Februar  1907.  13

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vorgeworfen.  Die  Regierung  steht  dem  Flottenverein  geradeso  unabhängig
gegenüber  wie  anderen  Vereinen,  Korporationen  und  Parteien.  Was  insbesondere
  die  Verstärkung  unserer  Flotte  und  das  Tempo  ihrer  Verstärkung
angeht,  so  können  hierfür  selbstverständlich  nur  die  Erwägungen  maßgebend
sein,  die  im  Interesse  des  Landes,  seiner  Sicherheit  und  seines  Friedens  die
verbündeten  Regierungen  im  Rahmen  einer  verständigen  inneren  und  auswärtigen
  Politik  für  richtig  und  angemessen  halten.
Was  aber  die  Briefe  angeht,  die  dem  Herrn  Generalmajor  Keim
gestohlen  worden  sind
(sehr  gut!  und  Heiterkeit),

was  diese  dem  Flottenverein  offenbar  in  schimpflicher  Weise  gestohlenen
Briefe  angeht,  so  habe  ich  darüber  das  Nachstehende  zu  sagen.  Der  Flottenverein
  bezweckt  die  Mitwirkung  an  einer  nationalen  Aufgabe,  indem  er  in
weiten  Kreisen  für  unsere  überseeischen  Zwecke  Verständnis  erweckt  und  für
die  Notwendigkeit,  unsere  Küsten  zu  schützen.  Deshalb  finde  ich  es  auch
durchaus  begreiflich,  daß  sich  Mitglieder  des  Flottenvereins  an  diesem  Wahlkampf
  beteiligt  haben,  der  sich  drehte  um  eine  nationale  Frage  und  um  überseeische
  Angelegenheiten.  Inwieweit  der  Flottenverein  als  solcher  in  Aktion
treten  und  welchen  Spielraum  er  seinen  Mitgliedern  für  ihre  politische  Betätigung
  lassen  will,  das  zu  beurteilen,  ist  lediglich  seine  Sache.  Ich  bin  nicht
der  Flottenverein,  das  können  Sie  schon  aus  der  Kritik  ersehen,  die  der
Flottenverein  an  mir  geübt  hat.
(Heiterkeit.)

Wenn  aber  ein  hervorragendes  Mitglied  des  Flottenvereins  zu  mir
kommt  und  mir  erklärt,  daß  er  sich  in  den  Dienst  der  nationalen  Sache  stellen
und  bei  den  Wahlen  für  den  Standpunkt  der  Regierung  wirken  wolle,  so
nehme  ich  eine  solche  Unterstützung  dankbar  an.  Es  wärc  einfach  lächerlich
und  kommt  —  ich  wiederhole  es  noch  einmal  —  nirgends  vor,  daß  ein
leitender  Staatsmann,  der  die  Auflösung  eines  Parlaments  für  notwendig
gehalten  hat,  daß  der,  wenn  die  Entscheidung  herannaht,  in  die  Rolle  einer
Pagode  verfällt.

(Sehr  gut!  und  Heiterkeit  rechts.)

Die  Regierung  ist  durchaus  berechtigt,  gegen  sie  erhobene  Angriffe  zu  widerzugänglich
  gemacht  worden  waren  und  aus  denen  hervorgehen  sollte,  daß  der  Reichskanzler

den  Flottenverein  mit  amtlichen  Geldern  unterstützt  und  bei  der  Abfassung  von  Broschüren
  mitgewirkt  haben  sollte.