Juni  1909.  227

des  Herzens,  Ihnen  bei  dieser  Gelegenheit  für  die  Hingebung  und  Aufopferung,  mit
denen  Sie  in  den  verschiedensten  Amtern  und  Stellungen  Ihrer  ehrenvollen  und  segensreichen
  Dienst-Laufbahn  Meinen  Vorfahren,  Mir  und  dem  Vaterlande  so  hervorragende
Dienste  geleistet  haben,  Meinen  wärmsten  Dank  auszusprechen.  Gott  der  Herr  schenke
Ihnen  nach  einem  so  taten=  und  arbeitsreichen  Leben  noch  viele  Jahre  ungetrübten
Glückes.  Indem  ich  Ihnen  als  äußeres  Zeichen  meiner  Dankbarkeit,  Anerkenmung  und
Zuneigung  den  hohen  Orden  vom  Schwarzen  Adler  mit  Brillanten  verleihe  und  die
Insignien  desselben  hierneben  zugehen  lasse,  verbleibe  Ich  Ihr  Ihnen  stets  wohlgeneigter,
dankbarer  Kaiser  und  König
Wilhelm  I.  R.
Berlin,  im  Schloß  den  14.  Juli  1909.

An  den  Fürsten  v.  Bülow“.

Zu  seinem  Nachfolger  wurde  am  selben  Tage  der  bisherige  Staatssekretär  des
Reichsamtes  des  Innern,  Ir  von  Bethmann  Hollweg  ernannt.

Über  die  Motive  seines  Rücktritts  hatte  sich  Fürst  Bülow  mehrfach  durch  offiziöse
Artikel  der  „Norddeutschen  Allgemeinen  Zeitung“  und  der  „Süddentschen  Reichskorrespondenz“
  ausgesprochen  und  am  ausführlichsten  in  einer  Unterredung  mit  dem  Chefredakteur
  des  „Hamburgischen  Korrespondenten",  v.  Eckardt,  am  13  Juli,  die  unter  den
nichtamtlichen  Kundgebungen  des  Rocichskanzlers  in  diesem  Bande  mitgeteilt  ist.