340  LV.  Bismarck.  —  LVI.  Städteordnung.  —  LVII.  Zum  10.  und  17.  Nov.  1908.

wie  ehrenvoll  es  für  mich  ist,  an  der  Spitze  der  Vereinigung  zu  stehen.
Möge  das  geplante  Werk  seiner  Vollendung  rasch  entgegengehen  am  Ufer
unseres  Rheins  als  neuer  Markstein  großer  Zeit,  als  Wahrzeichen  unserer
Einheit,  zum  dauernden  Gedächtnis  für  die  kommenden  Geschlechter.

(gez.)  Reichskanzler  Fürst  Bülow.

LVI.  Zur  Zundertjahrfeier  der  Städtrordnung.

Die  „Königsberger  Hartungsche  Zeitung“  hatte  zum  19.  November  1908  eine  Festschrift
  herausgegeben,  in  der  Stadtvertreter  und  Gelehrte  mit  der  Städteordnung  in
Zusammenhang  stehende  Fragen  beleuchteten  und  für  die  auch  Staatsmänner  um
Außerungen  gebeten  worden  waren.  Die  des  Fürsten  Bülow  lautete:

Die  Städtcordnung  war  das  letzte  Gesetz,  das  unter  dem  Namen  des
Freiherrn  vom  Stein  im  Herbst  des  Jahres  1808  vor  seiner  Entlassung
ergangen  ist.  Die  Königsberger  Bürgerschaft  hatte  dem  Werke  vorgearbeitet.
  Der  Königsberger  Polizeidirektor  Frey  war  Steins  wertvollster
Mitarbeiter.  In  Königsberg  hat  Friedrich  Wilhelm  III.  das  Gesetz  vollzogen.
  In  Königsberg  und  Elbing  ist  die  neue  Ordnung  zuerst  erprobt
und  bewährt  worden.  So  ziemt  es  sich  wohl,  daß  die  Vertreter  der  Städte
Preußens  jetzt  nach  hundert  Jahren  auf  Königsberger  Boden  die  Erinnerung
an  jene  Tat  feiern,  welche  den  Grund  zu  der  neuen  Blüte  städtischen  Wesens
legte  und  aus  trüber  Zeit  als  Zeugnis  festen  Bürgersinns  und  staatsmännischer
  Weisheit  in  eine  hellere  Gegenwart  herüberleuchtet.

LVII.  Kundgebungen  zu  der  Rede  vom  10.  Nov.  und  der
kaiserlichen  fundgebung  vom  17.  Uov.  1908.

Der  konservative  Verein  für  Halle-Saalkreis  hatte  seine  Freude  darüber  ausgesprochen,
  daß  das  deutsche  Volk  von  der  bangen  Sorge  der  Möglichkeit  eines  Wechsels
in  der  Führung  des  höchsten  Staatsamtes  befreit  sei.

Der  Reichskanzler  antwortete  wie  folgt  1):

Dem  konservativen  Verein  danfe  ich  für  sein  freundliches  Telegramm.
Mit  dem  deutschen  Volke  freuc  ich  mich  des  Ergebnisses  des  gestrigen  Tages,
der  uns  dem  edlen  Sinne  unseres  Kaisers  aufs  neue  zu  innigem  Danke
verpflichtet.

Fürst  Bülow.

1)  Nordd.  Allg.  Ztg.  21.  November  1908.