6  1.  Auseinandersetzung  mit  dem  Zentrum.

gemeinsam  mit  der  Sozialdemokratic  die  Regierung  ducken  wollten.  Das
hat  sich  die  Regierung  nicht  gefallen  lassen,  und  das  wird  sich,  so  Gott  will,
die  Regierung  niemals  gefallen  lassen.

(Stürmisches  Bravo  rechts  und  links.
Lachen  bei  den  Sozialdemokraten.)

Der  Herr  Abgeordnete  Spahn  hat  auch  gemeint,  durch  das  Vorgehen
der  Regierung  wäre  die  Ehre  der  Zentrumspartei  verletzt  worden.  Wodurch
soll  ich  denn  die  Ehre  der  Zentrumspartei  verletzt  haben?  Etwa  dadurch,
daß  ich  ohne  ihre  Erlaubnis  den  Reichstag  aufgelöst  habe?

(Große  Heiterkeit.)

Meine  Herren,  das  wäre  ja  nicht  mehr  ausschlaggebende  Stellung,  das  wärc
auch  nicht  der  ruhende  Pol  in  der  Erscheinungen  Flucht

(sehr  richtig!!),
den  der  Herr  Abgcordnete  Spahn  soeben  zitiert  hat,  das  wärc  nicht  einmal
mehr  Trumpf,  sondern  das  wäre  Parteithrannei  —  und  die  läßt  sich  niemand

gefallen.
(Sehr  gut!)

Nicht  die  Ehre  der  Zentrumspartei  ist  verletzt  worden,  sondern  der  Beschluß,
den  die  Zentrumspartei  gemeinsam  mit  der  Sozialdemokratie  uns  aufzwingen
  wollte,  war  ein  Vorstoß  gegen  die  Autorität  der  Regierung  und
gegen  große  Regierungsgrundsätze,  deren  Aufrechterhaltung  nach  meiner
Uberzeugung  im  Interesse  des  Landes,  seines  Friedens  und  seiner  ruhigen
Fortentwicklung  liegt.

(Sehr  gut!)

Meine  Herren,  ich  muß  mich  jetzt  zu  zwei  Behauptungen  wenden,
die  eine  große  Rolle  im  Wahlkampf  gespielt  haben.  In  Artikeln  der  sozialdemokratischen
  wie  der  Zentrumspresse  und  auch  in  Wahlaufrufen  ist  die
Sache  so  dargestellt  worden,  als  wenn  es  sich  darum  handelte,  verfassungsmäßige
  Einrichtungen  und  Freiheiten  gegen  das  persönliche  Regiment  zu
verteidigen.  Meinc  Herren,  das  war  eine  Irreführung  der  Wähler,  das
war  ein  falsches  Signal,  ausgesteckt,  um  die  Wähler  irre  zu  führen,  wie  das
in  seinem  bekannten  Artikel  ein  Sohn  des  ersten  Vorsitzenden  der  Zentrumsfraktion
  ausgesprochen  hat.  Es  ist  ja  die  Unsitte  eingerissen,  das  persönliche
Regiment  als  eine  Art  von  Popanz  hinzustellen,  um  die  politischen  Kinder  zu
schrecken,  deren  Zahl  allerdings  sehr  groß  ist.

(Große  Heiterkeit.)