270  31.  Deutsche  Flotte.

verschiedenen  Präsidenten,  die  verschiedenen  Parteien  angehört  hätten:
unter  verschiedenen  Kongressen,  unter  verschiedenen  Staatssekretären  der
Marine,  die  verschiedenen  Richtungen  angehört  hätten;  unter  einem
Staatssekretär  der  Marine,  der  während  des  Sezessionskrieges  im  Lager
der  Südstaaten  gefochten  hätte;  und  unter  einem  Staatssekretär  der  Marine,
der  während  dieses  Krieges  der  Fahne  der  Nordstaaten  gefolgt  wäre.
Die  amerikanische  Flotte  wäre  aber  erbaut  worden,  weil  die  Männer
der  Exekutive  und  die  Männer  im  Kongreß,  sobald  es  um  die  Flotte
gehe,  immer  nur  als  Amerikaner  gehandelt  hätten,  denen  die  Ehre  und
das  Interesse  des  ganzen  Landes  über  allem  anderen  stünde.  So  wollen
wir  es  auch  machen.

Seitdem  diese  Worte  gesprochen  wurden,  haben  sich  in  der  Welt
Ereignisse  abgespielt,  die  beweisen,  was  eine  Flotte  für  das  Schicksal
eines  Krieges  und  für  das  Schicksal  eines  Landes  bedeutet.  Die
Japaner  haben  nicht  auf  die  guten  Leute,  aber  schlechten  Musikanten
gehört,  die  ihnen  auseinandergesetzt  haben,  wie  es  uns  auseinandergesetzt
worden  ist,  daß  Japan  im  Hinblick  auf  seine  geographische  Lage  oder
aus  Rücksicht  auf  seine  Finanzen  nicht  imstande  sei,  sich  neben
seinem  starken  Heere  auch  eine  starke  Flotte  zu  halten.  Sie  haben  sich
beides  geschaffen,  Heer  und  Flotte,  und  mit  der  Flotte  haben  sie  das
Schicksal  des  Krieges  und  ihres  Landes  besiegelt,  denn  über  beide  fiel
das  Los  am  Tage  von  Tsuschima.

Die  Ausgaben  für  die  Flotte  sind  nicht  volksfeindlich,  wie  die
Sozialdemokratie  behauptet.  Volksfeindlich  ist  es,  das  Volk  in
Illusionen  zu  wiegen,  ihm  nicht  die  Wahrheit  zu  sagen,  ihm
einzureden,  daß  sich  der  Frieden  aufrechterhalten  ließe  ohne
die  nötige  Wehrkraft.  Ein  französischer  Abgeordneter,  ein  Republikaner,
  hat  vor  einiger  Zeit  mit  Recht  gesagt:  Les  peuples  forts  sont
les  peuples  qu'’on  respecte,  die  starken  Völker  sind  es,  die  man  respektiert.
  Es  ist  eine  einfache  Forderung  des  gesunden  Menschenverstandes,
daß  diejenigen,  die  Güter  erworben  haben,  auch  darauf  sehen,  diese  zu
beschützen;  und  je  höher  der  Wohlstand  gestiegen  ist,  desto  notwendiger
ist  es,  daß  man  ihn  schützt.  Die  reichsten  Klöster  hatten  die
dicksten  Manern.

(Große  Heiterkeit.)

Die  Sozialdemokratie  spricht  immer  von  dem  Militarismus.  Seit
dreißig,  vierzig  Jahren  heißt  es,  der  Militarismus  zehre  am  Marke
des  deutschen  Volkes.  Dabei  hat  der  preußische  Herr  Finanzminister