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Friedrich  Wilhelm  begann  Unterhandlungen  in  der
Hoffnung,  wenn  irgend  möglich,  den  Frieden  zu  erhalten.
  Aber  Karl  verstand  sich  zu  nichts;  er  lehnte
es  ab,  dem  Könige  die  Belagerungskosten  zu  ersetzen
  und  gab  ihm  anheim,  sich  an  Holstein  zu
halten.  Als  deutscher  Reichsfürst  aber  stellte  er  an
den  Wiener  Hof  den  Antrag,  kraft  kaiserlicher  Autorität
  Preußen  zu  sofortiger  und  bedingungsloser
Rückgabe  Stettins  anzuweisen.  So  handelte  der
leidenschaftliche  Fürst  im  entscheidenden  Moment,
weil  er  glaubte,  durch  den  Schrecken  seines  Namens
  die  Gegner  einzuschüchtern.

Bald  begannen  die  Schweden  die  Feindseligketten.
  Sie  entrissen  den  Preußen  Wolgast,  das
diese,  obgleich  es  nicht  mit  zum  Segquester  gehörte,
besetzt  hielten.  Im  April  1715  erschien  plötzlich
von  Stralsund  aus  der  schwedische  Admiral  Henk
mit  sieben  Schiffen  an  der  Peenemündung,  setzte
Truppen  an  das  Land,  die  die  Peenemünder
Schanze,  sowie  die  Schanze  gegenüber  von  Wolgast
und  die  Stadt  Usedom  wegnahmen.

Fünf  schwedische  Fregatten  segelten  an  der  Anklamer
  Fährschanze  vorüber  in  das  Haff  zur
Swine,  wahrscheinlich  um  den  Uebergang  zur  Insel
  Wollin  zu  decken,  dann  weiter  sich  der  Dievenosv
  zu  bemächtigen.

Nun  verständigte  sich  König  Friedrich  Wilhelm
mit  Hannover  und  schloß  mit  Dänemark  ein  Bündnis,
  das  dieses  verpflichtete,  die  Hälfte  der  zur
Einnahme  Stralsunds  nötigen  Truppen  zu  stellen.
Der  König  folgte  seiner  Armee  nach  Stettin  und
erließ  aus  dem  Feldlager  ein  Rechtfertigungsschreiben
  an  den  Kaeiser.

Am  28.  Juni  brach  Friedrich  Wilhelm  aus  dem
Lager  von  Stettin  auf  in  der  Richtung  auf  Jarmen
  und  Demmin.  Da  die  Pässe  über  das  sumpfige
Peenetal  vom  Feinde  nicht  besetzt  waren,  konnten
sich  die  Preußen  am  13.  Juli  mit  den  Dänen,  die
auch  an  der  Recknitz  keinen  Widerstand  gefunden
hatten,  vor  Stralsund  vereinigen.

Gleichzeitig  hatte  Friedrich  Wilhelm  dem  General
  v.  Arnim  den  Befehl  gegeben,  die  Insel  Usedom
  zu  nehmen,  um  so  den  Weg  nach  Stralsund
mie  auch  nach  Rügen  frei  zu  machen.

Am  31.  Juli  begann  der  Angriff  an  zwei  Stellen
  zugleich:  während  General-Leutnant  Dönhoff
Wolgast  nahm,  griff  General  Arnim  die  Schanze  an
der  Swinemündung  an,  die  nach  lebhaftem  Kampfe
in  seine  Hände  kam.  Darauf  eilte  v.  Arnim  nach
der  Peenemündung.  Hier  lag  eine  dänische  Flotille
unter  Vizeadmiral  Sehestedt  zur  Mitwirkung  bei  der
Eroberung  der  stark  befestigten  Schanze  bereit.  Aber
Sehestedt  befand  sich  in  einer  gefahrvollen  Lage:
er  hatte  im  Rücken  die  vom  Feinde  besetzte  Insel
Usedom  und  die  Peenemünder  Schanze,  vor  sich  die
schwedische  Flotte,  die  der  seinigen  bedeutend  überlegen

  war.  Durch  die  plötzliche  Ankunft  v.  Arnims
wurde  es  möglich,  der  schmachtenden  Besatzung
Trinkwasser  zuzuführen.  Da  die  Hchanze  an  der

Swinemündung  im  Besitze  der  Preußen  war,  so

Unser  Pommerland

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konnten  einige  Fregatten  von  Sehestedts  Flotille
trotz  der  Blockade  durch  die  Swine  in  das  Haff
segeln,  um  daraus  die  schwedischen  Kaper  zu  verjagen.
  Erst  als  das  geschehen,  sah  sich  die  preußische
  Kriegsleitung  in  den  Stand  gesetzt,  v.  Arnim
schweres  Belagerungsgeschütz  zu  senden;  da  die
Schanze  ohne  regelrechte  Belagerung  nicht  zu  nehmen
  war.  Um  die  schwedische  Flotte  zu  zwingen,
die  Blockade  aufzuheben,  erschien  in  ihrem  Rücken
eine  zweite  dänische  Flotte,  worauf  am  8.  August
bei  Jasmund  ein  erbitterter,  aber  unentschiedener
Kampf  stattfand.  Obgleich  Sehestedts  Flotille  nun
frei  geworden  und  eine  Mitwirkung  bei  der  Belagerung
  der  Peenemünder  Schanze  zu  erwarten  war,
unterblieb  sie  doch,  da  die  stürmische  See  die  Einfahrt
  unmöglich  machte.  General  v.  Arnim  hatte
am  17.  August  die  Laufgräben  eröffnet,  und  am
22.  August  stürmte  er  die  Schanze  mit  dem  Degen
in  der  Faust;  damit  war  der  linke  Flügel  der
schwedischen  Stellung  gebrochen.

Nun  erhielt  Admiral  Sehestedt  die  Aufgabe,  den
Weg  nach  Rügen  frei  zu  machen  für  die  Transportflotte;
  denn  Karl  XII.  war  in  Stralsund  so
lange  sicher  vor  seinen  Feinden,  so  lange  ihm  Rügen
  militärisch  gehörte.  Nach  vieler  Mühe  gelang
es  Sehestedt  mit  Hilfe  eines  rügenschen  Schiffers,
den  Weg  durch  die  bei  Tiessow  versenkten  schwedischen
  Schiffe,  die  der  feindlichen  Flotte  das  einzige

mögliche  Fahrwasser  versperren  sollten,  zu  finden
und  die  Thiessower  Batterie  zum  Schweigen  zu
bringen.

Der  Transportflotte  war  die  Aufgabe  gestellt,
ein  Heer  von  ungefähr  20  000  Mann  mit  Pferden
und  Geschützen  nach  Rügen  über  zu  setzen.  Die
Rüstungen  der  Verbündeten  begannen  schon  im
August;  seit  dieser  Zeit  lagen  die  dänischen  Schiffe
im  Grönsunde  zwischen  den  Inseln  Möen  und  Falster.
  Im  September  zog  Preußen  die  seinigen  in
der  Swinemündung  zusammen.  Da  die  schwedische
Kriegsflotte,  nach  der  Schlacht  bei  Jasmund  nach
Karlskrona  zurückgekehrt,  die  siegreiche  dänische  hingegen
  unweit  Möen  vor  Anker  gegangen,  eine  Gefahr
  also  kaum  zu  befürchten  war,  so  vereinigten
sich  die  beiden  Transportflotten,  es  waren  über
600  Schiffe,  im  Greifswalder  Bodden  und  warteten
hier  auf  den  Befehl  zur  Abfahrt.  Die  Hoffnung
der  Befehlshaber,  diese  schon  am  2.  November  zit
bewerkstelligen,  scheiterte  an  den  widrigen  Winden
und  der  stürmischen  See;  erst  am  15.  November  gelang
  es,  in  die  Stresower  Bucht  zu  kommen  und
die  Landung  vorzunehmen.  Das  Wagnis  glückte,
da  eine  ausreichende  schwedische  Besatzung,  die  erfolgreichen
  Widerstand  hätte  leisten  können,  nicht
zur  Stelle  war.

Karl  XII.,  der  hier  eine  Landung  nicht  für
möglich  hielt,  hatte  die  Insel  an  den  bedeutendsten
strategischen  Punkten  befestigt;  so  war  außer  der
Thiessower  Schanze  noch  eine  zweite  auf  dem
Zickerschen  Hödt,  beide  am  Südende  der  Halbinsel
Mönchgut,  errichtet  worden.  Beide  beherrschten  mit