Anhang.  371

Die  Deutsche  Städteausstellung  und  der  Rahmen,  der  sie  umgibt,
die  Stadt  Dresden,  zeigen  uns  diese  neue  Blüte:  die  Ausstellung  mit
ihrem  reichen  Material  auf  allen  Gebieten  des  städtischen  Lebens,  das
schöne  Dresden,  das  ein  erlanchter  Geist,  Herder,  das  deutsche  Florenz
genannt  hat,  mit  seinen  großartigen  modernen  Bauwerken  und  seinen
unvergänglichen  Schätzen  der  Kunst  daneben,  ein  Sinnbild  der  Verbindung
  alter  Kultur  mit  rüstigem  Vorwärtsschreiten.

Eines,  meine  Herren,  möchte  ich  bei  meinem  Besuch  der  Ausstellung
  noch  hervorheben:  daß  sie  mir  wieder  den  Umfang  der  Aufgaben
  klar  vor  Augen  geführt  hat,  die  namentlich  auf  sozialpolitischem
Gebiet  den  Städteverwaltungen  heute  obliegen.  Wieviel  zur  Lösung
dieser  Aufgaben  schon  geschehen  ist,  beweist  die  Dresdener  Städteausstellung.
  Aber  gerade  auf  diesem  Gebiet  wird  uns  und  unseren  Nachkommen
  noch  viel  zu  leisten  geboten  sein.

Vor  fast  allen  Ländern  besitzt  Deutschland  eine  besonders  reiche
Anzahl  großer  Städte.  Die  Männer,  die  an  der  Spitze  dieser  Städte
stehen,  dürfen  wir  mit  Stolz  zu  den  besten  Arbeitern  im  Dienste  des
Gemeinwohls  zählen.  Aus  diesen  Kreisen  der  Städteverwaltung  sind
Männer  hervorgegangen,  die  sich  in  anderen  leitenden  Stellungen  als
erstklassige  Diener  ihres  Staates  bewährt  haben,  und  ich  denke,  wir
werden  noch  manchen  Bürgermeister  als  Minister  oder  Oberpräsidenten
erleben.

Ich  leere  den  Becher,  den  Sie  mir  kredenzt  haben,  auf  das  Wohl
unserer  ausgezeichneten  Städteverwaltungen,  auf  das  Wachsen,  Blühen
und  Gedeihen  des  Gemeinsinnes  der  deutschen  Städte.

VI.  Taufe  des  Linieuschiffs  „Preußen“.

Auf  der  Werft  des  Stettiner  Vulkan  fand  am  31.  Oktober  1903  Taufe  und
Stapellauf  des  Linienschiffes  K  statt  in  Gegenwart  des  Kaiserpaares,  des  Staatssekretärs
  von  Tirpitz,  des  Kommandierenden  Generals  General  der  Kavallerie  von
Langenbeck  und  des  Oberpräsidenten  Freiherrn  von  Maltzahn.  Die  Taufrede  hielt
der  Reichskanzler  Graf  von  Bülow.

Sie  lantete:

Euere  Majestäten!  Meine  Herren!
Am  22.  November  1873,  vor  beinahe  dreißig  Jahren  weilte  hier
auf  der  Werft  des  „Vulkan"  das  deutsche  Kronprinzenpaar  mit  seinen

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