364  LXXIV.  Kopp.  —  LXXV.  Engl.  Geistliche.  —  LXXVI.  Prof.  Bekker.

Mögen  Ihnen  die  Freude  an  der  Arbeit  und  der  rheinische  Humor  niemals
ausgehen.
Reichskanzler  Fürst  Bülow.

LXXIV.  Kardinal  Kopp.

Der  Kardinal-Fürstbischof  von  Breslau  Dr  v.  Kopp  war  im  Jahre  1909  sehr
schwer  erkrankt.  Der  Reichskanzler  erkundigte  sich  mehrfach  nach  dem  Befinden  des  Erkrankten
  und  richtete  u.  a.  (2.  Juni  1909)  an  den  Dompropst  Dr  König  in  Breslau
folgendes  Telegramm:

Für  die  mich  sehr  erfreuende  Nachricht  von  der  Besserung  im  Befinden
des  Kardinals-Fürstbischofs  danke  ich  Ihnen  aufrichtig.  Ich  hoffe  von
Herzen,  daß  wir  uns  bald  der  völligen  Genesung  Seiner  Eminenz  erfreuen
dürfen,  dem  ich  die  innigsten  Wünsche  zu  übermitteln  bitte.

In  der  Genesung  telegraphierte  Dr  v.  Kopp  am  14.  Juni  1909:  „Begrüße  dankbar
Euere  Durchlaucht  vom  Krankenbette  bei  langsam  fortschreitender  Genesung",  worauf
der  Reichskanzler  telegraphisch  erwiderte:

Aufrichtig  erfreut,  von  Euerer  Eminenz  wieder  direkt  zu  hören,  danke
ich  herzlich  für  freundliche  Begrüßung.  Möchten  Euere  Eminenz  recht
bald  wieder  in  voller  Kraft  für  das  Wohl  Ihrer  Diözese  und  des  Vaterlandes
  wirken  können.

Reichskanzler  Fürst  Bülow.

LXXV.  An  die  Vertreter  der  englischen  Geistlichkeit.

Im  Juni  1909  fand  ein  Besuch  zahlreicher  Vertreter  der  englischen  Geistlichkeit  in
Deutschland  statt.  Bei  dem  offiziellen  Festmahl  im  Landesausstellungspark  am  11.  Juni
verlas  UDr  v.  Studt  folgendes  Telegramm  des  Reichskanzlers:

Eure  Cxzellenz  bitte  ich,  den  Vertretern  derchristlichen  Kirchen  Englands,
deren  Hiersein  Sie  heute  feiern,  mein  lebhaftes  Bedauern  auszusprechen,
daß  ich  verhindert  bin,  in  ihrer  Mitte  zu  erscheinen.  Ich  ergreife  aber  gern
diese  Gelegenheit,  um  unsere  Gäste  im  Namen  der  kaiserlichen  Regierung
auf  deutschem  Boden  in  der  Hauptstadt  des  Deutschen  Reiches  willkommen
zu  heißen  und  sie  zu  versichern,  daß  ihre  auf  den  Frieden  gerichteten  Bestrebungen
  bei  mir  und  der  kaiserlichen  Regierung  allzeit  Förderung  finden
werden.  Als  Verkünder  des  Friedens  Gottes  auf  Erden  sind  die  Vertreter
der  christlichen  Kirchen  Englands  zusammen  mit  den  Geistlichen  anderer
Länder  besonders  berufen,  für  den  VBölkerfrieden  zu  wirken  und  friedens-