7.  Haager  Konferenz.  —  Kamarilla.

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ersten  Delegierten,  dem  Freiherrn  v.  Marschall,  und  seinen  Mitarbeitern
mit  einer  Sachkenntnis,  einer  Ausdauer  und  einem  Eifer  wahrgenommen
worden,  die  ihnen  Anspruch  auf  den  Dank  des  Landes  geben.

Der  Abgcordnete  Bebel  hat  vorhin  behauptet,  wir  hätten  uns  insofern
einen  Widerspruch  zu  schulden  kommen  lassen,  als  ich  im  vergangenen  Frühjahr
  erklärt  hätte,  Deutschlaud  würde  sich  an  den  Abrüstungsverhandlungen
überhaupt  nicht  beteiligen,  während  unsere  Vertreter  im  Haag  an  den  betreffenden
  Debatten  doch  teilgenommen  hätten.  Demgegenüber  stelle  ich
fest,  daß  sich  der  Herr  Freiherr  v.  Marschall  an  einer  materiellen  Debatte
über  Abrüstung  aus  dem  einfachen  Grunde  nicht  beteiligt  hat,  weil  eine  solche
überhaupt  nicht  stattgefunden  hat.

(Hört!  hört!)

Baron  Marschall  hat  lediglich  einem  Antrag  zugestimmt,  wonach  die
Konferenz  den  von  der  ersten  Haager  Konferenz  beschlossenen  Wunsch
wiederholen  sollte,  daß  die  Regierungen  die  Abrüstungsfrage  prüfen  möchten.
Also  von  Zickzack  ist  keine  Rede,  wohl  aber  von  einem  IJrrtum  des  Herrn
Abgeordneten  Bebel.

Im  übrigen  hat  die  Konferenz  gewiß  nicht  alle  Hoffnungen  und  Erwartungen
  erfüllt,  die  auf  sie  gesetzt  wurden.  Wir  wollen  aber  deshalb
nicht  unterschätzen,  was  die  Konferenz  geleistet  hat.  Während  vier  langer
Monate  ist  von  den  Vertretern  der  Konferenz,  von  allen  Bevollmächtigten
zu  der  Konferenz  mit  einer  Ausdauer,  mit  einem  Eifer  gearbeitet  worden,
wic  er  selbst  bei  parlamentarischen  Verhandlungen  nicht  immer  anzutreffen
  ist.

(Große  Heiterkeit.)

—  Hier  sehr  häufig,  aber  nicht  überall  in  der  Welt.  Jusbesondere  hat
sich  zwischen  den  Vertretern  der  führenden  Mächte  ein  Vertrauensverhältnis
  herausgebildet  trotz  mancher  und  tiefgehender  Meimungsverschiedenheiten,
  das  dem  Gang  der  Verhandlungen  und  dem  schließlichen
Ergebuis  zugute  gekommen  ist.  Wir  können  uns  mit  Genugtumg  sagen,
daß  die  Beschlüsse  der  Konferenz  vielfach  auf  den  Vorschlägen  der  deutschen
Delegierten  und  auf  den  Arbeiten  der  deutschen  Wissenschaft  beruhen.
Gewiß,  meine  Herren,  läßt  die  Konferenz  manuche  Fragen  ungelöst,  mit
denen  sie  sich  zu  beschäftigen  hatte.  Es  gehören  dazu  auch  Problemc,  die
uns  besonders  am  Herzen  liegen,  wie  beispielsweise  die  Frage  der  Stellung
der  Neutralen  im  Kriege,  des  Schutzes  des  Privateigentums  zur  See,
die  der  Zukunft  anheimgestellt  worden  sind.  Aber  deshalb  wollen  wir
doch  nicht  ungerecht  sein  in  der  Beurteilung  dessen,  was  die  Konferenz