360  12.  Auflösung  des.  Reichstags.

Wenn  Sie  wollen,  haben  Sie  die  Krisis!
(Bravo!  rechts.)

Parteien  können  Forderungen  annehmen  oder  ablehnen;  denn  sie  tragen
keine  Verantwortung.
(Oho!)

—  Sie  tragen  keine  Verantwortung!  Die  Regierung  darf  sich  nicht  vor
Wünschen  und  Interessen  einzelner  Parteien  beugen,  wenn  ihre  höchste
Aufgabe,  die  nationale,  in  Frage  steht.

(Bravok  rechts.)

Man  hat  mir  ferner  vor  einigen  Minuten  das  Gerücht  zugetragen,
in  dieser  Frage  schöbe  ich  nicht,  sondern  ich  würde  geschoben,  ich  gäbe
nur  Direktiven  der  obersten  Stelle  nach,  der  südwestafrikanische  Guerillakrieg
  sei  eine  Art  militaristischer  Sport.  Meine  Herren,  das  ist  eine
dreiste  Unwahrheit.  Niemand  drängt  mich,  niemand  schiebt  mich.  Ich
brauche  gar  keine  Direktive,  um  zu  erkennen,  daß  hier  nationale  Notwendigkeiten

  vorliegen
(lebhafter  Beifall  rechts),

und  darnach,  lediglich  darnach  zu  verfahren.

Es  handelt  sich  nicht  im  entferntesten  um  eine  Frage  des  inneren
Regiments,  es  handelt  sich  nicht  um  Gegensätze  des  parlamentarischen
und  des  persönlichen  Willens.  Es  handelt  sich  um  die  vom  Reichskanzler
  nach  gewissenhafter  Prüfung  vertretene  Uberzeugung  der  Verbündeten
  Regierungen.  Es  handelt  sich  um  unsere  ganze  kolonialpolitische
  Stellung

(sehr  richtig!"  rechts  und  bei  den  Nationalliberalen),

um  mehr  als  das,  um  unsere  Stellung  in  der  Welt.
(Widerspruch  bei  den  Sozialdemokraten.)

Glauben  Sie,  meine  Herren,  daß  so  was  keine  Rückwirkung  auf  das
Ausland  hat?
(Sehr  richtig!  rechts.)

Was  würde  es  für  einen  Eindruck  machen,  im  Innern  und  nach  außen,
wenn  die  Regierung  in  einer  solchen  Lage,  in  einer  solchen  Frage
kapitulieren  und  nicht  die  Kraft  in  sich  finden  sollte,  ihre  nationale
Pflicht  zu  erfüllen.

(Lebhafter  Beifall  rechts  und  links.)