Dezember  1905.  249

den  Etat,  die  Etatsverhältnisse,  die  Finanzverhältnisse  aus
dem  ff  kennen,  das  wäre  erstens  der  Abgeordnete  Richter

(sehr  richtig!),

den  wir  zu  unserem  allseitigen  Bedauern  noch  immer  nicht  an  seinem

gewohnten  Eckplatz  sehen
(sehr  wahr.!),

das  wäre  der  Herr  Unterstaatssekretär  Aschenborn  und  der  Freiherr
  von  Stengel.  Der  Herr  Abgeordnete  Richter,  fügte  ich  hinzu,
würde  wohl  leider  nicht  geneigt  sein,  diesen  Posten  anzunehmen
(Heiterkeit),
für  den  Wissen  und  Charakter  ihn  wohl  gqualifizierten
(sehr  gut!),
der  Herr  Unterstaatssekretär  Aschenborn  wäre  über  die  Jahre  hinaus,
wo  es  einem  Spaß  mache,  Staatssekretär  zu  werden
(Heiterkeit):
ich  sei  aber  überzeugt,  daß  der  Herr  Freiherr  von  Stengel  der  richtige
Mann  für  diese  Stellung  sei.  Ich  bin  auch  heute  überzeugt,  daß  Herr
von  Stengel  der  rechte  Mann  ist,  um  diese  große,  diese  hochwichtige
Aufgabe  in  sachkundiger,  gewissenhafter,  gerechter  Weise  mit  diesem
Hohen  Hause  durchzuführen.

Meine  Herren,  die  Verbündeten  Regierungen,  welche  einstimmig,
welche  einmütig  hinter  dieser  Vorlage  stehen,  hoffen,  daß  dieses  Hohe
Haus  nicht  die  schwere  Verantwortung  auf  sich  nehmen  wird,  nicht  nach
besten  Kräften  zu  einem  glücklichen  Ausgang  dieser  notwendigen  Vorlage
beizutragen.  Wir  werden  um  so  eher  zu  einem  günstigen  Ergebnis  gelangen,
  je  mehr  wir  uns  freimachen  von  der  Vorstellung,  als  sollten
die  neuen  Steuern  der  Regierung  bewilligt  werden.  Meine  Herren,
diese  Auffassungsweise,  diese  Ausdrucksweise,  der  ich  noch  täglich  in  der
Presse  begegne,  stammt  aus  der  Kinderzeit  des  Parlamentarismus.

(Sehr  wahrk  rechts.)

Für  die  Herren  hier  am  Tische  des  Bundesrats,  für  die  Herren  der
Ressorts,  die  diese  Vorlage  mit  so  großer  Mühe  hergestellt  haben,  ist
es,  soweit  ihr  Privatinteresse  in  Frage  kommt,  wirklich  vollständig  gleichgültig,
  ob  das  Bier  oder  der  Tabak  oder  die  Fahrkarten  belastet  werden,
persönlich  haben  sie  davon  gar  keinen  Vorteil  zu  erwarten.  Wir  leben
ja  doch  nicht  in  einer  exotischen  Republik,  wo  die  Minister  gelegentlich