Anhang.  367

Bromberg  verständnisvolle  Unterstützung  finde.  Die  Stadt  Bromberg
habe  den  Unterschied  zwischen  deutscher  und  polnischer  Herrschaft  an
ihrem  eigenen  Leibe  erfahren.  Vom  Deutschen  Orden  angelegt,  sei
Bromberg  unter  der  Herrschaft  dieses  Ordens  ein  blühendes  Gemeinwesen
  gewesen.  Als  aber  an  einem  der  traurigsten  und  verhängnisvollsten
Tage  der  Deutschen  Geschichte  der  Deutsche  Orden  zusammenbrach,  sei
mit  ihm  und  mit  der  Sache  des  Deutschtums  im  Osten  auch  Bromberg
gesunken.

Als  der  Große  König  den  Netzedistrikt  wieder  für  Preußen  und
Deutschland  gewann,  sei  Bromberg,  um  mit  den  Worten  des  Königs
zu  reden,  ein  Stück  Wüstenei  gewesen,  mit  kaum  1000  Einwohnern.
Der  Oberbürgermeister  habe  mit  Recht  erinnert  an  das,  was  Bromberg
dem  großen  König  verdanke.  Er  habe  auch  Beweggründe  wie  Ziele
unserer  heutigen  Ostmarkenpolitik  richtig  gekennzeichnet.

An  dieser  Ostmarkenpolitik  würde  unbeirrt  festgehalten
werden.  Wir  bildeten  uns  nicht  ein,  daß  der  historische
Kampf,  den  das  Deutschtum  im  Osten  mit  seinen  Gegnern
führen  müsse,  von  heute  auf  morgen  beendet  werden  könne.
Wenn  aber  von  deutscher  Seite  von  oben  und  unten  weiter
stetig,  mutig  und  geduldig  gearbeitet  werde,  würden  die
Früchte  nicht  ausbleiben.

Der  Reichskanzler  schloß  mit  dem  Ausdruck  des  Dankes  für  die
freundliche  Anerkennung  und  Hilfe,  die  er  in  Bromberg  finde  und  die
er  mit  den  besten  Wünschen  für  das  weitere  Aufblühen  der  Stadt  erwidere.
  1)

III.  Kölner  Männergesangverein  „Polyhymnia“.

Am  Sonntag,  den  2.  August  1903,  brachte  der  Köluer  Männergesangverein
„Polyhymnia“  im  Kurgarten  von  Norderney  dem  Reichskanzler  und  der  Gräfin  Bülow
ein  Ständchen.  Der  Reichskanzler  antwortete  auf  die  Ansprache  des  Präsidenten
des  Gesangvereins  folgendes:

Meine  Herren,  ich  danke  Ihrem  Herrn  Vorsitzenden  für  seine  gütige
Rede  und  seine  anerkennenden  Worte.  Ich  danke  Ihnen  allen,  daß
Sie  so  schön  gesungen  haben.  Von  Kölner  Sängern  und  ganz  besonders

1)  Nordd.  Allg.  Ztg.  vom  25.  Juni  1903.