10  1.  Auseinandersetzung  mit  dem  Zentrum.

der  Sozialdemokratie  Platz  nahm.  Wenn  es  eine  Partei  gibt,  die  nach  ihrer
Basis,  nach  ihrem  ganzen  Programm,  nach  ihren  Grundsätzen,  nach  ihren
Zielen  nicht  mit  der  Sozialdemokratie  zusammengehen  sollte,  so  ist  es  die
Zentrumspartei.

(Sehr  gut!  links.)

Das  Zusammengehen  der  Zentrumspartei  mit  der  Sozialdemokratie  war
nicht  nur  ein  politischer  Fehler,  ein  grober  politischer  Fehler,  es  war  auch
ein  moralisches  Unrecht.

(Sehr  richtig!  rechts  und  bei  den  Nationalliberalen.)

Es  war  ein  moralisches  Unrecht,  zusammenzugehen  mit  einer  Partei,  die
alles  in  den  Staub  zieht,  was  Christen  heilig  ist.  Soll  ich  Ihnen  alle  Blasphemien
  der  Führer  der  Sozialdemokratie  vorlesen?  Die  sind  hier  zusammengestellt
  in  einem  Buche,  das  von  einem  Katholiken  verfaßt  ist.
Es  war  ein  Unrecht,  ein  schweres,  moralisches  Unrecht,  zusammenzugehen
mit  einer  Partei,  die  hier  in  diesem  hohen  Hause  für  die  Pariser  Kommune
eingetreten  ist
(Lachen  bei  den  Sozialdemokraten),

für  die  Pariser  Kommnne,  die  den  Erzbischof  Darboy  füsiliert  hat  —  daran
erinnere  ich  Sie,  Herr  Bebel,  gegenüber  der  Heiterkeit,  die  sich  Ihrer  plötzlich
bemächtigt;  die  Sache  war  nicht  heiter  —,  die  den  Erzbischof  Darboy  erschießen
  ließ,  dic  die  unschuldigen  Dominikaner  von  Auteuil  abgeschlachtet  hat!
Für  die  Apologeten  und  Gesinnungsgenossen  der  Pariser  Kommune  haben
Zentrumsabgeordnete  die  Stichwahlparole  ausgegeben.  Dieser  Partei
sind  vom  Zentrum  ungefähr  12  Wahlkreise  zugeschanzt  worden.  Dieser
Partei  haben  Zentrumswähler  den  Steigbügel  gehalten.  Ohne  die  Unterstützung
  von  Zentrumsseite  würde  die  Sozialdemokratie,  die  Partei  der
Christentumsfeindlichkeit  —  so  nannte  sie  noch  kürzlich  ein  großes  katholisches,
ein  Zeutrumsblatt  —  auf  zwei  bis  drei  Dutzend  Wahlmandate  zurückgeworfen
  sein.
(Sehr  richtig!  rechts  und  links.)

Die  Zentrumspresse  mag  das  jetzt  dialektisch  verkleben  und  verkleistern,  wie
sie  will,  das  Unrecht  bleibt  bestehen.  Man  sündigt  nicht  ungestraft  gegen
große  ethische  Gesichtspunkte.  Wie  soll  übrigens  eine  Einigung  unter  den
bürgerlichen  Parteien  möglich  sein,  wenn  die  stärkste  bürgerliche  Partei,
sobald  ihr  etwas  nicht  paßt,  oder  wenn  sie  gegen  die  Regierung  und  die
anderen  bürgerlichen  Parteien  auftrumpfen  will,  gelehnt  auf  die  Sozial-