Februar  und  März  1907.  247

Berlin,  15.  Februar  1907.

Die  Nachricht  von  dem  plötzlichen  Hinscheiden  Ihres  Herrn  Vaters,
dem  ich  mich  seit  langen  Jahren  in  aufrichtiger  Freundschaft  verbunden
fühlte,  hat  mich  schmerzlich  bewegt.  Ich  bitte  Sie,  zugleich  im  Namen
meiner  Frau,  den  Ausdruck  unserer  herzlichen  Teilnahme  entgegenzunehmen.
  Der  Verlust  eines  so  bedeutenden  Vaters  ist  sicherlich  besonders
schwer  zu  tragen,  dafür  ist  aber  der  das  Grab  überdauernde  geistige  Zusammenhang
  um  so  inniger.  Möchte  Ihnen  das  Bild  des  Verewigten
beratend  und  ermutigend  im  Leben  zur  Seite  stehen.

Reichskanzler  Fürst  v.  Bülow.

VII.  Tod  v.  Boettichers.

Beim  Tode  des  Staatsministers  Dr  v.  Boetticher  (6.  März)  sandte  Fürst  Bülow
der  Witwe  folgendes  Telegramm:

Schmerzlich  bewegt  durch  die  Nachricht  von  dem  Oinscheiden  Ihres
Herrn  Gemahls,  bitte  ich  Sie,  den  Ausdruck  meiner  herzlichsten  Teilnahme
entgegenzunehmen.  Das  Vaterland  verliert  in  ihm  einen  bedeutenden
Staatsmann  und  einen  Mitarbeiter  an  dem  unvergeßlichen  Werke  Kaiser
Wilhelms  und  seines  großen  Kanzlers.  Ich  selbst  betrauere  den  Verewigten
als  einen  bei  großen  Aufgaben  bewährten  Patrioten.

VIII.  Beim  dentschen  Landwirtschaftsrat.

Wie  alljährlich,  wenn  es  möglich  war,  nahm  der  Reichskanzler  auch  1907  an  dem
Festmahle  des  deutschen  Landwirtschaftsrats  (14.  März)  teil  und  hielt  dabei  die  folgende
Rede:

Meine  Herren,  ich  danke  den  Herren  Vorrednern  für  ihre  freundliche
  Begrüßung.  Ich  danke  Ihnen  allen,  meine  Herren,  für  die  Zustimmung,
  die  diese  Worte  bei  Ihnen  gefunden  haben.  Nach  einem  für  das
Land  und  für  mich  bewegten  Jahr  stehe  ich  wieder  vor  dem  deutschen
Landwirtschaftsrat.  Ein  ernster  und  schwerer  politischer  Kampf  liegt  hinter
uns,  der  viel  Aufregung  hervorgerufen,  aber  auch  gesunden  Sinn,  kräftiges