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schaft  aufs  schwerste  schädigen,  sondern  auch  die  Fleischtenerung  erheblich
vermehren,  ja  zu  einer  wirklichen  Fleischnot  führen.  Er  müsse  immer
wieder  darauf  hinweisen,  daß  die  Sperrung  der  Grenzen  nicht  zu  dem
Zweck  erfolge,  der  Landwirtschaft  höhere  Preise  zu  sichern,  sondern  um
die  schwere  Schädigung  zu  vermeiden,  die  der  Ausbruch  von  Viehseuchen
dem  nationalen  Wohlstande  und  der  Ernährung  des  Volkes  bringen
würde.

Schließlich  bedürfe  es  auch  der  Feststellung,  ob  im  Auslande  genügendes
  Vieh  zur  Ausfuhr  vorhanden  sei,  und  ob  im  Auslande  die
Preise  wesentlich  geringer  wären  als  im  Inlande.  —  Diese  Feststellungen
seien  notwendige  Voraussetzungen  für  eine  Entschließung,  die  Grenzen
zu  öffnen  oder  andere  Maßregeln  zu  treffen.  —  Die  Herren  wüßten,
daß  für  Preußen  seit  Wochen  eingehende  Erhebungen  angeordnet  seien,
die  Klarheit  über  alle  diese  Fragen  geben  sollen.  Diese  Erhebungen
wären  dem  Abschlusse  nahe  und  würden  die  Grundlage  weiterer  Entschließungen
  für  die  preußische  Staatsregierung  bilden.  Inzwischen
könnten  die  städtischen  Verwaltungen  manches  tun,  um  ihrerseits  die
Fleischteuerung  zu  beschränken.  Er  könne  den  Herren  nur  empfehlen,
dem  Beispiele  der  Stadt  Wien  und  den  Anregungen  der  preußischen
Landwirtschaftskammern  zu  folgen  und  ihrerseits  in  der  gegenwärtigen
kritischen  Lage  die  Fleischversorgung  ihrer  Städte  in  die  Hand  zu
nehmen.  Die  preußische  Staatsregierung  werde  gern  bereit  sein,  solche
Unternehmungen  zu  fördern  und  zu  unterstützen,  soweit  es  nur  möglich  sei.

XL.  Graf  Lerchenfeld-Köfering.

Zu  Ehren  des  bayerischen  Gesandten  in  Berlin,  des  Grafen  von  und  zu
Lerchenfeld-Köfering,  fand  am  16.  November  1905  im  Kaiserhof  ein  Festmahl  statt.
Der  Reichskanzler  nahm  daran  teil.  Während  der  Tafel  brachte  er  folgenden
Trinkspruch  aus:

Meine  Damen  und  Herren!  Ein  Jubiläum  wie  dasjenige,  das
wir  heute  feiern,  ist  ein  seltenes  Fest,  doppelt  selten  bei  einem  Diplomaten,
  denn  die  Diplomaten  sind  im  allgemeinen  unruhige  Leute,  denen
es  gegeben  ist,  auf  keiner  Stätte  zu  ruhen.  Fünfundzwanzig  Jahre
sind  heute  verflossen,  seit  am  16.  November  1880  Graf  Lerchenfeld  als
Gesandter  in  Berlin  beglaubigt  wurde,  und  ohne  Unterbrechung  ist  er