkeit.)
Ich,  meine  Herren,  halte  es  für  die  Pflicht  eines  preußischen  Minister—
präsidenten,  zu  tun,  was  ihm  möglich  ist,  um  eine  Entfremdung  zu
verhindern  zwischen  der  Regierung  und  denjenigen  staatserhaltenden
Faktoren,  die  gemeinsam  mit  der  Regierung  die  Grundlagen  verteidigen
sollen,  auf  welchen  die  preußische  Monarchie  aufgebant  ist

(bravo!  rechts),

und  gerade  jetzt,  in  unserer  Zeit,  halte  ich  es  doppelt  für  meine  Pflicht,
zu  tun,  was  von  mir  abhängt,  damit  diese  beiden  Faktoren  zusammengehen
  können.  Wenn  zum  Schaden  des  Landes  ein  solches  Zusammengehen
  und  ein  solches  Zusammenstehen  vereitelt  werden  sollte,  so  soll
vor  dem  Lande  und  vor  der  Geschichte  die  Verantwortung  dafür  nicht
mich  treffen.

Meine  Herren,  ich  möchte  jetzt  mit  einigen  Worten  eingehen  auf  die
Auslassungen  des  ersten  Herrn  Redners  aus  diesem  Hohen  Hause,  des  Herrn
Grafen  Stirum.  Ich  will  mich  vor  allem  im  Namen  der  Königlichen  Staatsregierung
  allem  anschließen,  was  der  Abgeordnete  Graf  Stirum  gesagt
hat  über  den  vor  zwei  Tagen  verstorbenen  früheren  Bautenminister
Herrn  von  Maybach.5S)  Graf  Stirum  hat  in  treffender  Weise  das
Wesen  dieses  ausgezeichneten  Mannes  charakterisiert,  der  durch  seine
Arbeitskraft  und  Arbeitsfreudigkeit,  seine  Pflichttreue  und  seinen  aufrechten
  Charakter  ein  Vorbild  war  für  jeden  preußischen  Beamten,  der

ein  Repräsentant  war  unseres  preußischen  Beamtentums  im  besten  und
höchsten  Sinne  des  Worts.

(Bravol)

3)  Graf  Stirum  hatte  gesagt:  „Wenn  ich  nun  einige  Worte  über  die  Eisenbahnen
  sage,  so  lassen  Sie  mich  vorweg  des  Mannes  gedenken,  der  vor  einigen
Tagen  aus  dem  Leben  geschieden  ist,  dem  wir  die  großen  Erfolge  unserer  Eisenbahnen
  verdanken  (Bravol),  des  Staatsministers  von  Maybach.  Die  Alteren  unter
uns,  die  den  Herrn  hier  in  der  Arbeit  gesehen  haben,  müssen  sich  seiner  erinnern
als  eines  vornehmen  Mannes  von  starkem  Rückgrat,  gerecht  in  jeder  Beziehung
und  tüchtig,  wie  man  ihn  nur  als  Muster  eines  prenßischen  Beamten  hinstellen
kann.  Ich  halte  es  für  richtig,  daß  wir  hier  an  dieser  Stelle  seiner  gedenken.
Denn  wenn  wir  auf  die  Resultate  unserer  Eisenbahnverstaatlichung  sehen,  so  ist
das  einer  der  größten  Erfolge  für  unseren  Staat,  die  in  der  großen  Zeit,  die
hinter  uns  liegt,  erzielt  worden  sind.“  (Bravok  rechts).