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des  Gesetzentwurfs,  betreffend  die  Gründung  neuer  Ansiedlungen,  den
er  in  voller  Kenntnis  seiner  Tragweite  eingebracht  habe  und  als  ein
notwendiges  Verteidigungsrüstzeug  im  Kampfe  gegen  die  Gegner  des
Deutschtums  betrachte,  im  Hause  der  Abgeordneten  angenommen  werden
würde.  Als  endlich  der  traurigen  Auditorienverhältnisse  der  in  einem
Mietshause  einstweilen  untergebrachten  Hochschule  Erwähnung  geschah,
versprach  er  alles  zu  tun,  damit  die  Akademie  baldmöglichst  ein  eigenes
Heim  bekomme,  und  dafür  zu  sorgen,  daß  die  erste  Baurate  in  den
nächsten  Etat  eingestellt  werde.

XVIII.  Reichsregierung  und  Missionen.

Die  Rheinische  Missionsgesellschaft  hatte  am  27.  Mai  1904  an  den  Reichskanzler
  eine  Eingabe  gerichtet,  in  der  sie  sich  gegen  die  von  ihm  in  der  Reichstagssitzung
  vom  9.  Mai  erhobenen  Vorwürfe  gegen  einzelne  Missionare  verteidigte.
Darauf  hat  der  Reichskanzler  Ende  Inni  1904  folgendes  geantwortet:

Dem  Vorstand  der  Rheinischen  Missionsgesellschaft  beehre  ich  mich
auf  das  gefällige  Schreiben  vom  27.  v.  M.  ergebenst  zu  erwidern,  daß
die  Worte,  mit  denen  ich  in  der  Reichstagssitzung  vom  9.  Mail)  das
Verhalten  einzelner  Missionare  bei  Ausbruch  des  Herero-Aufstandes  in
Südwestafrika  besprochen  habe,  bei  dem  Vorstande  eine  irrtümliche  Auslegung
  gefunden  haben.  Ich  bin  weit  davon  entfernt  gewesen,  unter
Verkennung  der  Verdienste  der  Rheinischen  Mission  um  die  Begründung
und  Entwicklung  der  deutschen  Schutzherrschaft  und  die  Ausbreitung
der  Kultur  in  Deutsch-Südwestafrika,  eine  abfällige  Kritik  an  der  Mission
selbst  oder  an  der  Gesamtheit  der  Missionare  zu  üben.  Auf  der  anderen
Seite  läßt  sich  nicht  in  Abrede  stellen,  daß  einzelne  Missionare,
als  sie  Anschuldigungen  schwerwiegender  Natur  gegen  ihre  Landsleute
  in  einem  Augenblick  veröffentlichten,  wo  die  letzteren  sich  den  unerhörten
  Greueln  der  Herero  ausgeliefert  sahen,  mit  der  berechtigten
nationalen  Empfindung  des  Unwillens  und  der  Entrüstung
über  diese  Greuel  sich  in  Widerspruch  gesetzt  haben.  Ich  habe  unter
Betonung  meiner  Hochachtung  für  die  Mission  im  allgemeinen  ausdrücklich
  hervorgehoben,  daß  ein  solcher  Vorwurf  nur  einzelne  Missionen

1)  Vgl.  oben  S.  100.