Juli  1909.  381

4)  Gewerbe  und  Handel.

Auf  ein  Schreiben  des  Präsidenten  des  Deutschen  Handelstages,  Stadtältesten
Kacmpf,  erging  folgende  Antwort:

Euer  Hochwohlgeboren  und  der  Deutsche  Handelstag  haben  mich
sehr  erfreut  durch  das  liebenswürdige  Schreiben  vom  19.  d.  M.,  in  dem
Sic  für  meine  Arbeit  an  der  Entwicklung  des  dentschen  Handels  und
der  deutschen  Industric  so  warme  Worte  der  Anerkennung  finden.
Ich  bitte,  meinen  aufrichtigen  Dank  dafür  entgegenzunehmen.

Fürst  v.  Bülow.

An  den  Berliner  Tischlerobermeister  Rahardt  schricb  Fürst  Bülow  aus  Norderncy
unterm  27.  Juli:

Euer  Hochwohlgeboren  danke  ich  aufrichtig  für  den  freundlichen  Scheidegruß,
  den  Sie  an  mich  gerichtet  haben.  Ich  freue  mich,  von  Ihnen  bestätigt
zu  sehen,  daß  meine  Politik  den  berechtigten  Interessen  des  Mittelstandes
  und  damit  der  Erhaltung  vieler  selbständiger  Existenzen  gedient
hat,  dic  für  die  Gesundheit  unseres  sozialen  Lebens  von  großer  Bedeutung
sind.  Ich  fürchte  nicht,  daß  diese  mittelstandsfreundliche  Politik  in  Zukunft
verlassen  wird,  bin  vielmehr  überzeugt,  daß  eine  politische  und  wirtschaftliche
  Notwendigkeit  dahin  führt,  an  ihr  wie  überhaupt  an  einem  ausreichenden
  Schutz  unserer  produzierenden  Arbeit  festzuhalten.

In  ausgezeichneter  Hochachtung
Ihr  ergebenster
(gez.)  Fürst  v.  Bülow.
e)  Verkehr.

Der  Generaldirektor  der  Hamburg—Amerika-Linie,  Ballin,  hatte  an  den
Fürsten  v.  Bülow  folgendes  Telegramm  gerichtet:  Euerer  Durchlaucht  Kanzlerzeit  hat
die  stärkste  Entwicklung  und  reichste  Blüte  von  Industrie,  Handel  und  Verkehr  gesehen,
die  Deutschland  jemals  erlebt  hat.  Und  bis  zuletzt  haben  Euere  Durchlaucht  verhindert,
daß  die  schlimmsten  Anschläge  auf  die  Freiheit  und  Kraft  unseres  Wirtschaftslebens
Gesetz  geworden  sind.  Wenn  Euer  Durchlaucht  nunmehr  aus  Ihrem  hohen  Amte
scheiden,  so  finden  wir  darin  den  Beweis,  daß  Sie  eine  verkehrsfeindliche  Politik,
wie  sie  auch  in  den  jetzt  genehmigten  Steuern  gegen  Handel  und  Wandel  zum  Ausdruck
  kommt,  nicht  führen  können  und  wollen.  Für  diese  Ihre  Fürsorge  für  Deutschlands
  wirtschaftliche  Interessen  daheim  und  in  der  Welt  bleiben  Euerer  Durchlaucht
die  Vertreter  von  Handel,  Gewerbe  und  Industrie  zu  unwandelbarer  Dankbarkeit
verpflichtet.  Zum  Gedächtnis  dessen  werde  ich  der  Hamburg—Amerika-Linie  vorschlagen,
  den  nächsten  größeren  Dampfer  durch  den  Namen  „Fürst  v.  Bülow“  zu  ehren.
(gez.)  Ballin.

Fürst  Bülow  sandte  folgendes  Antworttelegramm:
Generaldirektor  Ballin,  hier,  Esplanade-Hotel.
Herzlichen  Dank  für  Ihr  freundliches  Telegramm.  Die  meiner  politischen.