42  4.  Braunschweigische  Frage.

maligen  Schreibens  eine  sachliche  und  geschäftsmäßige.  Das  Land  Braunschweig
  hat  unter  der  Regierung  des  verewigten  Prinzen  Albrecht  weder
in  materieller  noch  in  geistiger  oder  kultureller  Beziehung  zu  leiden  gehabt.
Wenn  die  Braunschweiger  über  die  Ungewißheit  ihrer  Zukunft  klagen,
so  ist  das  begreiflich.  Zur  Behebung  dieser  Ungewißheit  kann  aber  von
seiten  Preußens  und  von  seiten  des  Reichs  zurzeit  nichts  geschehen.

In  der  Sache  selbst  ist  davon  auszugehen,  daß  das  Reich  eine  Agitation
nicht  dulden  kann,  die  gegen  seine  zu  Recht  bestehende  politische  Struktur
gerichtet  ist.

(Lebhafte  Zustimmung  rechts  und  links.)
Daß  mit  dem  Einzug  des  Hauses  Cumberland  in  Braunschweig  die  welfische
  Agitation  in  Hannover  einen  neuen  Aufschwung  und  gleichzeitig  einen
festen  Stützpunkt  erlangen  würde,  wenn  dagegen  nicht  rückhaltlose  Zusicherungen
  und  ausreichende  Bürgschaften  geboten  werden,  ist  ohne
weiteres  klar.

(Lebhafte  Zustimmung  rechts  und  links.)
Und  wenn  das  irgend  jemandem  nicht  klar  gewesen  wäre,  so  würden  wohl
in  dieser  Richtung  die  Ausführungen,  die  wir  soeben  gehört  haben

(große  Heiterkeit),

den  tetzten  Zweifel  zerstreut  haben.

(Lebhafte  Zustimmung  rechts  und  links.)
Es  ist  keine  ausreichende  Bürgschaft,  wenn  Seine  Königliche  Hoheit  der
Herzog  von  Cumberland  erklärt,  daß  er  sich  auf  den  Boden  der  Reichsverfassung
  stelle,  und  daß  er  eine  gewaltsame  Anderung  derselben  nicht
begünstigen  würde.  Ein  solches  passives  Verhalten  reicht  nicht  aus

(sehr  richtig!  rechts):

der  Herzog  müßte  positiv  auftreten,  er  müßte  für  sich  und  sein  ganzes
Haus  rückhaltlos  und  für  alle  Zeiten  auf  Hannover  verzichten

(lebhafte  Zustimmung  rechts  und  linkö),
und  die  Führer  der  welfischen  Agitation  müßten  veranlaßt  werden,  sich
einer  solchen  Erklärung  ihrerseits  ebenso  rückhaltlos  anzuschließen.

(Lebhafte  Zustimmung  rechts  und  links.)

Es  handelt  sich  in  dieser  Frage  nicht  um  cin  spezifisch  preußisches
Interesse  oder  um  ein  Interesse  des  Hauses  Hohenzollern,  sondern  es
handelt  sich  um  ein  Lebensinteresse  der  gesamten  Nation.

(Sehr  richtig!  rechts  und  links.)