machl,  an  diesen  mir  so  vertrauten  Stätten  densel—
ben  freudigen  Empfang  zu  finden  wie  in  Dresden,
Wien,  Bayern  und  Jena.  Je  näher  ich  meiner  alten
  Heimat  aus  der  Kinderzeit  kam,  desto  wohltuender
  empfand  ich  dieses  herzliche  Willkommen
meiner  alten  Kreisgenossen.  Ich  kann  wohl  sagen,
daß  ich  zu  Ihnen  gehöre;  denn  bis  zu  meinem
  32.  Lebensjahre  habe  ich  die
Luft  des  Naugarder  Kreises  geatmet.“


Ihrer  Anhänglichkeit  und  Verehrung  für  ihren
großen  Mitbürger  gab  die  Stadt  dadurch  Ausdruck,
  daß  sie  ihm  auf  dem  Marktplatze  ein  Stand-Unser

  Dommerland  5

bild  errichtete,  und  seit  1897  schaut  die  erzgegossene
  Gestalt  des  Gründers  des  deutschen  Reiches
herab  auf  den  Platz,  über  den  er  in  frischen  Jugendjahren
  so  oft  geschritten  und  an  dem  er  oft  und
gern  beim  vollen  Glase  geweilt  hatte.

Das  alte  Kniephöfer  Herrenhaus  hat  1869
einem  Neubau  weichen  müssen,  und  auch  von  den
übrigen  Gebäuden  aus  jener  Zeit  ist  nichts  mehr
vorhanden.  Doch  die  Kronen  der  alten  Eichen  im
Park  rauschen  noch  wie  einst,  und  als  teuren  Besitz
bewahrt  das  neue  Haus  neben  mancher  anderen
Erinnerung  die  Wiege,  an  der  dem  Recken  die  ersten
  Kinderlieder  gesungen  worden  sind.

Der  Demantberg.

Mir  klingt  in  dieser  sehönen  Feierstunde

Aus  meiner  Kindbeit  eine  Uundermär,

Mieh  lockt  der  Zauber  einer  alten  Kunde,
Und  vor  mir  liegt  mein  Jugendland  am  Meer.

Es  Keigt  bervor  der  Demantberg  dort  wieder,
Auf  dem  nach  tausend  Jabren,  g'rade  jetzt,
Ein  Vöglein  aus  dem  Himmel  sich  läßt  niecer,
Das  berrlich  singt  und  sich  den  Schnabel  wetzt.

Und  wenn  der  Meilenkulus  abgetragen,
Dann  rückt  der  Zeiger  an  der  Mleltenuhr,
Die  für  die  Swigkeit  muß  Stunden  sehlagen,
Heh,  eine  einzige  Sekunde  nur.

Ich  babe  gern  und  oft  in  spätern  Cagen
Zurüchgedacht  an  dieses  schöne  Land,

In  seine  Cälder,  Dünen,  Seen  und  Sagen,
Und  bab  den  Sinn  vom  Demantberg  erkannt.

C.  Kamke.

Es  liegt  der  sehöne  Ecdelkein  vergraben
Im  Volhke  selbst  so  ungefälseht  und  klar,
Es  ist  der  Volkscharahbter,  boch  erbaben,
Es  ist  das  Berz  im  Volke,  treu  und  wabr.

Ein  Mlort,  ein  Mann,  drauf  kann  man  sich  verlassen,
Es  steht  ganz  felfenfest  „wat  bei  bett  seggt“",

Mit  fester  Pand  bält  er,  wenn  es  beißt  fassen,
Vor  Gott  ist  er  und  seinem  Brucer  ecbt.

Und  wir,  die  beute  abend  bier  zusammen

Als  Volkserzieber  von  der  „Ulaterkant“,

Laßt  ebren  uns  das  Volk,  von  dem  wir  stammen,
Laßt  stolz  uns  sein  auf  unser  Dommerlandl!

Laßt  uns  den  sehönen  Ecelltein  bewahren,

Laßt  echt  uns  sein,  ob  leicht,  ob  sehwer  die  Last,
Den  Vätern  gleich  in  Glück  und  in  Gefahren!
So  „denn  man  wierer  tau“  und  „Jungs  hollt  fast!“

Vorgetragen  an  einem  Pommernabend  in  Berlin.