Anhang.  101

Handelsvertragsunterhandlungen  mit  Nachdruck  wahrgenommen  werden
würden.  Jetzt  ist  die  Zeit  der  Ernte  gekommen.  Nun  weiß  ich  ja  wohl,
meine  Herren,  daß  man  von  meinen  Freunden  auf  dem  Lande  selten
oder  nie  ein  Wort  voller  Befriedigung  über  ihre  Ernte  zu  hören  bekommt.

(Heiterkeit.)

Der  eine  findet  das  Futter  für  das  Vieh  nicht  genügend,  der  andere
den  Roggen  schlecht,  der  dritte  den  Weizen  mäßig;  dem  einen  war  es
zu  trocken,  dem  anderen  zu  naß.

(Heiterkeit.)

So  habe  ich  auch  nie  angenommen,  daß  die  Ernte  aus  den  Handelsverträgen
  die  Landwirte  ganz  befriedigen  würde.  Die  mir  soeben  von
meinen  verehrten  Herren  Nachbarn  zur  Rechten  und  zur  Linken  gezollte
Anerkennung  übertrifft  meine  Erwartungen.  Ich  bin  angenehm  enttäuscht.


(Heiterkeit.)

Um  das  Gleichgewicht  wieder  herzustellen,  will  ich  Ihnen  sofort  sagen,
daß  ich  selbst  manches  noch  viel  besser,  manchen  Ertrag  nach  Onantität
und  QOualität  reicher  gewünscht  hätte.

(Bravo!l)

Aber  das  glaube  ich  doch  mit  gutem  Gewissen  sagen  zu  können:  Wenn
wir  nicht  alles  erreicht  haben,  die  Hauptsache  haben  wir  erreicht.  Aus
dem  Gröbsten  haben  wir  die  deutsche  Landwirtschaft  wieder

herausgehauen.
(Sehr  richtig!)

Und  wenn  behauptet  wird,  das  sei  unter  Unerträglichen
Opfern  für  die  Industrie  geschehen,  so  bestreite  ich  das  auf
das  allerentschiedenste.

(Sehr  richtig.)

Wer  das  behauptet,  unterschätzt  die  Kraft  der  deutschen  Industrie  wie
die  Vorteile,  die  für  Handel  und  Industrie  in  den  nenen  langfristigen
Verträgen  enthalten  sind.

(Sehr  richtig!)

Auf  der  jetzt  geschaffenen  Grundlage  wollen  wir,  wie  mein  Herr  Nachbar
zur  Linken  sehr  richtig  ausführte,  weiter  bauen.  Sie,  meine  Herren  von
Penzler,  Fürst  Bülows  Reden  2c.  II.  26