Dereinsberichte.

Haupfverlammlung  des  Buchheide-Dereins.
Stettin.  Der  Buchheide-Verein,  der
größte  Verein  Stettins,  hielt  vor  einigen  Wochen
im  Saale  des  „Deutschen  Hauses“  zu  Stettin,  Breite
Straße,  seine  ordentliche  26.  Hauptversammlung
  ab.  Aus  dem  vom  Vorsitzenden  Justizrat  Grützmacher
  erstatteten  eingehenden  Bericht  über  die  im
abgelaufenen  Vereinsjahre  entfaltete  Tätigkeit  war  zu
entnehmen,  daß  der  Buchheide-Verein  bei  Ausbruch  des
Krieges  sich  sofort  in  den  unmittelbaren  Dienst  unseres
Vaterlandes  stellte  und  daranging,  ein  Genesungsheim
  für  verwundete  und  erkrankte
deutsche  Krieger  einzurichten.  Die  im  August
vorigen  Jahres  einberufene  außerordentliche  Hauptversammlung
  stellte  dem  Vorstande  aus  dem  Vereinsvermögen
  als  erste  Zahlung  1000  Mark  zur  Verfügung.
Justizrat  Grützmacher,  als  alleiniger  Leiter  des  zu  errichtenden
  Genesungsheims,  wählte  aus  der  großen  Zahl
der  Angebote  das  Gartenlokal  „Buchheide“  bei  Podejuch;
sehr  günstig  dicht  am  Walde  gelegen.  Das  Genesungsbeim
  ist  am  5.  September  eröffnet  worden  und  ist  bis
heute  ununterbrochen  belegt  gewesen.  Es  war  die  erste
Privatpflegestätte,  die  gemäß  Ziffer  134  der  Dienstvorschriften
  für  die  freiwillige  Krankenpflege  von  dem
Kommandierenden  General  des  2.  Armcekorps  genehmigt
wurde.  Anfangs  bestand  die  Absicht,  10  bis  14  Krieger
aufzunehmen;  allein  die  große  Anzahl  der  Verwundeten
hat  es  mit  sich  gebracht,  daß  diese  Zahl  erheblich  überschritten
  werden  mußte.  Der  Buchheide-Verein
unterhält  das  Heim  vollständig  aus
einen  eigenen  Mitteln.  Er  gewährt  nicht
nur  Wohnung,  Verpflegung  und  Wäsche,  sondern  auch
freie  ärztliche  Hilfe.  Dem  Staate  bzw.  der  Armeeverwallung
  erwachsen  somit  keinerlei  Kosten.  Die  Erfolge
  des  Genesungoheims  sind  aber  auch  durchweg  gute.
Die  ozonreiche  Luft  der  Buchheide,  die  durch  den  Wirt
Glöde  mit  Hilfe  seiner  Frau  geleitete  gute  Verpflegung,
die  sachgemäße  Einrichtung  des  Heims  sind  vorzügliche
Heilfaktoren,  die  zu  schneller  und  gründlicher  Genesung
führen.  Von  den  bis  heute  in  Pflege  gewesenen  112
Kriegern  konnte  der  weitaus  größte  Teil  als  völlig  gebeilt
  zur  Truppe  zurückkehren.  Insbesondere  bei  Nervenerkrankungen
  sind  äußeist  günstige  Heilerfolge  erzielt
worden;  die  idyllische  Ruhe  bewirkt  bei  unseren  braven
Kriegern  Wunder.  Auch  für  geistige  Unterhaltung  und
Anregung  sorgt  der  Buchheide-Verein;  eine  umfangreiche
Bücherei  und  verschiedene  Spiele  stehen  zur  Verfügung.
Der  Aufenthalt  im  Heim  währt  im  Durchschnitt  drei
Wochen.  Bei  dem  Abschiede  sind  die  Krieger  voll  des
Lobes,  und  der  fröhliche  Inhalt  der  Feldpostkarten,  die
später  von  den  Wiederhergestellten  aus  der  Front  in
großer  Zahl  ins  Heim  flattern,  geben  herzliche  Kunde
von  ihrem  Danke.  Groß  sind  aber  auch  die  für  die
Erhaltung  des  Heims  erforderlichen  Kosten.  Die  vom
Buchheide-Verein  an  alle  seine  Mitglieder  und  auch  an
die  Mitglieder  des  Messenthiner  Waldvereins
  sowie  an  alle  Freunde  unserer  schönen  Buchheide
  gerichtete  Bitte  um  Unterstützung  in  diesem  Liebes-—

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werke  hatte  einen  glänzenden  Erfolg;  durch  die  Vertrauensmänner
  wurden  an  freiwilligen  Spenden  bisher
7000  Mark  gesammelt,  so  daß  einschließlich  der  bewilligten
  4000  Mark  insgesamt  11  000  Mark  zur  Verfügung
  standen.  Es  gereicht  dem  Buchheide-Verein  zur
großen  Freude,  daß  diese  immerhin  große  Summe  einging,
  ohne  Aufruf  in  der  Oeffentlichkeit;  in  aller  Stille
verrichteten  die  Vertrauensmänner  die  mühsame  Arbeit
des  Einsammelus  der  Spenden.  Die  kleinste  gereichte
Gabe  war  nicht  zu  gering,  um  dankbar  empfunden  zu
werden.  Den  freundlichen  Spendern,  insbesondrre  aber
den  rührigen  Vertrauensmännern  für  deren  Hilfsbereitschaft
  zu  danken,  ist  eine  Pflicht  des  Buchheide-Vereins,
die  der  Vorstand  auch  dieser  Stelle  gern  erfüllt.

Nunmehr  ist  der  verfügbare  Betrag  bis  auf  einen
kleinen  Rest  ausgebraucht.  Der  Vorstand  wendet  sich
an  die  Hauptversammlung  um  die  Gewährung  weiterer
Mittel  für  sein  so  segensreiches  Genesungsheim.  Es
werden  als  zweite  Zahlung  6000  Mark  gefordert.  Einstimmig
  bewilligt  die  Hauptversammlung  aus  dem  Vereinsvermögens
  die  genannte  Summe  und  gibt  somit  Zeugnis
von  dem  patriotischen  Geiste,  der  innerhalb  des  Buchheide-Vereins
  herrscht.  Der  Vorstand  hofft,  daß  die  Opferfreudigkeit
  für  das  Genesungsheim  auch  in  Zuknuft
nicht  nachlassen  wird,  und  der  Fortbestand  seines  Heims
bis  zu  einem  glücklichen  Ende  gesichert  ist.

Die  Verwirklichung  des  gehegten  Lieblingswunsches,
auf  dem  höchsten  Berge  in  der  Buchheide  einen  massiven
Aussichtsturm  zu  errichten,  ist  keineswegs  ausgegeben;
der  Buchheide-Verein  ist  vielmehr  davon  überzeugt,
später  einen  prächtigen  Siegesturm  bauen  zu
können.

Der  Bericht  des  Vorsitzenden  hebt  weiter  hervor,
daß  die  Tätigkeit  im  Walde  sich  in  der  Hauptsache  in
der  Erhaltung  des  Bestehenden  beschränkte;  von  Neuarbeiten
  mußte  unter  den  gegebenen  Verhältnissen  abgesehen
  werden.

Der  vom  Schatzmeister  Hermann  Saran  erstattete
Kassenbericht  ergibt  in  Einnahme  mit  Einschluß  der
Zinsen  4491,31  Mark  und  in  Ausgabe  2602,84  Mark,
das  Vereinsvermögen  beträgt  12  899,12  Mark.  In  dem
Bestande  der  Mitglieder  ist  seit  dem  Bestehen  des  Vereins
zum  ersten  Male  ein  Rückgang  eingetreten;  die  Zahl
sank  von  1200  des  Vorjahres  auf  jetzt  3869.  Ein
großer  Teil  der  Mitglieder  steht  im  Felde,  daher  der
nur  scheinbare  Verlust.  Zwei  Mitglieder,  A.  Kaselow
und  R.  Steinkrauß,  haben  die  Kasse  geprüft  und  in
Ordnung  befunden;  auf  Antrag  der  beiden  Kassenprüfer
wird  dem  Schatzmeister  und  somit  dem  ganzen  Vorstande
  Entlastung  erteilt.  Der  vom  Schatzmeister  vorgelegte
  neue  Hai.  öhaltsplan  ist  in  seinen  einzelnen  Teilen
äußerst  vorsichtig  aufgestellt;  in  Einnahme  und  Ausgabe
sind  3500  Mark  vorgesehen.  Mit  nur  unwesentlichen
Aenderungen  wird  der  Voranschlag  genehmigt.

Von  den  eingegangenen  Anträgen  ist  die  Anregung
des  Messenthiner  Waldvereins  zu  Stettin
erwähnenswert,  die  dahin  geht,  bei  der  Königlichen
Eisenbahndirektion  gemeinsam  dahin  vorstellig  zu  werden,
daß  die  Sonderfahr  karten  nach  der  Buchheide,
nach  Messenthin,  Pölitz  und  Ziegenort  möglichst  bald