Anhang.  397

die  von  jeher  einer  besonderen  Verständigung  zwischen  England  und
Rußland  das  Wort  redete.  Sei  es  drum.  Wir  haben  nichts  dagegen
einzuwenden,  besonders  wenn  es  dem  Frieden  gilt.  Aber  wenn  es
heißt,  Deutschland  stehe  besonders  gut  mit  Rußland,  dann  erhebt  sich
sofort  ein  Geschrei  in  England,  wir  verfolgten  weitere  Ziele  und  brauten
ein  Bündnis  gegen  England.  Wir  haben  keine  besonderen  Abmachungen
mit  Rußland,  aber  wir  haben  den  lebhaften  Wunsch  und  die  Absicht,
mit  unseren  östlichen  Nachbarn  auf  freundlichem  und  intimem  Fuße  zu
leben,  und  ich,  wie  auch  jeder  andere  dentsche  Staatsmann,  täte  meine
Pflicht  nicht,  wenn  ich  diese  Freundschaft  nicht  pflegte.  Wenn  Sie  nach
der  Karte  blicken  wird  es  Ihnen  unschwer  klar  werden.  Während  des
jetzigen  Krieges  haben  wir  strenge  Nentralität  beobachtet,  und  so  wird
es  bleiben,  und  wir  hoffen  auch  weiter  mit  Rußland  in  enger  Freundschaft
  zu  leben.

England  und  Frankreich.

Was  die  gegen  uns  erhobene  Anschuldigung  betrifft,  wir  hätten
versucht,  Zwietracht  und  Verwicklungen  zwischen  Frankreich  und  England
zu  säen,  um  die  Vollziehung  des  Abkommens  zu  hintertreiben,  können
Sie  wirklich  glauben,  daß  wir  den  gegenwärtigen  Augenblick  auswählen
würden,  um  so  zu  handeln,  wo  doch  die  offenkundigsten  Anzeichen  einer
entente  cordiale  sich  uns  aufdrängen  mußten?  Plumpe  Intrigen  dieser
Art  würden  auf  die  Aufrichtigkeit  einer  Verständigung  wie  diese  völlig
wirkungslos  bleiben.  Ist  es  möglich,  und  wie  ist  es  möglich,  daß  man
uns  in  Ihrem  Lande  einer  so  haarsträubenden  Dummheit  für  fähig
hält,  wodurch  wir  uns  nur  bloßstellen  könnten?

Auf  der  andern  Seite  ist  es  doch  gestattet,  wenn  Sie  wollen,  daß  wir
uns  fragen,  ob  diese  enge  Freundschaft  zwischen  Frankreich  und  England
für  uns  als  wünschenswert  gelten  kann  oder  nicht.  Auf  alle  Fälle  haben
wir  in  Agypten  den  englischen  Wünschen  zugestimmt  und  dadurch  der
britischen  Regierung  unsern  guten  Willen  gezeigt,  indem  wir  ihrer
englich-sreundschaftlichen  Abmachung  mit  Frankreich  kein  Hindernis  in
den  Weg  stellten.

Die  deutschen  Historiker  und  England.

Bei  einem  allgemeinen  Gespräch  über  die  Art,  wie  deutsche  Schriftsteller,
  namentlich  einige  berühmte  deutsche  Historiker,  über  die  Möglichkeit
  eines  künftigen  Krieges  zwischen  England  und  Deutschland  schreiben,
machte  ich  den  Kanzler  darauf  aufmerksam,  daß  man  in  gebildeten