384  LXXXIV.  Abschied.

g)  Städte.
Hamburg.

Am  Tage  des  Rücktritts,  14.  Juli,  ließ  Fürst  Bülow  dem  Präsidenten  des  Ham—

burger  Senats,  Bürgermeister  Dr  Burchard,  folgendes  Schreiben  zugehen:
Berlin,  14.  Juli  1909.

Ew.  Magnifizenz  haben  mir  während  meiner  Amtstätigkeit  stets
Vertrauen  und  Wohlwollen  entgegengebracht  und  mir  durch  diese  Gesinnung
und  die  unwandelbare  Bundestreue  der  Freien  Stadt,  an  deren  Spitze
Ew.  Magnifizenz  stehen,  die  Erfüllung  meiner  Amtspflichten  in  wirksamer
und  wertvoller  Weise  erleichtert.  Ich  empfinde  es  daher  als  eine  Pflicht
und  persönliches  Bedürfnis,  Ew.  Magnifizenz  und  dem  Senat  der  Freien
Stadt  Hamburg  beim  Scheiden  aus  meinem  Amt  meinen  tiefgefühlten
Dank  für  die  mir  bewiesene  Gesinnung  auszusprechen.  Ich  verlasse  den
Posten,  auf  den  mich  das  gnädige  Vertrauen  meines  kaiserlichen  Herrn
gestellt  hatte,  mit  dem  aus  vollem  Herzen  kommenden  Wunsche,  daß  Kaiser
und  Reich  einer  glücklichen  und  ruhmvollen  Zukunft  entgegengehen  und
daß  die  Freie  Stadt  Hamburg  weiterhin  blühen  und  gedeihen  möge.  Mit
der  Bitte,  daß  Ew.  Magnifizenz  und  der  Senat  der  Freien  Stadt  Hamburg
mir  auch  fernerhin  dieselbe  wohlwollende  Gesinnung  bewahren  mögen,
verbleibe  ich  Ew.  Magnifizenz  sehr  ergebener

(gez.)  Fürst  v.  Bülow.
Ein  Schreiben  gleichen  Inhalts  sandte  der  Fürst  auch  an  den  Bremer  Senat.

Berlin.

Auf  die  Mitteilung,  daß  der  Magistrat  von  Berlin  dem  Babelsberger  Platz  den
Namen  Fürst-Bülow-Platz  gegeben  habe,  richtete  Fürst  Bülow  an  den  Oberbürgermeister
Kirschner  nachstehendes  Schreiben:

Hochverehrter  Herr  Oberbürgermeister!

Ihnen  und  dem  Magistrat  der  königlichen  Haupt=  und  Residenzstadt
danke  ich  aufrichtig  für  die  Ehrung,  die  Sie  mir  durch  die  Benennung  eines
Berliner  Platzes  nach  meinem  Namen  erwiesen  haben.  Es  ist  mir  ein
sympathischer  Gedanke,  daß  mein  Name  nunmehr  mit  einem  Stadtteil
verknüpft  ist,  der  so  deutlich  und  groß  die  kraftvoll  aufbauende  Entwicklung
des  städtischen  Gemeinwesens  erkennen  läßt.  Wenn  ich  jetzt  Berlin  verlasse,
so  geschieht  es  mit  den  wärmsten  Wünschen  für  das  Glück  und  fernere
Gedeihen  der  Stadt  und  ihrer  Bürgerschaft.

In  aufrichtiger  Verehrung  bin  ich,  hochverehrter  Herr  Oberbürgermeister

Ihr  sehr  ergebener
(gez.)  Bülow.