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Freunden  der  pommerschen  Volkskunde  willkommen
sein  wird;  leider  dürfte  sein  hoher  Preis  von  zwölf
Mark  einer  Verbreitung,  wie  sie  zu  wünschen  wäre,
im  Wege  stehen.  Vielleicht  entschließt  sich  der  Herausgeber
  zu  einer  billigen  volkstümlichen  Ausgabe,
bei  der  der  geologische  Abschnitt,  weil  rein  wissenschaftlich,
  ruhig  fehlen  könnte.

Hoffentlich  findet  sich  bald  eine  mit  den  Verhältnissen
  vertraute  Persönlichkeit,  die  in  ähnlicher
Weise  die  Sitten  und  Gebräuche  bearbeitet,  und
hoffentlich  ist  auch  die  Zeit  nicht  mehr  fern,  die  ein
pommersches  Heimatmuseum  in,  unserer  Provinzialhauptstadt
  entstehen  läßt,  das  alle  die  verschiedenen,
auf  dem  Lande  noch  vorhandenen  kleineren  Sammlungen
  zu  einem  übersichtlichen  Ganzen  in  sich  vereinigt,
  und  zwar  nicht  nur  die  auf  dem  Gebiete  der
Volkskunde,  sondern  auch  auf  dem  der  Geologie,
Vorgeschichte,  Pflanzen=  und  Tierwelt  und  der  pommerschen
  Landschaft.  Die  für  den  vorjährigen
Herbst  vom  Bund  für  Heimatschutz  geplante  und
wegen  der  Kriegswirren  zurückgestellte  Ausstellung
für  pommersche  Heimatskunde  und  Pflege  sollte  versuchen,
  einmal  alles  das  zusammen  zu  bringen,  was
in  dieser  Hinsicht  noch  in  unserer  Heimat  vorhanden
  ist,  und  die  Anregung  zur  Bildung  eines  solchen
  Heimatmuseums  zu  geben.

G.  Buschan  Stettin.
*

Stubbenkkammer,  Herthasee  und
Herthaburg  in  Geschichte  und  Sage,
herausgegeben  von  Prof.  Dr.  A.  Haas.  Druck

AUnser  Dommerland

und  Verlag  von  E.  Abel,  Saßnitz  auf  Rügen  1914.

87  Seiten.
Unser  tüchtiger  Volkskumdeforscher  beschert  uns
wieder  einmal  einen  Abschnitt  aus  seiner  reichen

Sammlung  auf  dem  Gebiete  der  pommerschen  Heimatkunde,
  und  zwar  aus  dem  Gebiete,  mit  dem  er,
wie  wohl  kein  anderer,  besonders  vertraut  ist,  aus
Rügen.  Was  die  umfangreiche  Literatur  und  die
mündlichen  Ueberlieferungen,  an  deren  Zusammentragen
  Haas  großen  Eifer  entwickelt  hat,  über
Stubbenkammer,  Herthasee  und  Herthaburg  in  geographischer,
  geschichtlicher,  vorgeschichtlicher,  sprachlicher
  und  volkskundlicher  Hinsicht  ergeben  haben,
hat  Verf.  hier  in  ansprechender  Darstellung  wiedergegeben,
  gewiß  zur  großen  Freude  nicht  nur  aller
Rügenbesucher,  sondern  noch  vielmehr  aller  Freunde
der  pommerschen  Heimat.  Das  Büchlein  ist  mit
einer  Reihe  (8)  guter  Abbildungen  ausgestattet  und
verdient  schließlich  auch  noch  Anerkennung  wegen
des  niederen  Preises  von  nur  90  Pfennigen,  der
sicher  zu  seiner  Verbreitung  in  die  weitesten  Kreise
beitragen  dürfte.  Buschan  -Stettin.

Eingegangene  Schriften.

Paul  Richter,  Stille  Wasser.  Dyrische  Gedichte,
  Verlag  von  Teetzmann  u.  Randel,  Stettin,
geb.  2.—.

Feldpostbriefe  pommerscher  Krieger.  1.  Heft.
Herausgegeben  von  Martin  Reepel  (Bund  Heimatschutz).
  Verlag  Fischer  und  Schmidt,  Stettin,  geh.
0,30  Mk.

—UL

Aus  der  Feit.

Dr.  Julius  Hirschwald.

Dr.  Julius  Hirschwald,  der  Direktor  des  mineralogischen
  Instituts  der  Technischen  Hochschule  zu
Charlottenburg,  hat  am  14.  Februar  in  Kraft  und
Gesundheit  sein  70.  Lebensjahr  vollenden  können.

Er  wurde  im  Jahre  1845  zu  Lauenburg
in  Pommern  geboren,  von  wo  aus  er  später
nach  Danzig  gebracht  wurde,  um  hier  das  Gymnasium
  zu  besuchen.

Seine  Studien,  die  fast  ausschließlich  der  Geologie
  sowie  der  Mineralogie  galten,  führten  ihn
zuerst  nach  Berlin  und  von  da  nach  Tübingen  und
Zürich.

Seine  erste  Anstellung  erhielt  er  im  Alter  von
25  Jahren  als  Privatdozent  an  der  „Gewerbeakademie“
  zu  Berlin,  aus  der  später  die  Technische
Hochschule  entstanden  ist.

Kaum  aber  hatte  er  sein  Amt  angetreten,  da  rief
ihn  das  Vaterland  auf  den  Kriegsschauplatz.  Auf
Frankreichs  Gefilden  wurde  dem  tapferen  Gelehrten
das  Eiserne  Kreuz  zuerkannt.

Im  Jahre  1875  wurde  er

zum  Professor  ernannt.

  Seine  Hauptarbeiten  galten  der  Wetterbeständigkeit
  der  Bausteine.  Sein  Hauptwerk  auf
diesem  Gebiete,  das  Ergebnis  unermüdeten  Fleißes
von  anderthalb  Jahrzehnten,  erschien  im  Jahre  1908.

Einen  besonders  ehrenvollen  Auftrag  erhielt  Dr.
Julius  Hirschwald  von  der  Badischen  Regierung:
es  galt,  ein  Gutachten  über  die  Lebensfähigkeit  des
Ottoheinrichbaus  des  Heidelberger  Schlosses  abzugeben.
  Hirschwald  kam  zu  dem  Ergebnis,  daß  die
freistehenden  Mauern  im  Laufe  der  nächsten  hundert
  Jahre  zusammenstürzen  werden,  wenn  nicht
Stützbauten  in  großem  Umfange  aufgeführt  würden.


Professor  Dr.  Hirschwald  ist  Ritter  des  Großberzoglich
  Badischen  Zähringer  Ordens  I.  Klasse.
Wir  wünschen  dem  Gelehrten,  auf  den  Vaterstadt
und  Heimatprovinz  in  geleicher  Weise  stolz  sind,
noch  eine  lange  Reihe  von  Jahren  regen  geistigen
Schaffens.