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teil  sie  nach  dem  Rückzug  von  Dammgarten  sofort
ausnutzten,  so  ward  nicht  ratsam  gefunden,  mit
dem  Angriff  auf  diese  Stellung  sich  einzulassen,  und
zwar  um  so  mehr,  als  die  dänische  Kriegsmacht  talter
  Wismar  stand,  von  woher  sie  sich  leicht  des
Warnastromes  hätte  bemächtigen  und  die  schwedisch.-Armee
  zwischen  drei  Strömen,  der  Reäünitz,  Elna
umd  der  Warna,  einschließen  und  dieselbe  ins  Gedränge
  bringen  können.  Dennoch  blieb  die  schwedische
  Armee  sechsmal  24  Stunden  bei  Nibniz  und
Bentewitz  im  flachen  Felde  stehen,  um  den  obgleich
ihr  an  Macht  weit  überlegenen  Alliierten  Gelegenheit
  zum  Angriff  zu  geben.

Als  man  aber  merkete,  daß  der  Feind  anfing,
sich  nach  Gustrau  hinunter  zu  ziehen,  um  den  Warnasirom
  zu  gewinnen  und  zugleich  hinter  der  Rechnitz
sich  zu  verschanzen,  so  entschloß  man  sich  auf  schwedischer
  Seite,  der  Stadt  Rostock  und  besagten
Warnastroms  sich  zu  bemächtigen,  um  auf  den  zwelien

  Transport  einige  Tage  warten  zu  könmen.
Mirtlerweile  wurde  alle  Anstalt  gemacht  und  den
11.  November  Order  ausgegeben,  beim  Kloster

Rühn  nach  Krakau-Waldhagen  und  so  weiter  hinunter
  zu  passieren,  um  dem  Feinde  in  die  Flanke
zu  kommen.  Allein  nachdem  diese  Passage  von  dem
Herrn  General-Leutnant  Dürer  aufs  genaueste  rekognoszieret
  und  bei  dieser  späten  Jahreszcit  wegen
der  Moräste  und  tiefen  Wege  allerdings  unpassierbar
  befunden  worden,  mithin  schere  und  zuverlässige
  Kundschaft  aus  dem  eigenen  Lager  der  Feinde
eingelaufen  war,  daß  dieselben  bis  zu  ihrer  Vereinigung
  mit  den  Dänischen  eine  Schlacht  zu  vermeiden
  suchten,  auch  aus  Schweden  von  der  bald
zu  hoffenden  Ankunft  des  zweiten  Trausportes  gute
Nachrichten  einliefen,  so  ward  gut  gefunden,  in  der
innehabenden  festen  Stellung  lieber  noch  etwas  stehen
  zu  bleiben,  als  von  Pommern  vor  der  Hand
sich  gar  zu  weit  zu  entsernen  und  damit  das  Ansehen
  zu  geben,  als  ob  man  dem  Feinde  aus  den
Augen  gehen  wollte.

Wie  man  denn  in  Ansehung  dessen  um  so  weniger
  Bedenken  trug,  den  1.  Dezember  mit  den  Nordiichen
  Alliterten  mittelst  mündlicher  Verabredung
eine  Aufhebung  aller  Feindseligkeiten  auf  14  Tage
lang  zu  treffen  und  einzugehen,  als  man  Hoffnumg
baben  konnte,  durch  die  zu  erwartkende  Verstärkung
des  zweitten  Transportes  sich  in  einen  noch  weir
besseren  Stand  gesetzet  zu  sehen,  der  weit  überlegenen
  Macht  des  Feindes  mit  glücklichem  Erfolg  zu
begegien.

Indem  aber  die  Düänischen  den  13.  dito  den
Stillstand  unterbrachen,  in  das  Mecklenburgische  einsielen
  und  dem  Vermuten  zuwider  die  schwedische
ausgesandte  Provianiierungskolonne  umd  das  Gewreide,
  welches  bona  fide  in  Lübeck  erhandelt  war,
auffingen,  in  Gadebusch  Posto  faßten  und  mit  ihren
Parteien  der  schwedischen  Armee  zum  größten  Abbruch
  im  Lande  herumstreiflen,  auch  die  Russen  und
Sachsen  sich  mittlerweile  den  Dänischen  allmählich
näherten  in  der  Meinung,  den  kleinen  Haufen  der

Anser  Dommerland

—.—..

Schwedischen  zu  umzingeln  und  zu  verschlingen,  so
brach  Se.  Excellenz  am  15.  Dezember  von  Schwan
allif,  ließ  alle  Brücken  über  die  Warna  bei  der  Sctadl
Rostock  aufnehmen,  um  den  Marsch  im  Rücken  und
in  der  Flante  desto  besser  zu  bedecken  und  marschierte
  sodann  bei  Tag  und  Nacht  durch  unzählige:
Moräste,  tiefe  Wege  und  Desileen,  gerades  Weges
dahin,  wo  die  Dänischen  bei  Gadebusch  standen.
Den  19.  kam  die  Armee  an  ein  großes  Defilke,
llllenkrug  genannt,  und  weil  man  vermuteie,  daß
die  Dänen  selbiges  angreifen  würden,  so  ward  der
Oprist-Leutnant  Graf  Lewenhaupt  mit  300  Psferden
kommandiert,  die  Avantgarde  zu  verteidigen,  welche

aus  zwel  Dragoner-Regimentern,  dem  Stromfeldischen
  und  dem  Marschallischem  Regiment  bestand.

Auf  diese  folgte  der  Major  Taube  mit  200  Pionieren,
  sodaun  der  Obrist-Leutenant  Vöhme  mit  500
Grenadieren,  der  Obrist-Leutenant  Cronstedt  mit
acht  Regimentsstücken,  welche  durch  den  General-Major

  Schoumer  und  drei  deutschen  Bataillonen
unter  dem  Kommando  der  Ocbersten  Jäger  und
Schwanlod  verteidigt  werden  sollten.  Auf  welche
ferner  der  Rest  der  Armee  in  fünf  Abteilungen

folgte;  zwei  Abteilungen  Kovallerie,  zwei  Abteilungen
  Insanterie  und  die  Artillerie  nebst  der  Bagage
in  der  Mitie.

Indem  aber  der  Herr  General-Leutenant  Ducer,
welcher  die  ganze  Avantgarde  führte,  wissen  ließ,
daß  der  Feind  über  Hals  und  Kopf  sich  zurückgezogen
  hülte,  ward  der  Marsch  fortgesetzt  und  dem
Feinde  noch  eine  halbe  Meile  näher  gerüdt  bis
nach  Groten=  und  Lütkenbritz,  wo  die  Armee  wegen
einfallender  Nacht  Halt  machen  und  stehen  bleiben
mußte.  Und  ob  man  wohl  von  Kündschaftern  und
aus  aufgefangenen  Briefen  erfuhr,  daß  die  Sachsen
mit  acht  Regimeniern  zu  Pferde  in  vollem  Anmarsch
wären,  sich  entweder  mit  den  Dänen  zu  verbinden

oder  auch  den  Schweden  in  den  Rücken  zu  fallen,
die  Druen  auch  in  der  Nacht  drei  Kanonenschüsse

abgefeuert,  ließen  doch  die  Schweden  solches  alles
sich  nicht  anfechten,  sondern  es  lag  der  Soldat  unverzagt
  die  Nacht  über  bei  seinem  Gewehr.

Am  20.  des  Morgens  bei  anbrechendem  Tage
ward  der  Obrist  Bassewitz  mit  200  Pferden  ausgesandt,
  des  Keindes  Stand  und  Lager  zu  rekognoscieren,
  und  fand  den  Feind  so  vorteilhaft  postieret,
  daß  weder  von  der  Rechten  noch  von  der  Linken
  ihm  anzukommen  und  nur  eine  kleine  Distanz
von  kaum  tausend  Schritten  war,  wodurch  man
mitien  auf  des  Feindes  en  Balaille  rangierte  Armee
  defflieren  mußie,  weil  der  Wald  und  des  Feindes
  rechte  Seite  dergestalt  mit  Muskeien  gespickel
und  im  Rücken  mit  Kavallerie  verteidigt  war,  daß
dadurch  dringen  zu  wollen  ein  vergebliches  Vornehmen
  geiveten  sein  würde.  Also  ließen  Se.  Ercellenz
  zwölf  Kanonen  avancieren  und  ungefähr  unm
zwölf  Uhr  zu  Mitlag  sing  man  an,  damit  auf  des
Feindes  Truppen  zu  kanonieren.  da  dann  unterdessen
  die  Armee  herbeirücken  und  Se.  Exeellenz
folgende  Disposition  machen  könnte: