96

Ausstellung  abgeben.  Zu  den  schon  erwähnten
Heimat-Künstler-Steinzeichnungen  ist  das  Beiwort

in  Heftform  erschienen.  (30  Pfg.)  Die  Eintragung
des  Vereins  in  das  Vereinsregister  ward  bewirkt.
—  Neuerdings  unterstützt  der  Verein  die  Bestrebumgen,
  die  Beschäfligung  der  Verwundeten  in  den
Lazaretten  mit  Handfer.  igkeitsarbeiten  betreffend.
Er  hal  vom  Herrn  Oberpräsidenten  zu  dem  Zweck
200  Mk.  erhalten.  Eine  ziemliche  Arbeit  beansprucht
  die  Sammlung  und  Herausgabe  der  Feldpostbriefe
  pommerscher  Krieger,  von  der  das  erste

Heft  kürzlich  im  Buchhandel  herausgekommen  ist.
Für  eine  neue,  die  fünfte  Postkarten-Folge,  zeichnet
  Herr  Kunstmaler  Milling  die  Kohlstudien.  Sie

wird  der  Schönheit  der  pommerschen  Moränenlandschaft
  gerecht  zu  werden  suchen.  Die  großen  Urbilder
  in  Kohle  werden  später  ausgestellt  werden.
Aus  der  Besprechung  mag  eine  Anregung  des  Rektors
  St-Freienwalde  Erwähnung  finden.  Er  wies
hin  auf  die  oft  recht  häßliche  Wirkung  des  Anstriches
  der  Obstbäume  mit  Kalk  und  bat  um
Schritte,  eine  andere  Art  des  Baunschutzes  einzubürgern
  Der  Verein  wird  Schritte  tun.  —  Die  in
Aussicht  genommene  Vorföhrung  der  Lichtbilder  aus
dem  Kreise  Dramburg  mußte  der  vorgerückten
Stunde  wegen  wegfallen.
Reepel,  Stettin,

Aus  der  zeit.

Beschafligung  von  Verwundeten  in  den

*“  :=  2  Steffiner  Cazaretten.  =  :  2

Durch  die  Versorgung  der  Lazarelte  mit  Lehrstoff
  ist  ein  gut  Teil  Langerweile  daraus  verbannt
worden.  Darüber  hinaus  aber  ist  man  in  Stettin
und  an  anderen  Orten  bestrebt  gewesen,  den  Verwundeten
  Gelegenheit  für  eine  zusagende  Tätigkeit
mit  der  Hand  zu  geben.  Die  Lust  am  Lesen  schwindet
  mit  der  Zeit;  das  Kartenspielen  wird  mit  Recht
nicht  gern  gesehen.  Da  setzt  die  Beschäftigung  mit
Handferligkeitsarbeiten  ein,  hilft  die  langsam  rinnende
  Zeit  ausfüllen,  wird  zu  einer  Quelle  der
Freude  und  verhilft  dem  Körper  zu  einer  leichten
und  die  Genesung  fördernden  Kraftanstrengung.  Von
diesen  Gesichtspunkten  aus  hat  seit  Ende  vorigen
Jahres  ein  Ausschuß  Stettiner  Herren,  Angehörige
Vorstandes  der  Dürer-Gesellschaft,  des  Bundes
Heimatschutz  und  der  Lehrervereinigung  für  Knabenhandarbeit
  eine  fruchtbringende  Tätigkeit  entfaltet.
In  einer  steigenden  Zahl  Stettiner  Lazarette  wurden
  und  werden  Anregungen  und  Belehrungen  gegeben
  zur  Beschäftigung  mit  Schnitzen,  Sägen,
Bvennen  und  Kleben,  und  das  mit  besonderer  Erlaubnis
  der  ärztlichen  Leitung.  So  weit  der  vorhandene
  Raum  es  gestattet,  wird  fleißig  gearbeitet,
und  im  Januar  konnte  in  einer  lleinen  Ausstellung
im  Hause  des  Verkehrsvereins  mancherlei  von  geschickter
  Soldatenhand  Gefertigtes  gezeigt  werden.

Deutschestraße  13.

—
28

—  Anser  Dommerland.

Was  geschaffen  wird,  bleibt  im  Besitz  des  Herstellers
  und  wandert  gew  hulich  nach  Hause,  um  für
die  spätere  Zeit  zu  einem  lieben  Andenken  zu  wer—
den.  So  zeigt  unser  Bild  die  Arbeitsgenossenschaft
in  Colhitzow  nach  einer  Aufnahme  im  Januar.
Neuerdings  wird  versucht,  bei  Verwundesen  aus
der  engeren  Heimat  die  Freude  an  der  Ausübung
heimischer  Handfertigkeiten,  des  Flechtens  und
Schnitzens,  wie  es  da  und  dort  in  Pommern  noch
geübt  wird,  zu  pflegen.  Für  diese  Zwecke  sind  dem
Bund  Heimatschutz  vom  Herrn  Oberpräsidenten
200  Mark  Beihülfe  gewährt  worden.  Und  damit
kommen  wir  zur  geldlichen  Seite  der  Sache.  Die
nicht  unbeträchtlichen  Kosten  sind  bisher  —  das  Erholungsheim
  Colbitzow  macht  neuerdings  eine  Ausmahme
  —  auf  privatem  Wege  gesamnelt  werden,
und  auch  dieser  Bericht  möchte  eine  Bitte  um
Gaben  an  den  Unterzeichmeten  in  sich  einschließen.
  Von  den  Verwundeten  aus  Pappe  geklebte
Sammelbüchsen  sind  an  verschiedenen  Stellen  der
Stadt  aufgestellt  worden  und  geben  einen  bescheidenen
  Ertrag.  Das  alles  aber  langt  nicht,  wenn,
was  in  Aussicht  genommen  ist,  die  weitergehende
Verwundeten-Fürsorge  einsetzen  wird,  für  die  eine

Organisation  im  Werden  begriffen  ist.  Handelt  es
sich  doch  darum,  solchen  Verwundeten,  denen  die
bisherige  Erwerbstätigkeit  unmöglich  gemacht  oder

beschränkt  worden  ist,  Gelegenheit  zu  geben,  sich  auf
nmeue  Erwerbsmäglichkeiten  vorzubereiten.  Wir
werden  später  darüber  mehr  berichten.  Da  wird  es
veicherer  Mittel  und  freiwilliger  Hilfskräfte  bedürfen,

  um  zum  Ziele  zu  kommen.  Alles  in  allem
aber  kann  gesagt  werden,  daß  wir  in  Pommern

nicht  zurückstehen  und  zurückstehen  werden  an  der
Lösung  der  großen  und  kleinen  Aufgaben  der  Zeit.
Vielleicht  auch,  daß  dieser  Bericht  Anregung  gibt,
an  anderen  Orten  der  Provinz  ähnliche  Einrichtungen

  zu  treffen,  wie  sie  in  Stettin  z.  Zt.  bestehen.
  Vielleicht  auch,  daß  ein  Gedankenaustausch
interessierter  in  der  Arbeit  stehender  Kreise  der
Sache  förderlich  wird.

M.  Repel,  Stettin,  Deutschestraße  13.
Inhalt.
Kriegslieder.  Von  Clara  v.  Sydow.  65—66
Wie  kann  die  bbon  Wiarge  .  r  ihre  Gefallenen  ohren?

Von  Marie  Luise  Bartz-Friedenau  .  .67
Dergeßt  die  treuen  loten  nicht!  Von  Arnold  Koeppen  69
Hhorsa-Stettin.  Von  Hermann  Block  70
Der  Hordische  Krieg  in  den  deutschen  Ostsecgebieien  #1711

bis  1720)  in  Quellen  darsesteit  Von  udwig!  Boyer,

Königl.  Seminarlehrer.  (Forts.)  7
Napoleon-=  Erinnerungen  in  Pomme)n  aufbewahrt.  Von  g.  77
Derschiedene  fuffassung.  Von  R.  Pallesie  Landeshut.Schl,  78

Hans  Hoffmann  und  wir  Hommern.  Von  Professor  Dr.
C.  Altenburg,  Stettin  .  10P9

Im  Onlseestrand  im  Winter  (1887).  Von  Hans  Hoffmann  82
Die  Liebelose.  Von  Otto  Droß  ..  ...  85
Der  Heidebock.  Von  Curt  Vlocborn  90
bommersche  Bücherschau  N
Dereinsberichte  und  ñus  der  zeit  94—96

Verantwortlich  für  die  Redaktion:  Ludwig  Ha  i  a  g  n.

Druck:  F.  Hendeß,  G.  m.

ommernverlag  Marn  M  allin.
Stargard  i.  Pomm.

Verlag:
„sämtlich  in

8.