166  20.  Die  Handelsverträge.

kauf  der  Schweine  gerade  auch  von  den  kleinen  Landwirten  betrieben
wird.
(Sehr  richtig!  rechts.)
Der  Zoll  für  Schweine  betrug  bekanntlich  bisher  5  M.  für  das  Stück;
künftig  sollen  die  Schweine  nach  dem  Gewicht  verzollt  werden,  und
zwar  mit  9  M.  für  den  Doppelzentner  Lebendgewicht.  Die  Erfahrung
zeigt,  daß  das  statistische  Gewicht  des  importierten  Schweines  1  ½  Doppelzentner
  beträgt;  der  Zoll  pro  Schwein  wird  also  künftig  etwa  13  ½  bis
14  M.  betragen
(hört!  hört!  links)
—  fast  dreimal  so  viel  wie  bisher.
(Lebhafte  Rufe:  Hört!  hört!  links.)

Von  großer  Bedeutung  ist  die  anderweitige  Normierung  und  wesentliche
  Verstärkung  des  Zolles  für  warmblütige  Pferde.  Während
bisher  Pferde  ohne  Unterschied  des  Wertes  nach  dem  Stück  verzollt
wurden,  soll  künftig  der  Zoll  nach  dem  Wert  erhoben  werden.  Für
warmblütige  Pferde  ohne  Unterschied  der  Abstammung  bis  zum  Wert
von  1200  M.  soll  —  und  zwar  ohne  Einschiebung  einer  billigeren
Zwischenstaffel,  wie  sie  vom  Auslande  lebhaft  gewünscht  wurde  —  ein
Stückzoll  von  72  M.  erhoben  werden.  Die  Erhöhung  unseres  Pferdezolls
  ist  von  großer  Bedeutung  auch  für  unsere  Wehrkraft  durch  Förderung
  der  Zucht  geeigneter  Remonten.

(Sehr  richtig!  rechts.)

Unter  der  Herrschaft  des  bisherigen,  viel  zu  niedrigen  Pferdezolls  war
die  Remontezucht  gerade  in  dem  eigentlichen  Zuchtgebiet,  der  Provinz
Ostpreußen,  zurückgegangen.  Wir  hoffen,  daß  jetzt  ein  an  QOnalität
und  Quantität  befriedigender  Ersatz  an  Pferden  für  unser  Heer  sichergestellt
  werden  wird;  das  wird  für  unsere  Landesverteidigung  von  großem

Werte  sein.
(Sehr  richtig!  rechts.)

Von  anderen  landwirtschaftlichen  Zöllen  ist  der  Butterzoll  von  16
auf  20  M.,  der  Hopfenzoll  von  14  auf  20  M.  erhöht  worden.
Ich  weiß  wohl,  meine  Herren,  daß  der  Hopfenzoll  im  autonomen  Tarif
mit  70  M.  angesetzt  worden  war.  Hätten  wir  aber  beim  Hopfenzoll
nicht  wesentliche  Zugeständnisse  gemacht,  so  würde  es  ganz  unmöglich
geworden  sein,  wieder  zu  Handelsverträgen  mit  Rußland  und  mit
Osterreich-Ungarn  zu  kommen.  Die  Hopfenproduzenten  werden  sich  also