Fũrst  Bismarck  und  wir  im  Pommerland.

Wer  hätte  das  gedacht,  daß  der  hundertste  Geburtstag
  des  deutschen  Staatsbaumeisters,  durch  den  uns  der
himmlische  Baumeister  vor  44  Jahren  das  Deutsche  Reich
wieder  aufrichten  ließ,  so  großartig  gefeiert  werden  würde.
Neunzehn  Jahre  lang  hatte  er  mit  allen  Kräften  dafür
gesorgt,  daß  der  Friede  unter  den  Völkern  Europas
aufrechterhalten  blieb.  Wenn  sich  auch  die  Wolken  im
südöstlichen  Wetterwinkel  noch  so  drohend  zusammen-Von

  D.  Hermann  Petrich-Garfz  a.  0.

werk,  um  das  Deutsche  Reich,  dessen  staatliche  Ordnung
und  Einrichtung  aus  seinem  Geiste  entsprungen  sind.

Aber  noch  aus  einem  anderen  Grunde  sind  wir  mit
dabei,  sein  hundertjähriges  Gedächtnis  zu  feiern.  Denn
er  war  unser,  unser  in  mehr  als  einem  Betracht.  Unter
uns  hat  er  jahrelang  gelebt.  Unter  uns  ist  er  der  Große
geworden,  der  so  Großes  vollbracht  hat.  Unter  uns  hat
er  immer  wieder  neue  Kräfte  zu  neuen  Taten  gesucht

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Omn  S##nr  7370

zogen,  er  bewahrte  seine  eiserne  Ruhe,  erklärte,  die  Sache
wäre  nicht  die  Knochen  eines  einzigen  pommerschen  Grenadiers
  wert,  und  wußte  mit  klüglicher  Hand  die  widerstrebenden
  Mächte  immer  aufs  neue  zusammenzubringen.
Auch  nach  seinem  Abgang  hat  seine  gewaltige  Staatskunst
  noch  fast  ein  Vierteljahrhundert  lang  dieselben  friedlichen
  Früchte  getragen.

Und  heute?  Heute  schießen  alle  Großmächte  Europas
über  seinem  Grabe  Salut,  und  die  Mittel=  und  Kleinmächte
  schütten  das  Pulver  auf  ihre  Pfanne,  und  man
weiß  nicht,  was  noch  werden  will.  Wir  Pommern  aber
sind  mit  dabei,  denn  wir  merken,  es  geht  um  sein  Lebens-„

  „Dm  e  7330
CGer  Fürfst  in  Dealccenen  Zbensaker

S595
Zun  100.  Seburtstas  des  Fürffen  Otto  von  Gismarck.

und  gefunden.  Ich  will  hier  nur  ein  paar  Hauptsachen
davon  erzählen.

Es  begab  sich  jetzt  vor  99  Jahren,  im  Frühling  1816,
daß  vor  dem  einfachen,  langgestreckten  Herrenhause  in
Kniephof  bei  Naugard  ein  Reisewagen  vorfuhr.  Der
Rittmeister  Ferdinand  von  Bismarck,  der  bisher  auf
Schönhausen  an  der  Elbe  gesessen  hatte,  stieg  heraus,
um  diesen  seinen  neuen  Besitz,  der  ihm  mit  den  Nachbargütern
  Külz  und  Jarchelin  erst  unlängst  durch  einen
endlich  entschiedenen  Erbprozeß  zugefallen  war,  hinfort
zu  bewohnen.  Mit  ihm  kamen  seine  Frau  und  seine
beiden  Kinder,  der  sechsjährige  Bernhard  und  der  ein-