Ein  Aufruf  der  Greifswalder  Hochschule.

An  sämtliche  Kriegsteilnehmer  der  Greifswalder
Hochschule  ist  von  dem  derzeitigen  Rektor  folgender
Aufruf  erlassen  worden.

Die  Universität  Greifswald  wilb  Namen  und
Schicksal  aller  ihrer  Angehörigen,  der  Dozenten,
Studierenden  und  Beamten,  sofern  sie  am  Kriege
leilnehmen,  in  einer  Chronik  sammeln  und  festhalten.
  Sie  wendet  sich  zu  diesem  Zweck  an  alle,  die
als  Soldaten  im  Felde  stehen  oder  noch  zu  den
Fahnen  einberufen  werden,  an  alle  Studenten  und
Studentinnen,  die  in  den  Lazaretten  tätig  sind,  sowie
  an  die  Verwandten  und  Freunde,  an  die  Familien
  und  studentischen  Korporationen.  Sie  bitten
im  einzelnen  um  verläßliche  Angaben  der  Namen
und  Truppenteile,  seitens  der  Korporationen  um
die  vollständigen  Listen  ihrer  einberufenen  Mitglie-Unser

  Dommerland

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der,  ferner  um  Mitteilungen  über  Erlebnisse,  Auszeichnungen,
  Verwundungen,  gegebenenfalls  um
zeitweilige  Ueberlassung  von  Feldpostbriefen,  Karten
  oder  Bildern,  die  an  Bekannte  oder  Angehörige
gelangt  sind.  Auch  ersucht  sie  die  Zeitschriften  der
studentischen  Verbände  um  Verbreitung  dieses  Aufrufs
  sowie  Zusendung  der  Greifswald  betreffenden
Personalnachrichten.  Die  Familien  insbesondere,
mit  denen  sie  den  Tod  eines  Kommilitonen  zu  betrauern
  hat,  bittet  sie  um  gütige  Benachrichtigung
und,  wenn  möglich,  um  nähere  Angaben  über  den

Tod.  Alle  Nachrichten  sind  an  Professor  Dr.  Thurau,
  Greifswald,  Romanisches  Seminar,  Domstraße

  30,  Erdgeschoß,  zu  senden,  mündliche  Mitteilungen
  ebenda  Dienstags  in  der  Sprechzeit12—1
abzugeben.

Prof.  D.  Dr.  Wiegand.

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Dereinsberichte.

Der  „Pommern-Bund  zur  Förderung
  heimatlicher  Kunst  und  Art“  zu

Berlin=  Steglitz  veranstaltete  am  1  0.
April  zum  25jährigen  Künstler-Jubiläum

  des  bekamten  Bildhauers  Martin
  Meyer-Pyritz,  wohnhaft  zu  Berlin-Wilmersdorf,
  einen  der  ernsten  Kriegszeit  entsprechenden
  Kommers  mit  Damen,  der  von
60  Personen  besucht  war.  Gemeinsame  Gesänge,
Vorträge  auf  dem  Klavier  und  der  Laute  wechselten
mit  Toasten  ab,  von  denen  die  Festrede  des  Landschaftsmalers
  Kayser-Eichberg  hervorgehoben  sei.
Besonders  erfreut  wurde  der  Jubilar  durch  eine
Aufmerksamkeit  seiner  Vaterstadt  Pyritzz  diese
hatte  nämlich  zu  der  Feier  Herrn  Konrektor  Arnold
  Kveppen  entsendet,  der  die  Glückwünsche
des  Magistrats  überbrachte.

*

Pommersche  Geschichte  und  Altertumskunde.

Die  Gesellschaft  für  Pommersche  Geschichte  und
Altertumskunde  hielt  ihre  diesjährige  Hauptversammlung
  ab,  bei  der  Geheimrat  Professor  Dr.

Lemcke  den  Vorsitz  führte.  Die  Beratungen  wurden
durch  den  von  Professor  Walter  erstatteten  Jahresbericht
  über  die  im  Jahre  1914  vorgenommenen
Ausgrabungen  eröffnet.

Nach  den  Ausführungen  des  Redners  konnte  als
Ergebnis  festgehalten  werden,  daß  neuerdings  die
Fragen  der  Siedlung  und  des  Verkehrs  in  den
Vordergrund  rückten,  wofür  die  jüngst  erschienene
Kröchersche  Schrift  über  die  Siedlungsverhältnisse

von  Stettin,  die  bis  auf  die  Steinzeit  zurückreichen,
einen  Beleg  liefere.  Soweit  Kröcher  von  der  wendischen
  Niederlassung  nur  an  Höhlen  und  zerstreute
Blockhäuser  denkt,  widersprach  der  Berichterstatter
mit  dem  Hinweis  auf  die  auf  sämtlichen  Friedhöfen
  rings  um  die  Altstädte  nachgewiesenen  Bestattungen,
  die  größere  Wohnplätze  voraussetzten,  so
auf  das  aus  der  ausgehenden  Broncezeit  stammende
Grabfeld  des  Hauptfriedhofes  mit  seinen  dicht  bei
einander  liegenden  60  Grabstätten.  Sowohl  diese
Funde  wie  die  aus  den  Baggerungen  vom  Großschiffahrtsweg
  herrührenden  sind  im  Museum  aufgestellt
  worden  und  bestätigen  den  in  früheren  Zeiten
  vorhandenen  lebhaften  Uebergangsverkehr.  Wiederholte
  Anzeichen,  daß  auch  anderwärts  auf  modernen
  Friedhöfen  bestattet  worden  ist,  lassen  sich
aus  Grabfunden  in  Ladentin  und  in  Sinzlow  herleiten.
  Die  Provinz  hat  wieder  reiche  Steinbeilfunde
  ergeben,  außer  denen  Zugänge  von  Waffen
und  Werkzeuge,  besonders  Bronzeschwerter,  Ortbänder,
  Dolche,  Messer,  Sicheln,  Fibeln,  Bronzeschilde,
  Spiralen  usw.  zu  verzeichnen  sind,  die  erkennen
  lassen,  daß  unsere  Gegend  schon  früher  in
hoher  Kulturblüte  stand.

Dem  beifällig  aufgenommenen  Bericht  folgte  die
Wahl  des  Beirats  und  zwar  wurden  durch  Zuruf
wiedergewählt  die  Herren  Geh.  Kommerzienrat
Abel,  Geh.  und  Landesbaurat  Drews,  Professor
Dr.  Haas,  Konsul  Karow,  Konsul  Kisker,  Professor

  Dr.  Meinhold,  Superintendent  Stengel  und
Bürgermeister  Dr.  Thode.
Der  vom  Vorsitzenden  erstattete  Jahresbericht

stellte  fest,  daß  auch  in  der  ernsten  Zeit  die  vater-