Dezember  1904.  125

einen  Fuß  breit  des  Landes  abzugeben,  auf  dem  dentsches  Blut  ge—
flossen  ist.  Und  wenn  Herr  Bebel  es  soeben  als  einen  Fehler  der
gegenwärtigen  deutschen  Politik  bezeichnet  hat,  da  zu  bleiben,  wo  wir
sind,  so  glaube  ich  und  hoffe  ich,  daß  die  große  Mehrheit  dieses  Hohen
Hauses  und  die  große  Mehrheit  des  deutschen  Volkes  gerade  der  ent—
gegengesetzten  Ansicht  ist.

(Sehr  richtig!  rechts.)

Und  ich  habe  mich  endlich  bereit  erklärt,  die  volle  Verantwortung  zu
übernehmen  für  alle  Truppensendungen,  die  behufs  rascher  Niederwerfung
des  Aufstandes  von  zuständiger  militärischer  Seite  für  notwendig  erklärt
werden  würden,  ebenso  wie  für  die  Kosten,  die  aus  diesen  Maßnahmen
zur  Bekämpfung  des  Aufstandes  hervorgehen  würden.  Wenn  wir  dieses
Hohe  Haus  zu  diesem  Zwecke  nicht  schon  im  Sommer  einberufen  haben,
so  geschah  es  einerseits,  weil  damals  und  auch  noch  im  Frühherbst  die
Lage  der  Dinge  in  Südwestafrika  sich  nicht  übersehen  ließ,  und  weil
andererseits  nach  der  Haltung,  die  dieses  hohe  Haus  in  diesen  Fragen
bisher  eingenommen  hatte,  wir  uns  der  Erwartung  hingeben  konnten,
daß  es  diejenigen  Maßregeln  billigen  würde,  die  wie  getroffen  haben,
um  Südwestafrika  für  Deutschland  zu  erhalten.
(Sehr  richtig!)

Nach  diesen  meinen  Erklärungen,  meine  Herren,  sind  wir  verfahren.
Wir  haben  mit  jeder  denkbaren  Beschleunigung  vom  ersten  Tage  des
Aufstandes  an  bis  zu  diesem  Augenblicke  alle  Truppen  und  alle  Hilfsmittel
  nach  Südwestafrika  gesandt,  die  von  militärischer  Seite  für  notwendig
  erklärt  wurden.  Es  hat  sich  herausgestellt,  daß  wir  gegen  einen
weit  zahlreicheren,  besser  bewaffneten,  besser  organisierten,  besser  geführten
  Feind  zu  kämpfen  hatten,  als  auch  von  den  Kennern  des  Landes
vorher  angenommen  worden  war.  Der  Aufstand  in  Südwestafrika  hat
dem  deutschen  Volke  große  Opfer  auferlegt,  sehr  schwere,  sehr  schmerzliche
  Opfer  an  Gut  und  vor  allem  an  Blut.  Um  so  rühmlicher  ist  das
Verhalten  derjenigen,  die  freiwillig  sich  zum  Kriegsdienst  bereit  fanden
im  fernen  Lande.

(Bravol)

Ich  danke  dem  Herrn  Abgeordneten  Spahn  für  die  Art  und  Weise,  wie
er  unserer  in  Afrika  fechtenden  Truppen  gedacht  hat.  Wir  verdanken
es  in  der  Tat  der  Tapferkeit  und  der  Ausdaner  unserer  Leute,  die
keine  Strapazen  und  keine  Entbehrung  gescheut  haben;  wir  verdanken
es  der  umsichtigen  Führung  des  Generals  von  Trotha,  wir  verdanken  es  der