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Im  Laufe  der  drei  ersten  Märzwochen  war  der
Ingerslebensche  Plan  mehrmals  in  Gefahr,  an
höchster  Stelle  verworfen  zu  werden.  „Se.  Majestät
will  keine  neuen  Regimenter,  sondern  eine  Vermehrung
  der  bereits  bestehenden  und  den  regulären
Truppen  beigeordneten  Jägerkorps,“  hieß  es.

Da  sandten  die  pommerschen  Stände  eine  Abordnung
  an  den  König,  zu  der  der  Landrat  von
Schöning-Pyritz  und  der  Rittmeister  von  Maltzahn-Gültz
  ausersehen  wurden.  Die  Deputation  hatte  sich
eines  „sehr  huldvollen"  Empfanges  zu  erfreuen,  und
am  27.  März  erfolgte  dann  der  königliche  Bescheid
an  die  Provinz,  daß  das  Anerbieten  „mit  lebhaftem
  Danke“  angenommen  sei.  Dem  neuen  Regimente
  wurde  sogar  die  Fortdauer  nach  dem  Kriege
für  den  Fall  versprochen,  daß  es  sich  in  ihm  „einen
bervorstehenden  Ruhm“  erwerben  sollte.

Die  anfangs  gehegten  Befürchtungen,  dem  neuen
Regimente  werde  es  an  Zuspruch  fehlen,  zerstreuten
sich  gar  bald;  von  allen  Seiten  liefen  ihm  Scharen
von  Freiwilligen  zu,  so  daß  man  sich  bald  gezwungen
  sah,  zu  sichten  und  zurückzuweisen.

Bald  waren  alle  Vorarbeiten  erledigt  —  und
schon  am  30.  Juli  rückte  das  Regiment  aus  seinen
Quartieren  bei  Stargard  ab  und  erhielt  dann  im
Gefecht  bei  Wietstock,  einen  Tag  vor  der  Schlacht
bei  Großbeeren,  seine  Feuertaufe.

So  konnte  das  Ganze  mit  Recht  als  ein  wohlgelungenes
  Werk  bezeichnet  werden.  Aber  die  dadurch
  entstandenen  Kosten  zu  decken,  war  eine  unsäglich
  schwere  Last  für  die  Provinz,  die  doch  schon
so  viele  Opfer  gebracht  hatte.

Bei  denen,  die  gehofft  hatten,  daß  die  Zahlunaen
  seitens  der  einzelnen  Kreise  zu  den  festgesetzten
Terminen  geschehen  würden,  begann  bald  eine
furchtbare  Enttäuschung  Platz  zu  greifen.

Schon  beim  ersten  Zahlungstermin  (15.  April
bis  1.  Mai)  gab  es  mehr  Rückstände  als  Leistungen,
  noch  schlimmer  wurde  es  beim  zweiten
(1.  Juni).  Aus  Bitten  der  Regierung  wurden
Mahnungen,  aus  Mahnungen  Drohungen,  und  wo
diese  fruchtlos  blieben,  mußten  hie  und  da  Erekutivmaßregeln
  angewandt  werden.

Der  letzte  Abschnitt  des  Buches  handelt  von  der
Antellnahme  der  pommerschen  Juden  an  den  Befreiungskriegen.
  Aus  den  sachlichen,  unparteiischen
Ausführungen  geht  klar  und  deutlich  hervor,  daß
die  Juden  Pommerns  nicht  nur  ihren  nationalen
Pflichten  in  jenen  schweren  Zeiten  nachgekommen
sind,  sondern  auch  in  freiwilliger  Betätigung  viel
Anerkennenswertes  geleistet  haben.

Den  Schluß  des  Werkes  bilden  die  schon  oben
angeführten  Listen.

Unser  Dommerland.

Damit  sei  es  genug  des  Bemerkenswerten  aus
diesem  Buche,  das  gerade  in  dieser  schweren  Zeit
zu  einer  erhebenden  Lektüre  für  uns  werden  kann.
Und  der  etwa  verzagen  Wollende  kann  sich  —  ganz

besonders  für  unsere  Provinz  —  den  Trost  daraus
entnehmen:  Es  hat  schon  ärger  in  der  Well  gebrauset!
  H.  A.

*  -

Eine  Wandkarte  vom  Kreise  Daugard

von  Erich  Tesch,  Lehrer  in  Pommerensdorf,
ist  im  Verlage  von  J.  L.  Heymann-Leipzig  veröffentlicht
  worden.  Die  Karte  ist  mit  großer  Sorgfalt
  zusammengestellt  und  zeichnet  sich  durch  Uebersichtlichkeit
  und  Sauberkeit,  durch  Klarheit  und  Deutlichkeit
  aus.  Das  Kartenbild  umfaßt  den  Kreis
Naugard  und  seine  nächste  Umgebung;  es  erstreckt
sich  von  Stettin  im  W.  bis  Regenwalde  und  Freienwalde
  im  O.  und  ragt  auch  im  N.  und  S.  in  entsprechender
  Weise  über  die  Kreisgrenzen  hinaus.
Vier  Höhenschichten  kommen  zur  Darstellung.  Die
Höhen  bis  40  Meter  sind  grün,  diejenigen  bis  80
Meter  braun,  diejenigen  bis  120  Meter  grau  und
diejenigen  über  120  Meter  weiß  dargestellt.  Die
Wälder  sind  in  gewöhnlicher  Weise  als  Laub-,  Nadel-
  und  Mischwald  unterschieden.  Die  Ortssignaturen
  sind  durch  geometrische  Figuren  bezeichnet,
die  das  Ablesen  der  Einwohnerzahl  gestatten.  Die
Flüsse  und  Gewässer  sind  mit  blauer  Farbe,  die
Chausseen  weiß  und  die  Eisenbahnen  schwarz-weiß
gekästelt  —  Haupt=  und  Nebenbahnen  verschieden  —
dargestellt.

Durch  diese  Darstellung  gewinnt  das  Kartenbild
außerordentlich  an  Uebersichtlichkeit  und  zeigt  deutlich,
  wie  die  Stadt  Naugard  so  recht  im  Mittelpunkt
  des  Straßennetzes  des  Kreises  gelegen  ist.
Für  eine  spätere  Auflage  der  Karte  möchte  die  Frage
zu  erwägen  sein,  inwieweit  auch  vorgeschichtliche
Burgwälle,  Fundstätten  von  Altertümern,  Schlösser,
Burgen,  Förstereien  2c.  einzutragen  sind.  Die  neue
Karte  ist  in  erster  Linie  als  Wandkarte  in  Schulen,
Bureaus  und  Kontoren  gedacht,  und  es  ist  kein
Zweifel,  daß  sie  diese  Zwecke  auch  roll  und  ganz
zu  erfüllen  geeignet  ist,  insbesondere  wird  sie  für
Unterrichtszwecke  in  den  Schulen,  Erdbeschreibung
und  Heimatkunde,  in  weitgehender  Weise  nutzbar
gemacht  werden  können.  Wie  wir  hören,  hat  der
Herausgeber  die  Absicht,  auch  andere  Kreise  unserer
Heimatprovinz,  und  zwar  zunächst  den  Kreis  Greifenhagen,
  in  ähnlicher  Weise  zu  bearbeiten:  diese
Absicht  ist  mit  Freude  zu  begrüßen.  H.

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