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Antwort
des  Herrn  Grafen  Steinbock  an  gemeldete  Herren
Generals.
Meine  Herren!

Aus  dem  Schreiben,  welches  ich  heute  durch
einen  Trompeter  von  Ihnen  erhalten,  habe  ich  er—
sehen,  daß  Sie  gern  die  Ursachen  wissen  möchten,
warum  man  mit  Altona  so  verfahren.  Weil  sie  (die
Berichte  über  die  Ursachen)  in  einem  Briefe  gar  zu
weitläufig  ausfallen  möchten,  so  können  Sie,  meine
Herren,  wie  auch  alle  Welt  selbige  aus  derjenigen
Schrift,  welche  in  Druck  kommen  wird  und  in  welcher
  die  Ursachen  angezeigt  worden,  ersehen.  Es  ist
aber  nicht  so  etwas  Unerhörtes,  wie  Sie  es  ausgeben;
  denn  wir  haben  von  dergleichen  in  den  vorigen
  und  jetzigen  Kriegen  Beispiele  genug.  Womit
  verbleibe

Euer  Erzellenz  ete.

Elmshorn,  den  10.  Januar  1713.

M.  Steinbock.

—.

Schreiben

des  Herrn  Grafen  Steinbock  an  den  Herrn

von  Wibe,  Geheimen  Rat  wie  auch  Staatsrat
Sr.  Königl.  Majestät  von  Dänemark  und  Norwegen.

Mein  Herr!

Es  ist  mir  von  Herzen  leid,  daß  ich  bin  genötigt
  worden,  die  Stadt  Altona  so  zerstören  zu
lassen.  Ob  ich  gleich  sonst  nicht  Sinnes  gewesen,
dem  Beispiel  der  Alliierten  Feinde  Meines  allergnädigsten
  Königs  zu  folgen;  so  hat  es  doch  die
unvermeidliche  Not,  wie  auch  der  Kriegesbrauch  erfordert.
  Zum  wenigsten  kann  ich  Euer  Cxzellenz
versichern,  daß  die  Verheerung  vieler  Provinzen
Sr.  Majestät  und  die  Untaten,  so  man  darinnen
verübet,  mich  nicht  veranlassen  sollen,  den  Unterthanen
  Sr.  Majestät  von  Dänemark  solches  genießen
zu  lassen;  es  sei  denn,  daß  man  gar  zu  hart  verführe.
  In  dieser  aufrichtigen  Absicht  nun  habe  ich
nicht  ermangeln  wollen  Euer  Exzellenz  zu  rekommandieren,
  ie  höchstnötige  Vorsehung  zu  tun,  damit
  der  Zarischen  Majestät  Völker  sich  nicht  gelüsten
  lassen,  wenn  sie  aus  Pommern  ziehen  werden,
wie  sie  wohl  anderwärts  getane  Brandstellen,  erbärmliche
  Steinhaufen  und  Einöden  aus  ihren  verlassenen
  Quartieren  zu  machen,  dessen  grausames
Andenken  den  armen  Einwohnern  zu  ewigen  Tagen
nicht  wird  aus  dem  Gedächtnis  kommen.  Und  es
wird  Sr.  Königl.  Majestät  als  Ihres  (Herrn  von
Wibe)  hohen  Prinzipalen  ein  Geringes  sein,  Se.
Zarische  Majestät  dahin  zu  vermögen.  Widrigenfalls
  würde  ich  wider  meinen  Willen  gezwungen
sein,  den  Unterthanen  Sr.  Majestät  von  Dänemark
solches  entgelten  zu  lassen  und  eben  so  viel  Städte
und  Dörfer  einzuäschern,  als  die  Russen  bei  ihrem
Abzuge  aus  Pommern  verbrannt  haben  würden.
Uebrigens  erlauben  Sie  mir,  mein  Herr,  daß  ich

Unser  Dommerland

die  Ehre  haben  möge,  mit  aller  Hochachtung  mich
zu  neunen
Euer  Ezxzellenz  ete.
Im  Hauptquartier  zu  Pinneberg,
den  10.  Jan.  1713.
M.  Steinbock.
Schreiben
des  Herrn  Grasen  von  Welling  (Vellingk)  General=Gounverneur
  der  Hergogtümer  Vremen  und  Verden
amn  den  Heren  Grafen  von  Flemming  und  den
Herrn  von  Scholten.
Meine  Herren!
Weil  Sie  mir  die  Ehre  getan,  Ihren  Brief  an

den  Heern  Grafen  Steinbock,  den  Brand  von  Allona
  betreffend,  abschriftlich  zu  übersenden,  der
Magazine  aber,  so  daselbst  waren,  nicht  die  geringste

  Meldung  getan,  so  scheint  es,  daß  Sie  mir
dadurch  haben  wollen  Anlaß  geben,  mich  hierüber
in  etwas  deutlicher  zu  erklären.

Ich  weiß  deshalb  nicht,  Meine  Herren,  ob
Ihnen  das  Schauspiel  von  Stade  nicht  so  grausam
erschienen  als  das  von  Altona.  Zum  wenigsten  ist
unleugbar,  daß  man  des  ersteren  wohl  hätte  können
  überhoben  sein;  das  andere  aber  war  höchst
nötig.  Die  Ursachen,  welche  den  Herrn  Grafen
Steinbock  hierzu  wiewohl  wider  seinen  Willen  bewogen,
  sind  schon  im  Druck.

Wenn  nun  Ihre  glühenden  Kugeln,  welche  Sie
in  Stralsund  und  Wismar  geworfen,  diese  Städte
und  Magazine  in  die  Asche  gelegt  hätten,  so  würde
der  Kriegsbrauch  Sie  sowohl  als  auch  den  Herrn
Grafen  Steinbock  schon  gerechtfertigt  haben.

Da  aber  ohne  Not  von  Ihren  christlichen  Alliierten
  so  viele  Länder  Meines  allergnädigsten  Kömigs
  zum  Aschen=  oder  Steinhaufen  gemacht  worden,
  wie  will  man  denn  solches  beschönigen?

Das  dänische  Seeland  und  Sachsen  können  ja
zu  unverwerflichen  Zeugen  aufgeführet  werden,  daß
man  nimmer  zum  Brand  gegriffen,  als  wenn  der
Kriegsbrauch  dazu  gezwungen;  und  daß  die  schwedische
  Nation  gezwungen  ist,  sich  nur  menschlicher
Weise  und  durch  Waffen,  aber  niemals  durch  Brand
und  Grausamkeiten  zu  rächen.

Die  greuliche  Verheerung  so  vieler  schwedischer
Länder  und  Städte,  die  grausame  Sklaverei,  in
welcher  mehr  denn  Hunderttausend  schwedische  Unterthanen,
  sowohl  männlichen  als  auch  weiblichen
Geschlechts,  seufzen,  indem  man  selbige  an  grausame
  Barbaren  verkauft.  Auch  selbst  das  Wohlsein
Ihrer  hohen  Prinzipalen  eigenen  Länder  sollte  sie
billig  veranlassen,  nebst  dem  Herrn  Grafen  Steinbock
  auf  Mittel  und  Wege  bedacht  zu  sein,  den
Krieg  etwas  christlicher  zu  führten

Und  hoffe  ich,  Meine  Herren,  daß  Eure  Exzellenzen,
  Ihrerseits  hierzu  so  viel  als  möglich  beitragen
  werden.

Auch  hat  mich  der  Herr  Graf  Steinbock  versichert,
  daß  er,  außer  der  höchsten  Not,  in  Holstein
keine  Feindseligkeiten  verüben  wolle.