Juni,  Juli  1909.  367

aufrichtigen  Teilnahme  entgegennehmen  und  ihn  auch  den  anderen  Hinterbliebenen
  übermitteln  zu  wollen.  Die  vorbildliche  Hingebung,  mit  der  der
Entschlafene  seine  hervorragende  Arbeitskraft  in  den  Dienst  des  Gemeinwohls
  und  besonders  seiner  Heimat,  der  Reichshauptstadt,  gestellt  hat,
sichert  ihm  ein  ehrenvolles  Andenken.
Mit  der  Versicherung  größter  Hochachtung
Euer  Hochwohlgeboren
ergebener
(gez.)  Bülow.

LXXNIN.  Dentscher  Bauerubund.

Am  6.  Juli  1909  war  in  Gnesen  ein  deutscher  Bauernbund  begründet  worden,
der  die  Bauern  Deutschlands  zusammenfassen  sollte  zu  einer  besonderen  Organisation
gegenüber  dem  „Bund  der  Landwirte“,  dem  eine  allzu  einseitige  Vertretung  der  Großgrundbesitzerinteressen
  vorgeworfen  wurde.  Da  der  Rücktritt  des  Kanzlers  damals  schon
feststand,  sendete  die  Gnesener  Versammlung  an  ihn  ein  Telegramm,  in  dem  dem  Bedauern
  über  die  Zertrümmerung  des  Blocks  Ausdruck  gegeben  war,  die  zur  Erschütterung
der  deutschen  Ostmarkenpolitik  führen  müsse  und  das  Deutsche  Reich  eines  so  hervorragenden
  Staatsmannes,  wie  des  Fürsten  Bülow,  beraube.

Fürst  Bülow  antwortete  mit  nachstehendem  Telegramm:

Berlin,  den  7.  Juli  1909.
An  das  Präsidium  des  Deutschen  Bauerubundes,  Gnesen.
Für  Ihre  telegraphische  Begrüßung  besten  Dank.  Die  Stärkung  des
Deutschtums  in  der  Ostmark  und  der  Schutz  der  deutschen  Landwirtschaft
sind  Lebensbedürfnisse  unseres  Volkes.  Daran  wird  weder  eine  neue
Gruppierung  der  Parteien  noch  ein  Personenwechsel  in  der  Regierung
etwas  ändern  können.
Reichskanzler  Fürst  Bülow.

LXXX.  Der  Abschied  vom  Auswärtigen  Amt.

Am  10.  Juli  fand  bei  dem  Fürsten  Bülow  im  Kongreßsaal  des  Reichskanzlerpalais
ein  Essen  statt,  bei  dem  er  sich  von  den  Herren  des  Auswärtigen  Amts  verabschiedete.
Auf  eine  Ansprache  des  Staatssekretärs  v.  Schön  antwortete  der  Fürst  folgendes:

Ich  danke  Euerer  Exzellenz  für  Ihre  gütigen  Worte,  ich  danke  Ihnen
allen,  meine  Herren,  für  die  Aufnahme,  welche  Sie  diesen  Worten  bereitet
haben.  Ich  habe  Sie  gebeten,  meine  Herren,  sich  heute  noch  einmal  um
meinen  Tisch  zu  versammeln,  weil  es  mir  ein  Bedürfnis  ist,  Ihnen  bei
meinem  Scheiden  aus  dem  Allerhöchsten  Dienst  persönlich  zu  danken  für