166  20.  Sparsamkeit.

neuer  Einnahmaquellen  ist  unsere  Aufgabe  für  die  Gesundung  unserer
finanziellen  Verhältnisse  nicht  erschöpft;  ein  Haupterfordernis  bleibt:
Rückkehr  zur  altgewohnten  Sparsamkeit!

(Sehr  richtig!)

Gewiß,  meine  Herren,  für  die  Grundlagen  unserer  Wohlfahrt  und  Größe,
unserer  Macht  und  unserer  Sicherheit,  für  Heer  und  Flotte  ist  das  Beste
gerade  gut  genug.

(Sehr  richtig!))

Wir  können  und  wir  dürfen  nicht  sparen  auf  Kosten  unserer  Schlagfertigkeit
  und  des  Friedens  des  Landes.  Dazu  ist  unsere  geographische  Lage
eine  zu  ungünstige.  Aber  jede  andere  Ausgabe  muß  auch  in  den  Militärressorts
  —  darin  bin  ich  der  Zustimmung  und  der  Unterstützung  der  verdienstvollen
  Chefs  der  Heeres=  wie  der  Marineverwaltung  gewiß  —  dreimal
überlegt  werden.

(Sehr  richtig!  links.)

Und  auf  allen  Gebieten  der  Staats=  wie  der  Reichswirtschaft  gibt  es
Gelegenheit  genug  zum  Sparen,  in  den  Bauten  und  Einrichtungen  unserer
Betriebsverwaltungen  wie  in  den  Zuschußverwaltungen.

Meine  Herren,  Regierung  und  Parlamente  müssen  auf  diesem  Felde
zusammenwirken,  sie  müssen  Hand  in  Hand  gehen;  denn  intra  muros
Deccatur  et  extra.  Der  Herr  Abgeordnete  v.  Pappenheim,  dem  ich  aufrichtig
  wünsche,  daß  er  sich  von  seinem  gestrigen  Unwohlsein  erholt  haben
möchte,  hat  das  gestern  in  sehr  zutreffender  Weise  anerkannt.  Die  Parlamente
  tragen  auch  Schuld  an  der  Finanzmiserc,  in  die  wir  hineingeraten  sind.

(Sehr  richtig!  rechts.)

Sie  müssen  aufhören,  immer  auf  neue  Ausgaben  zu  drängen,  um  Wünsche
ihrer  Wähler  zu  erfüllen  und  um  sich  bei  den  Wählern  lieb  Kind  zu  machen.

(Sehr  richtig!)

Solche.  captatio  benevolentiae  gegenüber  den  Wählern  darf  nicht  zu  weit
gehen.  Ich  will  es  ja  nicht  tragisch  nehmen,  aber  es  ist  doch  ein  Zeichen,
wie  die  Parlamente  aufgehört  haben,  sparsam  zu  wirtschaften,  wenn  in
diesem  Hohen  Hause  bei  der  Beratung  der  Eisenbahnvorlagen  Wünsche
geäußert  werden,  deren  Erfüllung  —  mein  Herr  Nachbar,  der  Finanzminister,
  und  ich  haben  es  zusammen  ausgerechnet  —  die  Schuldenlast
um  Milliarden  vermehren  würde.  Im  Reiche  ist  es  durchaus  nicht  besser,