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ländische  Forschung  nicht  geruht  hat.  Die  Versammlungen
  der  Gesellschaft  waren  zahlreich  besucht.
  Leider  hat  auch  der  Weltkrieg  seine  Schatten
  auf  die  Gesellschaft  geworfen,  die  eine  Anzahl
Mitglieder  verloren  hat,  deren  Andenken  in  üblicher
Weise  geehrt  wurde.  Am  Schlusse  des  Krieges  soll
eine  Ehrentafel  ihre  Namen  festhalten.  Die  Zahl
der  Mitglieder  erfuhr  infolge  des  Krieges  einen
Rückgang  von  775  auf  745,  von  denen  708  ordentliche,
  21  korrespondierende,  8  lebenslängliche  und
8  Ehrenmitglieder  sind.  Die  Sammlung  pommerscher
  Altertümer  hat  auch  den  Kriegern  eine  gern
gesuchte  Unterhaltung  gewährt.  Der  Vorsitzende  bedauerte,
  daß  es  nicht  möglich  war,  die  reichen  Bestände
  auch  nach  wissenschaftlichen  Gesichtspunkten
und  streng  chronologisch  zun  Anschauung  zu  bringen.
  Nach  einer  Würdigung  der  geleisteten  wissenschaftlichen
  Arbeiten  brachte  er  zur  Sprache,  daß
der  Magistrat  den  letzten  Lichtbildervortrag  mit
einer  —  Lustbarkeitssteuer  von  2  Kk.  belegt  hat.
Der  Vorstand  wird  eine  grundsätzliche  Entscheidung
herbeiführen,  da  die  Gleichstellung  seiner  wissenschaftlichen
  Ziele  mit  einer  Lustbarkeit  nicht  der
Stellung  und  dem  Ansehen  der  Gesellschaft  entspricht
  und  geeignet  ist,  ihr  in  den  Augen  mancher
Kreise  Abbruch  zu  tun.  Der  Vorstand  erreichte
zwar  auf  dem  Wege  der  Beschwerde,  daß  die  Steuer
mit  Rücksicht  auf  den  gemeinnützigen  Charakter  des
Vortrages  niedergeschlagen  wurde,  indessen  war  ihm
fretgestellt  worden,  vor  der  Veranstaltung  einen  Befreiungsantrag
  zu  stellen.  Nach  dem  Kassenbericht,
den  Konsul  Ahrens  erstattete,  betrugen  die  Gesamteinnahmen
  14  643  Mark,  die  Gesamtausgaben
14  560  Mark,  das  Inventarkonto  schließt  mit  5987
Mark  ab.  Der  Vorsitzende  erwähnte  noch,  daß  das
Verzeichnis  der  Bau=  und  Kunstdenkmäler  des  Kreises
  Greifenberg,  dessen  Drucklegung  sich  infolge  des
Krieges  verzögert  hat,  demmächst  erscheint.

Die  Versammlung  vollzog  am  Schluß

der  Beratungen

  die  Wiederwahl  des  Vorstandes  durch
Zuruf.
*#
Rufruf.

Der  über  unser  liebes  Vaterland  von  seinen
Neidern  und  Feinden  freventlich  heraufbeschworene
Weltkrieg  hat  bereits  das  Gute  gezeitigt,  daß  wir
uns  jetzt  mehr  auf  deutsches  Wesen,  deusches  Wissen,
  deutsche  Kunst  besinnen.  Unsere  braven  Trülppen
  werden  mit  ihrem  unvergleichlichen  Mute  schon
dafür  sorgen,  daß  am  deutschen  Wesen  die  Welt
noch  einmal  genesen  soll!  „Unüberwundenes  Heer!"

—4  —–  —

Unser  Pommerland

sagt  unser  Pommer  Ewald  Chr.  von  Kleist  in  seiner
  „Ode  an  die  Preußische  Armee“,  der  unser  Kolberger
  Martin  Plüddemann  eine  machtvolle
  Tonsprache  verliehen  hat.  Auf  diesen  echten
deutschen  Künstler,  den  Meister  der  heroischen  Ballade,
  der  zu  Lebzeiten  so  wenig  Dank  und  Anertemung
  gefunden  hat,  wollen  namentlich  wir,  seine
Landsleute,  uns  besinnen,  wollen  ihn  in  seiner  Heimat
  Kolberg  ehren.  Noch  ist  sein  Geburtshaus  in
der  Münderstraße  erhalten  —  wir  wollen  es  in  dieser
  Kriegszeit,  in  der  gerade  Martin  Plüddemanns
Muse  unser  Herz  zu  ergreifen  und  aufzurichten  versteht,
  mit  einer  Gedenktafel  schmücken,  auf  daß  auch
nachkommende  Geschlechter  an  dieser  geweihlen
Stätte  eines  musikberühmten  Pommern  nicht  achtlos
vorübergehen.
Spenden,  zur  Abtragung
nimmt  der  „Pommern-Bund“,
steinische  Straße  No.

dieser  Ehrenschuld
n  Berlin-Steglitz,  Hol-53
  II  entgegen.

Unsere  beiden  Bildbeigaben  sind  dem  in

diesem  Hefte  besprochenen  Holsten'schen  Weizackerbuche
  entnommen.  Während  uns  das  erste  eine

Gruppe  von  Bauern  aus  dem  Weizacker  zeigt,  sehen
wir  auf  dem  zweiten  das  reichverzierte  Gewölbe  der
Brietziger  Kirche.

Inhalk.

Das  42.  Infanterie-Kegiment.  Von  Hans  Benzmann  .  33
Der  HMordbische  Krieg  in  den  deutschen  oOstseegebieten  (1711
bis  1720)  in  Quellen  dargestellt.  Von  Ludwig  Beyer,

Königl.  Seminarlehrer  (Forts.).  35
“Stralsund.  Von  Paul  Deichen,  Eberswalde.  43
Katharine  Sitelmann.  Von  Erich-Müller-Steglitz  41
Einst  —  und  jetzt.  Etwas  von  den  Menschen.  Von  Katharine

  Zitelmann.  16

Mittelalterliche  rWnniemdms  auf  der  Jngel  Kügen.
Von  A.  HDaaszs.  J17
Die  Liebelose.  Von  Otto  Droß.  .  5

Der  Kriegswinter  in  einem  pommerschen  vort.  Von

F.  Asmus-Zwielipp.  .  50
Bommersche  Bücherschau.  Von  G.  Vuschan,  Stettin.  61
HRus  der  Zeit.  622
Dereinsbericht  31

Verantwortlich  fürn  die  Redaktion:
Druck:

Ludwig  Hamann.  Verlag:  Pommernverlag  Mar-  Mallin.
F.  Oendeß,  G.  m.  b.  H.,  sämtlich  in  Stargard  i.  Pomm.