Febrnar  1907.  243

hat,  erkenne  ich  rückhaltlos  an.  Ich  hoffe  aber  auch,  daß  mir  bei  den
künftigen  Bemühungen  der  verbündeten  Regierungen  zur  Abstellung  sozialer
Mißstände  und  zur  Milderung  der  wirtschaftlichen  Gegensätze  die  wertvolle
Unterstützung  des  Zentralverbandes  nicht  fehlen  wird.
Mit  vollkommenster  Hochachtung  bin  ich  des  verehrlichen  Direktoriums
ergebener
Bülow.

III.  Nach  der  Wahl.

Auf  die  Meldung  vom  Siege  der  bürgerlichen  Parteien  in  Königsberg  antwortete
  der  Reichskanzler  an  den  „Freien  Wahlausschuß  reichstreuer  Wähler“:
Herzlichen  Glückwunsch  zu  dem  schönen  Erfolg.  Daß  die  alte  preußische
Königsstadt  der  nationalen  Sache  wiedergewonnen  ist,  sei  ein  gutes  Omen
für  die  Zukunft  des  Vaterlandes.
Reichskanzler  Fürst  Bülow.

Nach  Magdeburg  anden  „Wahlausschuß  der  vereinigten  bürgerlichen  Parteien“:
Hocherfreut  durch  den  Sieg  der  nationalen  Parteien  Magdeburgs
danke  ich  Ihnen  für  die  im  Wahlkampf  bewiesene  Hingabe  und  Einigkeit.

Möge  das  gute  Beispiel  weiter  wirken.
Reichskanzler  Fürst  Bülow.

Nach  Bremen  (an  den  Generaldirektor  des  Norddeutschen  Lloyd,  Dr  Wiegand):
Sehr  erfreut  durch  die  gute  Nachricht,  sende  ich  Ihnen  aufrichtigen
Glückwunsch.  Möge  der  Sieg,  den  in  Bremen  vaterländischer  Sinn  und
einheitliches  Vorgehen  errungen  haben,  vorbildlich  für  die  Stichwahlen  werden.

Der  „Münchener  Zeitung“  ging  auf  eine  Anfrage  folgendes  Telegramm
des  Reichskanzlers  zu:

Daß  die  verbündeten  Regierungen  eine  Verschlechterung  des  Wahlrechts
  planen,  ist  erfunden.

Pinneberg,  an  Landrat  Geh.  Regierungsrat  Scheiff:
Berlin,  3.  Februar  1907.
Herzlichen  Dank  für  Ihre  Meldung.  Ich  beglückwünsche  meinen
Geburtskreis  zu  diesem  schönen  Erfolg  und  freue  mich,  daß  über  meiner
lieben  Heimat  wieder  die  nationale  Flagge  weht.
Reichskanzler  Fürst  Bülow.
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