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Das  zweite  nimmt  Reservestellung  ein.

Indes  färbt  schon  ein  bläulich-roter  Schein
Den  Himmel,  und  ein  heller  Tag  beginnt,  —

Der  uns  den  letzten  Schutz,  die  Dämm'rung  nimnt.

Und  sausend  kommen  schon  in  steilem  Bogen

Die  feindlichen  Granaten  angeflogen,

Ein  rasendes  Schnellfeuer  deckt  uns  ein.  —  —

Da  fuhr  der  Grimm  uns  toll  in  Blut  und  Bein,
Aufspringen  wir  zum  Sturm,  mit  uns  ist  Goit,

Zu  Paaren  treiben  wir  mit  Hohn  und  Spott

Den  Feind  und  treiben  ihn  von  Haus  zu  Haus
Und  treiben  ihn  mit  Macht  zum  Dorf  hinaus

3.  Die  Fahnedes  dritten  Bataillons.

Und  auf  dem  rechten  Flügel  stand

Das  dritte  Bataillon.

Die  Schützen  lagen  flach  im  Sand,  —
Bleich  lag  im  Gras  daneben  schon
Manch  tapfrer  Mann,  manch  Muttersohn,
Manch  Fähnrich  und  Sergeant.

Was  aber  hilft  das  Liegen  hier,
Was  hilft  so  bittrer  Tod?

Auf,  auf!  und  sollen  sterben  wir,
So  bringt  dem  Feind  die  Schwerenol,
Schlagt  ihn  erst  mil  dem  Kolben  tot!
Hurra,  so  sterben  wirl

Und  vorwärts  ging  es  querfeldein,

Die  Fahne  weht  voran  —

Da  brach  ein  Feuer  auf  uns  ein,  —

Doch  Kopf  hoch  stürmte  Mann  für  Mann,

Die  Trommel  dröhnt  .  Doch  dann
dann  —

Was  sank  im  Frührotschein?“

Der  Fahnenträger  Zander  fiel,  —
Major  v.  Knobelsdorff  springt  zu
Und  reißt  empor  den  Fahnenstiel  —
Da  packt  auch  ihn  die  Todesruh,
Die  teure  Fahne  deckt  ihn  zu  —

O  schön  Soldatenziell

„O  rettet  sie  dem  Vaterland!  .  .  .“

Das  war  sein  letztes  Wort.

Und  Eichstädt  nimmt,  sein  Adjutant,
Ihm  leis  die  Fahne  fort  —

Und  zwei  Kam'raden  sind  noch  dort,
Noch  dort  und  mit  zur  Hand.

doch

Unser  Dommerland  .

Zur  Fahne  kriechen  schnell  die  zwei
Und  legen  sich  darauf,

Rothbart,  der  Lehrer,  war  dabei,
Gefreiter  Strecker,  diese  drei  —
Doch  wie  sie  lagen  so  zu  hauf,
Trifft  einen  nur  zu  gut  das  Blei.

Den  Leutnant  Eichstädt  lobesam
Die  Kugel  grimm  erschlug,

Doch  eh  er  noch  zu  sterben  kam,
Weist  lautlos  er  aufs  Tuch,

Weist  flehend  er  aufs  Fahnentuch,
Daß  sie  das  Weinen  überkam  .  ..

Da  schwören  beide  einen  Schwur,

Da  beten  beide  ein  Gebet  —

Und  seh'n  um  sich  die  nackte  Flur,
And  seh'n,  wie  heiß  die  Sache  steht,  —
Und  seh'n,  wie  durchs  Gelände  geht
Tief  eines  Grabens  Glitzerspur.

Der  Rothbart  mit  der  Fahne  kroch
Wie  eine  Schlange  vor,

Und  Strecker  folgt  und  rettet  noch
Den  Degen  vom  Maior,  —

So  kriechen  sie  durch  Feld  und  Moor
Und  kommen  endlich  an  das  Loch.

Und  kriechen  an  dem  Graben  lang
Wohl  ein  paar  hundert  Schritt,
Doch  als  um  sie  die  Kugel  fang,
—  KGar-.  :  -  ·  .

Ihr  Herz  in  Sorg'  geriet:

Der  eine  und  der  andre  glitt

Da  in  das  Wasser  blank.

So  stehn  sie  früh  von  sieben  Uhr
Im  eisigen  Wasserloch,

Sie  denken  an  die  Fahne  nur

Und  stehn  um  Mittag  noch,

Und  stehn  um  fünf  Uhr  abends  noch,
Getreu,  getren  dem  Schwur  ..

So  fand  man  sie  im  Abendrot

Umd  fast  erfroren  schon,

Die  Fahne  fest  im  Arm,  fast  1ol
Still  ehrte  sie  das  Bataillon
Sie  finden  in  sich  selbst  den  Lohn
Der  Treue  bis  zum  Tod.