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und  diesseits  des  Rheins,  zwischen  Elsaß-Lothringen  und  Altdeutschland
immer  herzlichere  und  engere  werden  würden.  Den  Sängern  sei  es,
so  schloß  der  Reichskanzler,  gewiß  besonders  lieb  gewesen,  auch  vor  dem
Prinzen  Max  von  Baden  zu  singen,  dem  Neffen  des  Großherzogs
Friedrich,  des  von  allen  Deutschen  gleich  verehrten  badischen  Landesherrn.

Alsdann  erkundigten  sich  der  Reichskanzler  und  die  Fürstin  Bülow  noch  nach
den  persönlichen  Verhältnissen  der  einzelnen  Herren  der  Abordnung,  der  Stärke
des  —  wie  sich  ergab  über  tansend  Mitglieder  zählenden  —  Vereins,  seinen
Konzerten  und  Sängerfahrten  und  verabschiedeten  sich  von  den  Herren  in  freundlichster
  Weise.

XXXVIII.  „Agociated  Preß“  (Interviey).

Gegen  Ende  Oktober  1905  führte  der  Reichskanzler  in  einem  Interview
gegenüber  dem  Berliner  Vertreter  der  „Associated  Preß“,  Elmer  Roberts,  folgendes
  aus:

Wir  machen,  ebensowenig  wie  die  Vereinigten  Staaten,  unsere
Handelspolitik  nach  starren  Dogmen.  Wir  wollen  die  Interessen  unseres
Landes  zur  Geltung  bringen  und  seinen  wirtschaftlichen  Bedürfnissen
Rechnung  tragen.  Der  alte  Zolltarif  vom  Jahre  1879  mit  den  daran
im  Laufe  der  Zeit  vorgenommenen  Anderungen  hat  in  Ansehung  der
Entwicklung  des  deutschen  Wirtschaftslebens  unseren  Interessen  nicht
mehr  entsprochen,  und  insbesondere  hat  infolge  der  Verträge  der  neunziger
  Jahre,  die  die  Gewinnung  der  Auslandsmärkte  in  den  Vordergrund
  stellten,  die  deutsche  Landwirtschaft  gelitten.  Deshalb  mußte  auf
die  deutsche  Landwirtschaft  bei  der  Aufstellung  des  neuen  deutschen  Zolltarifs
  vom  25.  Dezember  1902  besonders  Rücksicht  genommen  werden.
Daß  diese  Tendenz  dem  Abschluß  von  Handelsverträgen  nicht  feindlich
  ist  und  sich  mit  Entgegenkommen  gegen  die  Interessen  anderer
Länder  wohl  vereinbaren  läßt,  haben  wir  bereits  durch  den  Abschluß
einer  Reihe  von  neuen  Handelsverträgen  bewiesen.

Auch  mit  den  Vereinigten  Staaten  können  wir  und  wollen  wir
auf  einem  freundlichen  handelspolitischen  Fuße  leben.  Eine  unveränderte
  Fortdauer  des  bisherigen  Zustandes  ist  aber  schon  aus  formellen
  Gründen  nicht  möglich.  Unser  Abkommen  mit  den  Vereinigten
Staaten  vom  Jahre  1900  ist  ausdrücklich  auf  die  Zollsätze  der  alten
Tarifverträge  gestellt  worden.  Diese  Zollsätze  verlieren  infolge  unserer
neuen  Handelsverträge  Ende  Februar  1906  ihre  Geltung,  und  so  ver-