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von  nationalem  Geiste.  Wir  fühlen  uns  im  Dienste  eines  großen
deutschen  Werkes.  Wenn  dem  wissenschaftlichen  Arbeiter  in  der  Spezialisierung
  der  Wissenschaft  sonst  wohl  das  Gefühl  fremd  werden  mag,  daß
er  im  Dienste  seines  Volkes  steht,  wir  fühlen  es  unmittelbar,  daß  wir
arbeiten  für  unser  Volk  und  für  unseren  Staat.  Denn  wir  nöchten,
soviel  es  unsere  Kraft  vermag,  die  Welle  des  deutschen  geistigen  Lebens
dort  stark  und  groß  machen  und  vom  Geiste  aus  das  Herrschaftsgebiet
der  deutschen  Nation  behaupten.  Das  Gemeinschaft=  und  Volkbildende
der  geistigen  Arbeit  erfahren  wir  neu.  Ist  es  doch  der  Geist,  der  die
Menschen  verbindet  und  der  sie  froh  macht.  Die  Deutschen  haben  große
Zeiten  allemal  dann  gehabt,  wenn  sie  sich  durchdrungen  und  bis  in  das
Innerste  ergriffen  fühlten  von  gemeinsamen  großen  Ideen.  So  sind
wir,  die  Lehrer  der  Akademie,  von  allen  Stämmen,  aus  allen  Provinzen
des  Heimatlandes  dort  zusammengekommen,  selber  ein  Stück  dentscher
Ansiedlung,  uns  fast  alle  bis  zu  jenem  Tage  völlig  fremd,  und  schon  bilden
wir  ein  Volk  und  wissen  uns  eins  in  dem  großen  herrlichen  Werke.  So
gelang  es  der  Akademie  schon  in  der  kurzen  Zeit  ihres  Wirkens,  alle
die  getrennten  Schichten  der  Posener  Gesellschaft  zusammenzufassen  und
ihnen  einen  Vereinigungspunkt  zu  geben  in  der  Lust  der  geistigen  Arbeit.
Und  zwar  ist  es  die  Lust  der  geistigen  Arbeit  allein,  denn  äußere  Vorteile
  hat  ja  unsere  Akademie  noch  nicht  zu  bieten.  Das  Ganze  trägt
ein  schöner,  echt  deutscher  Idealismus.  Wir  haben  in  dem  Ernennungsschreiben
  für  Euere  Erzellenz  den  schlichtesten  Ausdruck  gewählt.
(Das  Diplom  wird  verlesen.)

„Aber  tief  im  Herzen  fühlen  wir,  was  damit  gesagt  ist.  Möchte
Euere  Exzellenz  stets  mit  Freude  sich  als  Ehrenmitglied  unserer  Akademie
  fühlen!  Und  so  erlauben  Sie  in  Ihrer  Güte,  daß  ich  das  Diplom
ehrerbietig  in  Ihre  Hände  lege.  Diese  Stunde  wird  von  uns  nicht

vergessen  und  im  Gedächtnis  der  Königlichen  Akademie  tren  und  dankbar
bewahrt  werden."“

Der  Reichskanzler  erwiderte  etwa  folgendes:

Er  danke  dem  Herrn  Rektor  herzlich  für  seine  gütigen  und  beredten
Worte.  Er  danke  gleichzeitig  allen  drei  Herren  dafür,  daß  die  Posener
Akademie  ihn  zu  ihrem  Ehrenmitgliede  —  und  zwar  ersten  Ehrenmitgliede
—  gewählt  hätte.  Er  habe  diese  Wahl  gern  angenommen.  Der  Herr  Rektor
habe  mit  Recht  hervorgehoben,  daß  er,  der  Reichskanzler,  einen  großen  Anteil
  an  der  Entwicklung  der  Dinge  in  der  dentschen  Ostmark  nähme.  Er
habe  schon  vor  Jahren  öffentlich  erklärt,  daß  er  die  Ostmarkenfrage  für
die  wichtigste  Frage  unserer  inneren  Politik  halte.  Dieser  Meinung  sei
er  heute  mehr  wie  je.  Und  wenn  er  auch  pflichtgemäß  alle  seine
Landslente  in  sein  Herz  geschlossen  habe,  so  dürfe  er  es  doch  vielleicht