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Dasein  um  ein  paar  Jahrhunderte,  vielleicht  m#m
um  ein  paar  Jahrzehnte  verlängern.  Laut  und
frei  muß  es  jeder  Biedermann  verkündigen  und
predigen,  daß  unser  Volk  in  den  jetzigen  Weltverhältnissen
  untergehen,  daß  es  der  Raub  der  Franzosen
  und  Russen  werden,  daß  es  ein  zertretenes
und  erntedrigtes  Sklavengestndel  werden  muß,  wenn
wir  nicht  einen  gewaltigen  Herren  bekommen,  wennnicht
  eine  Macht  in  Deutschland  erwächst,  welche  die
Fürsten,  die  num  schon  3  Jahrhunderte  unser  Elend
machten,  hinstellen  kann,  wo  sie  stehen  dürfen,  eine
Macht,  stark  genug,  alle  zu  halten  und,  wenn  es
sein  muß,  auch  alle  zu  bändigen,  eine  Macht,  um
welche  der  deutsche  Geist  sich  fröhlich  versammeln
und  durch  die  der  deutsche  Mut  zu  jeder  Tugend
und  Herrlichkeit  emporstreben  könnte.  O,  auf  allen
Gassen  wollen  wir  es  ausrufen,  jedem  deutschem
Manne  vom  Bettler  bis  zum  Fürsten  wollen  wir  es
zurufen,  daß  wir  einen  Herren  bedürfen,  einen
deutschen  Herren  bedürfen  und  keinen  englischen
oder  französischen  oder  russischen  und  daß  wir  der
Zukunft  dieses  Herren  und  Königs  von  Deutschland
  warten,  so  wahr  wir  der  Seligkeit  warten“.
(II.  62.)

Diese  Macht  und  diesen  König  erwartet  Arndt
von  Preußen:  „Wer  soll  Deutschland  halten  und
schirmen,  wenn  Preußen  es  nicht  schirmt  und  hält?
Wer  soll  Vorfechtr  des  Vaterlandes  sein?  Wer  soll
Vorfechter  der  Meinung  und  des  deutschen  Geistes
sein?  Wer  soll  der  Wut  der  Fremden  wehren  und
den  Wankelmut  der  Eigemen  befestigen,  wenn  es
Preußens  Stolz  nicht  kann?  Wer  soll  die  Bösen
durch  Schrecken  und  die  Weisen  durch  Geist  umd  die
Guten  durch  Liebe  regieren,  als  eben  wieder  das
jugendlich  kräftige  und  strebende  Preußen?  Wer
endlich  soll  Deutschland  auch  hier  in  so  vielen  Bezrehungen
  eine  Gestalt  und  eine  Bildung  geben,
wonach  es  sich  so  sehr  sehnt  und  die  es  unter  dem
drückenden  und  vorherrschenden  Einflusse  der  Fremden
  niemals  gewinnen  kann?  Wir  betrachten  dies,
weil  es  unser  größtes  Wohl  und  Wehe  betrifft,  etwas
  genauer  und  machen  uns  Preußens  Verhältnis

Anufser  Dommerland

auch  in  dieser  Beziehung  klar,  und  die  Dämmerung
der  Zukunft  in  unserer  Seele  und  die  nächste  Entwicklung
  der  Dinge  wird  uns  fast  zur  lichten  Morgenröte
  werden"“.  (II.  56  f.)

Die  Prophezeiungen  Arndts  sind  zum  Teil  schon
erfüllt.  Preußen  hat  seit  1866  die  Vormachtsstellung
  in  Deutschland  erlangt  und  seit  1870  den
Kaiser  bekommen,  der  die  Geschicke  Deutschlands
lenkt  und  leitet.  Gebe  Gott,  daß  wir  nun  auch  das
Ziel  erreichen,  das  Arndts  prophetischem  Geiste
vorgeschwebt  hat!  Wir  schließen  mit]  einem  Wort
des  des  großen  Dichters:  „Der  Mut  und  der  Geist
herrscht  und  soll  herrschen;  wer  die  größte  umd
kühnste  Seele  hat,  der  soll  der  Erste  und  Höchste
sein.  Die  deutschen  Völker  wollen  einen  deutschen
Herrn,  der  die  Fremden  aus  dem  Reiche  treiben
und  die  Fürsten  im  Gehorsam  halten  und  den  Reigen
  der  deutschen  Bildung  anführen  kann.  Wer
kamn  dieser  Herkules  Musagetes  sein  mit  der  Keule
umd  mit  der  Leier,  der  unsere  Ungeheuer  vertilge
und  unsere  apollischen  Spiele  beseele?  Niemand  anders
  als  das  Haus  Hohenzollern.  Auf  dieses
schauen  alle,  welche  ein  Deutschland,  ein  von  fremder
  Hudelei  freies  und  in  eigener  Kraft  und  Ehre
blühendes  Deutschland  wollen.  Preußen  steht  recht
eigentlich  in  Deutschland  festgewurzelt  und  eingeschlossen
  mit  seinen  Vorteilen  und  Strebungen,  es
muß  hinfort  mit  Deutschland  stehen  oder  untergehen.
  Und  sollten  wir  bloß  weissagen,  sollten  wir
nicht  die  größte  Gewißheit  sagen,  wenn  wir  sagen:
Das  Haus  Hohenzollern,  das  zehn  bis  zwölf  Millionen
  deutscher  Menschen  beherrscht  —  —  noch  nie
beherrschte  ein  Fürstenhaus  so  viele  —  und  in  seinem
  Volke  ein  so  gewaltiges  Leben  hat  nähren  umd
wecken  können,  wird  vor  allen  Fürsten  im  Reich  gebieten
  und  das  zerfallene  Reich  wieder  aufbauen?
Es  wird  den  deutschen  Geist  zu  dem  Gipfel  seiner
Glorie  hinaufführen.  Es  wird  die  deutsche  Liebe
und  Toreue  um  sich  versammeln  und  Ehre  und
Macht  und  Eintracht  mit  starken  Händen  stiften  und
erhalten.“

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