250  VIII.  Beim  deutschen  Landwirtschaftsrat.

Und  warum,  meine  Herren,  war  ich  das  und  bin  es  und  werde  es  bleiben?
Weil  eine  vernünftige,  agrarische  Politik  meiner  vollen  Uberzeugung
entspricht,  weil  sie  sich  wirtschaftlich  und  politisch  wohl  bewährt  hat.  Ich
sage  politisch  auch  im  Rückblick  auf  die  Wahlen.  Mit  Recht  hat  mein  Freund,
Herr  von  Oldenburg,  darauf  hingewiesen,  daß  wir  dem  braven  Schwein
Dank  schulden.
(Stürmische  Heiterkeit.)
Gar  manchen  Abgeordneten  hat  es  durch  den  reißenden  Wahlstrom  getragen.
  Schon  darum  gebe  ich  es  nicht  preis,  sondern  schütze  es  vor
Pestilenz.
(Bravol)

Daß  aber  diese  meine  Politik  sich  auch  wirtschaftlich  bewährt  hat,  beweist
die  gegenwärtige  wirtschaftliche  Lage.

(Sehr  richtig!)
Die  Landwirtschaft  fängt  an  sich  endlich  zu  erholen,  die  Industrie  blüht.
Das  Gedeihen  des  einen  Erwerbszweiges  ist  aber  kein  Schaden  für  den
anderen.  Die  Industrie  kann  um  so  gewisser  auf  eine  ruhige  und  stetige
Entwicklung  rechnen,  je  mehr  sie  sich  den  inneren  Markt  sichert.

(Sehr  richtig!)
Die  Landwirtschaft  kann  eine  blühende  Industrie  vertragen,  denn  sie  hat
in  der  Industrie  einen  hervorragenden  Konsumenten.

(Sehr  richtig!)
Ich  weiß  wohl,  meine  Herren,  daß  eine  industrielle  Hochkonjunktur  Nachteile
  für  die  Landwirtschaft  mit  sich  bringt  infolge  des  Arbeitermangels.
Do  ist  es  die  Aufgabe  der  Staatskunst  und  der  berufenen  Organe  der  Landwirtschaft,
  durch  planmäßige  Ansiedlungen  und  Seßhaftmachung  der  Arbeiter
  Wandel  zu  schaffen.  Ich  vertraue,  daß  mein  verehrter  Kollege,
der  neue  Landwirtschaftsminister,  den  Spuren  seines  vortrefflichen  Vorgängers
  folgend,

(stürmischer  Beifall.)

auch  diese  Frage,  wie  das  Problem,  das  große  Problem  der  Entschuldung
zu  einem  günstigen  Abschluß  führen  wird.  An  meiner  Hilfe  wird  es  ihm
nicht  fehlen.

(Lebhaftes  Bravol)

Und  nun  noch  eins.  Ich  will  dankbar  anerkennen,  daß  mich  die  Landwirtschaft
  und  daß  mich  insbesondere  der  Bund  der  Landwirte  nicht  im