246  V.  Weber.  —  VI.  Rottenburg.  —  VII.  Boetticher.

zugehen.  Nach  Lage  der  Sache  war  die  Möglichkeit  eines  Eingreifens
für  mich  nicht  gegeben.  Gern  benutze  ich  aber  die  Gelegenheit,  um  Euer
Hochwohlgeboren  meine  anfrichtige  Genugtuung  über  die  treue  und  tapfere
Arbeit  auszusprechen,  welche  die  Deutsche  Zeitung  während  des  Wahlkampfes
  geleistet  hat.  Ich  stehe  nicht  an,  ein  sehr  wesentliches  Verdienst
an  dem  günstigen  Ausgang  dieses  Kampfes  dem  auf  das  Ganze  blickenden,
von  Sonderrücksichten  nicht  gehemmten  Wirken  der  unabhängigen  nationalen
Presse  zuzuschreiben.
Ju  besonderer  Hochachtung
Euer  Hochwohlgeboren
ergebener

(gez.)  Bülow.

V.  An  Liz.  Weber.

Auf  einen  Glückwunsch  im  Namen  des  Gesamtverbandes  der  evangelischen  Arbeitervereine
  wegen  des  Wahlausganges  antwortete  Fürst  Bülow:

Berlin,  den  10.  Februar  1907.
Euer  Hochehrwürden  bitte  ich,  für  den  mir  freundlichst  übermittelten
Glückwunsch  des  Gesamtverbandes  der  evangelischen  Arbeitervereine
Deutschlands  zum  Ausfall  der  Reichstagswahlen  meinen  herzlichen  Dank
entgegenzunehmen.  Ich  danke  besonders  dafür,  daß  Ihre  Arbeitervereine
ihr  Wort,  zur  nationalen  Fahne  zu  stehen,  so  treulich  eingelöst  haben.
Möchte  dies  gute  Beispiel  in  der  deutschen  Arbeiterschaft  Nachfolge  finden!
Das  mir  übersandte  Programm  Ihres  Ausbildungskursus  interessiert

mich  lebhaft.
In  aufrichtiger  Wertschätzung
Euer  Hochehrwürden  sehr  ergebener
Bülow.

VI.  Zum  Tode  des  Wirkl.  Geh.  Rats  v.  Rottenburg.

Am  14.  Februar  war  der  damalige  Kurator  der  Universität  Bonn,  von  Rottenburg,
der  von  1881—1890  vortragender  Rat  in  der  Reichskanzlei  unter  dem  Fürsten  Bismarck
  gewesen  war,  gestorben.  Fürst  Bülow  richtete  an  den  Sohn  des  Verstorbenen
das  folgende  Beileidsschreiben: