Anhaug.  383

politischen  Beziehungen  erwartet  wird.  Aber  die  Sache  liegt  einmal  so,
und  es  gilt  auch  hier,  die  Ruhe  und  Ausdauer  nicht  zu  verlieren.  Seien
Sie  versichert,  daß  die  Interessen  der  Landwirtschaft,  für  die  ich,  auch
wenn  ich  nicht  praktischer  Landwirt  bin,  doch  volles  Verständnis  habe,
der  hohen  Wichtigkeit  der  Sache  entsprechend  beim  Abschlusse  der  Handelsverträge
  energisch  wahrgenommen  werden.

(Beifall.)

Meine  Herren,  die  weitaus  größere  Hälfte  aller  Schwierigkeiten,  mit
denen  wir  bei  der  künftigen  Gestaltung  unserer  wirtschaftlichen  Beziehungen
zum  Auslande  zu  kämpfen  haben,  ist  durch  Forderungen  veranlaßt,  deren
Durchsetzung  ich  im  Interesse  der  dentschen  Landwirtschaft  übernommen
habe.  Fremde  und  einheimische  Gegnerschaft  gegen  die  Erhaltung  eines
kräftigen,  national  und  monarchisch  gesinnten  Bauernstandes  im  Deutschen
Reich  vereinigen  sich  zum  Ansturm  gegen  das,  was  man  meine  agrarische
Politik  nennt.  Im  Munde  der  Gegner  soll  das  ein  Schelt=  und  Spottwort
  sein.  Ich  betrachte  diese  Bezeichnung  aber  als  einen  Ehrentitel

für  mich.
(Lebhafter  Beifall.)

Für  diese  Kämpfe  glaube  ich  das  Vertrauen  der  deutschen  Landwirte
zu  verdienen.  Zum  glücklichen  Erfolge  bedarf  ich  aber  das  Bewußtsein,
daß  Sie,  meine  Herren,  unsere  Anstrengungen  unterstützen  und  für  das
Ergebnis  entschlossen  eintreten  werden.  In  dieser  Hoffnung  erhebe  ich
mein  Glas  auf  das  Wohl  der  deutschen  Landwirtschaft  und  ihrer  hier
versammelten  Vertretung.  Die  deutsche  Landwirtschaft  und  der  deutsche
Landwirtschaftsrat  sie  leben  hoch!
(Allseitiger,  lebhafter  Beifall.)

XIII.  Ehrenmitgliedschaft  der  Posener  Akademie.

Der  Senat  der  Königlichen  Akademie  zu  Posen  hatte  den  Reichskanzler
Grafen  von  Bülow  einstimmig  zum  Ehrenmitglied  ernannt.  In  dem  Beschlusse
  wird  ausgeführt,  daß  die  Akademie  nach  §  16  ihrer  Satzungen  berechtigt
ist,  Personen,  die  sich  um  die  Förderung  deutschen  Geisteslebens  in  den  Ostmarken
verdient  gemacht  haben,  diese  Ehre  zu  erweisen.  Sie  bitte  also  denjenigen  um
seine  Fürsorge,  der  der  Träger  der  nationalen  Politik  in  den  Ostmarken  sei.