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des  §&amp;  2  zu  einer  Haltung  drängen  lassen,  von  der  ich  fest  glaube,  daß
sie  die  Interessen  beider  Konfessionen,  daß  sie  die  Interessen  des  Landes
schädigen  würde.  Keine  Konfession  hat  ein  Interesse  daran,  die  konfessionelle
  Streitaxt  auszugraben.  Daran  hat  auch  keine  Partei  ein
Interesse,  jedenfalls  keine  Partei,  die  auf  dem  gegenwärtigen  Boden
der  Dinge  steht.  Der  Herr  Abgeordnete  Bebel  hat  soeben  davon
gesprochen,  daß  gegen  uns  im  Auslande  viel  Abneigung  und  Feindschaft
vorhanden  wäre.  Ich  will  das  nicht  bestreiten.  Ich  will  auch  jetzt
nicht  untersuchen,  worauf  solche  Empfindungen  gegen  uns  im  einzelnen
zurückzuführen  sind.  Zum  Teil  mögen  sie  wohl  auf  Eifersucht  beruhen.
(Sehr  richtig!  rechts.)
Aber  jedenfalls  haben  wir  allen  Grund,  unsere  Reihen  zu  schließen.
Ich  bin  überzeugt,  die  Mehrheit  dieses  Hohen  Hauses  wird  mit  mir  der
Ansicht  sein,  daß  wir  in  einer  Zeit,  wo  in  der  inneren  und  äußeren
Politik  manche  ernste  Symptome  am  Horizont  stehen,  den  konfessionellen
Hader  vermeiden  müssen,  der  uns  im  Innern  und  nach  außen  schwächen

würde.
(Bravol)

12.  Dauk  oder  Undank.
Sitzung  des  Reichstages  vom  16.  April  1904.1

Der  Abgeordnete  Schrader  hatte  ausgeführt:

„Da  ich  den  Herrn  Reichskanzler  hier  sehe,  so  möchte  ich  gleich  eine  and##te
Bemerkung  darau  knüpfen.  Der  Herr  Reichskanzler  ist  entgegenkommend,  entgegenkommend
  in  diesem  Falle  gegen  das  Zentrum,  gegen  die  katholische  Kirche.
Dank  hat  er  nicht  davon  gehabt;  denn  es  werden  immer  nene,  ihm  Verlegenheit
bereitende  Forderungen  kommen.  Der  Herr  Reichskanzler  ist  sehr  entgegenkommend
gewesen  gegen  die  Agrarier.  Ja,  welchen  Dank  er  davon  gehabt  hat,  hat  er  in
früheren  Verhandlungen  dieses  Reichstags  erfahren  können,  und  wäre  er  hier
gewesen,  so  hätte  er  eine  Rede  hören  können,  wie  ich  sie  im  Reichstage  gegenüber
  einem  Reichskanzler  noch  nicht  gehört  habe.  Meine  Herren,  ich  habe  die
Kämpfe  gegen  den  Fürsten  Bismarck  hier  mitgemacht;  aber  in  dieser  rücksichtslosen
  Weise,  wie  der  Herr  Abgeordnete  von  Oldenburg  gegen  den  Reichskanzler
gesprochen  hat,  ist  in  diesem  Reichstage  noch  niemals  gesprochen,  und  noch  niemals
  in  einem  Falle,  wo  von  jener  Seite  dem  Herrn  Reichskanzler  so  viel  Dank
hätte  geschuldet  werden  sollen,  wie  ihm  jetzt  mit  Undank  gelohnt  ist.“"

1)  Sten.  Ber.  d.  R.-TX.,  11.  Leg.-Per.,  I.  Session  1903  04,  68.  Sitzung.