366  Anhang.

um  die  Aussichten  der  Vorlage  für  die  Zukunft  nicht  auf  das  Spiel  zu
setzen,  ist  von  mir  auf  das  ernstlichste  erwogen  worden.  Daß  hierbei
Rücksichten  auf  die  innerpolitische  Gesamtlage  und  die
Parteiverhältnisse  zu  nehmen  waren,  wird  von  dem  Mitgliede
des  Reichstages,  das  das  Schreiben  der  Hauptleitung  mit  unterschrieben
hat,  am  wenigsten  verkannt  werden  können.  Die  Angelegenheit  wird,
wie  der  Direktor  der  Kolonialabteilung  in  der  Sitzung  des  Reichstages
vom  21.  März  d.  J.  bereits  angekündigt  hat,  den  neuen  Reichstag
beschäftigen,  der  sich,  wie  ich  hoffe,  der  Pflicht  nicht  entziehen  wird,  sie
erneut  zu  prüfen  und  in  richtiger  Erkenntnis  der  Bedürfnisse  unseres
ostafrikanischen  Schutzgebietes  zu  erledigen.
Der  Reichskanzler.
(gez.)  Bülow.
An
die  Hauptleitung  des  Alldeutschen  Verbandes
z.  H.  des  Herrn  Professor  Dr.  Hasse,
Mitglied  des  Reichstages
Hochwohlgeboren.
Berlin.

II.  Graf  Bülow  Ehrenbürger  von  Bromberg.
Am  24.  Juni  1903  überbrachten  Oberbürgermeister  Knobloch  und  Stadtverordnetenvorsteher

  Professor  Dr.  Bratsch  aus  Bromberg  dem  Reichskanzler  den
Ehrenbürgerbief  dieser  Stadt.

Auf  die  Ansprache  des  Oberbürgermeisters  erwiderte  der  Reichskanzler
  mit  herzlichem  Dank,  daß  die  beiden  Herren  die  weite  Reise
nicht  gescheut  hätten,  um  ihm  persönlich  den  Ehrenbürgerbrief  zu  überbringen.
  Er  betrachte  es  als  hohe  Ehre,  mit  der  Stadt  Bromberg  so
eng  verbunden  zu  sein.  Er  danke  auch  besonders  für  die  künstlerische
Ausführung  der  Urkunde,  welche  ihm  den  schönen  Inhalt  noch  wertvoller
  mache.  Da  treffe  das  Wort  von  Goethe  zu:  „Goldne  Apfel  in
silbernen  Schalen“.  Es  sei  ihm  eine  Freude  gewesen,  sich  für  die  kulturelle
  und  industrielle  Entwicklung  von  Bromberg  einsetzen  zu  können,
denn  er  wisse,  daß  die  von  ihm  geleitete  und  vertretene  Ostmarkenpolitik
der  Preußischen  Staatsregierung  gerade  bei  der  Bürgerschaft  der  Stadt