366  LXXVII.  Gymnasiallehrer.  —  Langerhans.  —  Banernbund.  —  LXXX.  Abschied.

Ich  habe  nie  die  anregenden  Stunden  vergessen,  die  ich  damals  in  Ihrem
Hause  verleben  durfte.
Ich  verbleibe  mit  der  Versicherung  aufrichtiger  Verehrung
Euerer  Exzellenz
sehr  ergebener
Bülow.

LXXVII.  An  die  Gymnasiallehrer.

Der  Vorsitzende  der  Delegiertenkonferenz  der  Provinzialvereine  akademisch  gebildeter
Lehrer  Preußens,  Gymnasialdirektor  Dr  Mertens,  hatte  nach  Verabschiedung  der
Besoldungsvorlage,  die  die  Gleichstellung  der  Oberlehrer  mit  den  Amts=  und  Landrichtern.
im  Höchstgehalt  brachte,  dem  Reichskanzler  für  seine  tatkräftige  Unterstützung  der  Vorlage
den  Dank  der  Gymnasiallehrer  Preußens  ausgesprochen.  Fürst  Bülow  antwortete  darauf:

Berlin,  den  17.  Juni  1909
Euer  Hochwohlgeboren
haben  mich  durch  das  Schreiben  vom  10.  d.  M.,  das  Sie  in  Ihrer  Eigenschaft
  als  Vorsitzender  der  Delegiertenkonferenz  der  Provinzialvereine
akademisch  gebildeter  Lehrer  Preußens  an  mich  gerichtet  haben,  sehr  erfreut.
Daß  meine  Bemühungen  für  die  Erfüllung  berechtigter  Wünsche  des  höheren
Lehrerstandes,  über  die  wir  uns  vor  2  Jahren  unterhielten,  nicht  erfolglos
gewesen  sind,  erfüllt  mich  mit  lebhafter  Genugtuung.  Regierung  und
Landtag  des  preußischen  Staates  haben  durch  die  dem  höheren  Lehrerstande
in  der  neuen  Besoldungsordnung  zugewiesene  Stellung  ihrer  hohen  Meinung
von  seiner  Bedeutung  für  unser  nationales  Leben  einen  deutlichen  Ausdruck
  verliehen.  Ich  bin  gewiß,  daß  dies  Ihre  Berufsgenossen  bestärken
wird  in  ihrer  bewährten  Hingebung  an  ihr  schönes  Amt  und  an  ihre  heilige
Aufgabe,  in  den  Herzen  der  ihnen  anvertrauten  Jugend  Reinheit  der  Gesinnung
  und  Begeisterung  für  unser  Vaterland  zu  wecken  und  zu  stärken.
Mit  vorzüglicher  Hochachtung
Euer  Hochwohlgeboren
ergebenster
(gez.)  Bülow.

LXXVIII.  Tod  des  Dr.  Langerhans.
An  den  Sohn  des  verstorbenen  langjährigen  Stadtverordnetenvorstehers  von  Berlin,
Dr.  Langerhans,  richtete  der  Reichskanzler  folgendes  Schreiben:
Berlin,  den  23.  Juni  1909.

Euer  Hochwohlgeboren
bitte  ich  bei  dem  Hinscheiden  Ihres  Herrn  Vaters  den  Ausdruck  meinen