November  1907.  85

Es  läßt  sich  aber  sehr  wohl  in  Preußen  so  regieren,  daß  der  Block  im  Reich
nicht  gesprengt  wird,  und  es  läßt  sich  im  Reich  so  Blockpolitik  machen,  daß
in  Preußen  nicht  unüberbrückbare  Gegensätze  entstehen.

(Rufe  von  den  Sozialdemokraten:  Wahlrecht!)

Die  Blockparteien  können  auch  weiter  zusammenhalten,
  wenn  sie  sich  ihrer  Verantwortung
vor  dem  Lande  bewußt  bleiben,  wenn  sie  sich  klar
machen,  daß  sic  jetzt  wichtigeres  zu  tun  haben,  als
sich  untereinander  zu  streiten,  wenn  sie  sich  vor
allem  klar  machen,  wie  sehr  ihr  Ausceinandergehen
  sie  selbst  und  das  Land  schädigen  würdece.

(Sehr  richtig!)

Die  Blockparteien  können  in  den  großen  Fragen  zusammenhalten,  von
denen  Wohl  und  Wehe  des  Landes  abhängt,  und  sich  doch  die  Freihceit
wahren,  in  grundsätzlichen  Fragen  jede  ihren  eigenen  Weg  gehen.  Der
Block  ist  nicht  so  gemeint,  daß  er  auch  in  untergeordneteren  Fragen  immer
cinheitlich  zu  stimmen  hätte.
(Sehr  wahr!))
Ich  würde  es  z.  B.  ganz  begreiflich  finden,  wenn  in  einer  Frage,  die  keine
politische  Frage  ist,  die  eine  juristische  und  wirtschaftliche  Frage  ist,  wie
z.  B.  die  Vorlage  wegen  der  Milderung  der  Haftpflicht  des  Tierhalters
(große  Heiterkeit),
—  wenn  da  die  Blockparteien  nicht  einheitlich  simmen.  Es  kommt  aber
darauf  an,  daß  sic  zusammenhalten  in  denjenigen  Fragen,  von  denen  das
Wohl  und  Wehe  des  Reichs  abhängt.
(Bravol)
Die  Blockparteien  sollten  ihren  Gegnern  auch  nicht  das  Vergnügen  machen,
sofort  über  Sprengung,  über  Zerfall  des  Blocks  zu  jammern
(ehr  richtig!),
sobald  einmal  der  Block  in  einer  weniger  wichtigen  Frage  nicht  geschlossen
stimmt
(sehr  richtig!  links  und  rechts),
oder  sobald  einmal  Gegensätze  im  Block  zutage  treten.  Es  kommt  auf  die

großen  Entscheidungen  an.
(Bravol)