Zeitschriften-Schau.

A.  Heimatschriften.
Dem  Umfange  des  berücksichtigten  Gebietes  nach

steht  an  erster  Stelle  „Deutschland“,  Zeitschrift  für
Heimatkunde  und  Heimatliebe,  das  Organ  für  die

Der  Preis  der  tertlich

deutschen  Verkehrsinteressen.  te
ausgestatteten  Zeitschrift,

lumd  illustrativ  glänzend
die  16  mal  im  Jahre  erscheint,  ist  außerordentlich
billig  (6  M.  pro  Jahr),  ein  Preis,  der  nur  bei
reicher  finanzieller  Unterstützung  möglich  ist.

Die  zuletzt  ausgegebene  No.  7  des  laufenden
Jahrgang  ist  ebenso  wie  ihre  Vorgängerinnen,  der
Zeit  angepaßt,  als  Kriegsnummer  erschienen.  Neben
  Bildern  (im  wohltuenden  Gegensatze  zu  denen
vieler  großer  Tages=  und  Wochenzeitschriften  künstlerisch
  vollendeten  Bildern)  und  Abhandlungen  vom
Kriegsschauplatze  bringt  das  Heft  einen  gut  illustrierten
  Artikel  über  Professor  Karl  Langhammer,
der  zum  drittenmale  zum  Präsidenten  der  Großen

Berliner  Kunstausstellung  gewählt  worden  ist.  Wir
werden  dem  vorzüglich  redigierten  Blatt  stels  besondere

  Aufmerksamkeit  schenken.

Unler  den  Heimatzeitschriften  im  engeren  Sinne,
den  „Provinzzeitschriften",  also  den  „Collegen“  von
„Unser  Pommerland“  steht  wohl  —  wenigstens  von
denen,  die  uns  bisher  regelmäßig  zugehen  —  mit
an  erster  Stelle  die  unserer  Nachbarproving:  „Aus
dem  Posener  Lande",  Monatsblätter  für  Heimatkunde,
  Dichtung,  Kunst  und  Wissenschaft  des  deutschen

  Ostens.  Die  Zeitschrift  erscheint  in  dem
äußerst  rührigen  Verlage  von  Oscar  Eulitz,  Lissa-Von

  Arnold  Koeppen.

i.  P.  in  zwölf  Monatsheflen  und  kostet  8  M.

jährlich.

Das  Blatt  ist  älter  als  das  unsrige,  es  ist  schon
zehn  Jahre  alt.  Aus  nahellegenden  Gründen  geniezzt
  es  seitens  der  Regierung,  was  wir  neidlos
feststellen,  eine  bedeutende  pekuniäre  Unterstützung,
ein  Verzug,  den  wir  uns  selbst  von  gauzem  Herzen
auch  wünschen.  Sie  kommt  ja  doch  nicht  den  Unternehmern,
  sondern  einzig  und  allein  dem  Blatte
selbst,  seinen  Lesern  und  den  idealen  Zielen,  die  die
Heimatblätter  verfolgen,  wieder  zugute.  Ganz  besonders
  seien  hier  die  Hefte  4  und  5  des  laufenden
  Jahrgangs  erwähnt.  Sie  sind  dem  Altreichskanzler
  Bismarck  gewidmet  und  heben  sich  aus  der
Fülle  der  Bismarckliteratur  des  diesjährigen  Frühlings
  turmhoch  hinaus.  Besonders  wertvoll  ist  der
Aufsatz  von  Prof  Dr.  Franz  Bock  in  Posen:  „Bismarck
  in  der  bildenden  Kunst.“  Mit  Freude  ist  es
zu  begrüßen,  daß  die  Verlagsbuchhandlung  die  tiefgründige
  Arbeit  des  Posener  Gelehrten  im  Sonderdruck
  als  schmuckes  Heft  herausgegeben  hat,  das  mit
15  Kunstdruckbildern  geschmückt  ist.  Der  Preis  des
nur  in  beschränkter  Auflage  hergestellten  Heftes  beträgt
  1  M.!

Wir  rufen  dem  Posener  Blatte  einen  treuen
Brudergruß  in  der  Hoffnung  zu,  daß  beide  Zeitschriften
  auf  ihrem  Wege  zur  Erreichung  gemeinsamer
  Ziele  noch  recht  lange  treu  nebeneinandermarschieren
  dürfen.

#dus  der  Werkstatt  des  Pommermverlages.

Der  Verlag,  der  die  illustrierte  Monatszeitschrift
„Unser  Pommerland“  trotz  vieler  Bedrängnisse,  hervorgerufen
  durch  die  schwere  Kriegszeit,  mit  allen
Mitteln  weiterzuführen  und  trotz  allem  noch  zu  fördern
  versucht,  hat  auch  eine  Reihe  anderer  heimatlicher
  Unternehmungen  ins  Leben  gerufen,  alle  zu
dem  Zwecke,  die  Liebe  zur  engeren  Heimat  und
zum  weiten  Vaterlande  bei  Groß  und  Klein  zu  hegen
  und  zu  pflegen,  jeden  mit  den  verborgenen
Schätzen  aus  Sage  und  Geschichte  vergangener  Zeiken
  vertraut  zu  machen  und  um  alle  den  idealen
Interessen  unseres  Pommerlandes  Lebenden  ein
geistiges  Band  zu  schlingen.  Da  sind  die  Ponmnerschen
  Heimatbücher,  allseitig  von  hohen  Behörden
einpfohlen  und  in  vielen  Zuschriften  als  prächtige
gesunde  Lesekost  für  jedermann  im  Pomternlande
gerühmi,  da  ist  die  Halbmonatszeitschrift  „Jung-Pommern“,
  die  trotz  ihres  reichen,  gediegenen  Inhalts
  und  Bilderschmucks  so  erstaumlich  billig  ist
umd  es  verdient,  in  jedem  Pommernhaufe,  in  dem
Jugend  ist,  gelesen  zu  werden,  da  ist  schließlich  das

Pommersche  Liederbuch,  so  sorgfältig  zusammengestellt
  und  auheimelnd  ausgestattet,  daß  es  in  der
Tasche  eines  jeden  Sängers  in  Pommern  gehürt.

Ganz  besondes  wollen  wir  heut  auf  das  Buch
der  bekannten  Heimatschriftstellerin  Marie  Luise
Barßz  Dinweisen,  das  (als  Doppelband)  den  4.  und
5.  Band  der  Heimatbücher  bildet.  Es  heißt  Doktor
von  Königs  Gnaden  und  spielt  während  und  nach
dem  Brande  der  Stadt  Köslin  im  Jahre  1715.

Die  Verfasserin  ist  in  Pommern  durch  ihre  Bestrebungen
  für  Wohlfahrt  und  Heimatpflege  rühmlichst
  bekanmt.  Ueber  die  Grenze  ihrer  Heimatprovinz
  hinaus  aber  kennt  man  ihren  Namen  als  den
einer  Schriftstellerin,  die  spannend  zu  erzählen  weiß,
der  Ernst  und  Humor  in  gleicher  Weise  zur  Verfügung
  stehen  und  aus  deren  Schriften  vor  allen
Dingen  ein  echt  patriotischer  Geist  weht.  Möge  der
„Doktor  von  Königs  Gnaden“  ein  Familienbuch  in
jedem  pomnerschen  Hause  werden.  Es  geschähe
ihm  nur  nach  Verdienst.