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strengung,  die  ganze  Gestalt  strafft  sich,  das  Herz
schlägt  unruhiger,  doch  ruhig  ist  die  Hand.  Dort!
ja  dorl,  bewegt  sich  eine  dunkle  Masse,  sie  kommt

näher,  ist  es  —  ja  er  ist  es,  der  Eingänger,  das
Hauptschwein!  Der  Keiler  trollt  von  Eiche  zu

Eiche,  schmatzt  hier  und  bricht  dort,  steht  still,  ver—
hofft,  kommt  endlich  ins  helle  Mondlicht  bis  auf
Schußweite  heran.

Wie  im  Schraubstock  so  ruhig  ist  die  Büchse  am
Kopfe  des  Zägers;  noch  einmal  atmet  er  hoch  auf,
dann  läß!  er  in  Huberti  Namen  fliegen.  Den  Eingänger
  triffts  wie  der  Schlag,  es  reißt  ihn  wie  vom
Blitz  getroffen  nieder,  doch  sofort  wird  er  wieder
hoch,  setzt  sich  auf  die  Hinterhand  und  knautscht
mit  dem  Gebrech.  Rot  und  dunkel  wird  es  ihm
vor  den  Augen,  er  weiß  nicht,  was  das  ist,  er
will  fort  und  kann  nicht,  er  will  sich  wehren  und
weiß  nicht  gegen  wen,  er  fühlt  den  Tod  und  will
doch  nicht  sterben.  Ihm  wird  schon  so  matt.  Wü—
tend  kommt  er  noch  einmal  hoch.  Und  ist  das  der
Tod,  der  Tod  vom  Mensch,  dann  soll  der  ihn  auch

Unser  Dommerland

würdig  fallen  sehen,  würdig  des  ritterlichsten  seines
Geschlechtes  in  den  Forsten!

In  seiner  gauzen  massigen  Gestalt  steht  der  grobe
Keiler,  die  Gewehre  blitzen  im  Mondeslicht,  die
Borsten  sind  gesträubt  wie  zum  Angriff.  Noch  einmal
  hebt  er  das  mächtige  Haupt,  die  kleinen  blut—
unterlaufenen  Lichter  sehen  den  Mond,  das  Sternenheer
  im  Weltenraum,  sehen  die  Kronen  der  Eichen
und  Buchen,  die  ebenso  kernig  simd  wie  er.  Ein
Zittern  geht  durch  den  riesigen  Körper,  das  Gebrech
  gehl  auf  und  zu,  dann  tut  er  einen  dumpfen
Fall  ins  Moos.  Zruviel  Schweiß  hat  er  schon  verloren,
  das  Herz  schlägt  nicht  mehr,  noch  einmal
schnellen  die  Läufe,  der  Eingänger  ist  tot.

Der  Jäger  steht  vor  seiner  Beute,  die  der  Urzeit
  zu  entstammen  scheint.  Andächtig  nimmt  er  den
Hut  ab,  vom  nahen  Wachholder  ein  Zweig
sein  Bruch.  Er  kniet  vor  dem  Keiler,  seine  Hand
gleitet  über  die  Gewehre,  klopft  das  massige  Haupt,
den  klobigen  Körper.  Mit  ehrlicher  Kugel,  mühevoll
  und  ehrlich  erlegt,  heilig  wird  ihm  diese
Stunde  blelben.

Sommermorgen.

De  Sünn  was  noch  nich  upgahn;  dat  Dörp  leg
in  deipen  Freden.  Alls  slep  noch:  de  mäuden  Daglöhners
  up  ehr  ärmlich  Lager,  de  Knechts  un  Mätens
  in  ehr  Kammern,  de  Gärtner  un  de  Wirlschafter
  und  de  oll  Staatholler.  Ok  in't  Herrenhus
was  alls  still,  un,  up'n  Wirtschaftshof  gluckst  de
Hahn  wat  Undüdliches  in'n  Morgendrom,  un  en
Sparling  in't  dichte  Low  von'n  Win  reckt  de  Flüchten
  un  erkunnigt  sick  bi  sinen  Nawer,  woans  dat  de
leiw  Familie  güng.  Un  denn  kek  hei  halw  in'n
Drom  rin  in't  Finster  von't  Schloß,  ahn  sick  wat
tau  denken  un  ahn  wat  tau  säuken.  Un  würklich

seg  hei  ok  nicks  wider,  as  wat  em  längst  bekannt
wir,  de  ollen,  mächtigen  Bäukerschappen  mit  de
groten  un  lütten  Bäuker,  weck  in  Swinsledder  un

weck  in  anner  Ledder  mit  Goldupdruck.  Un  hei  seg
de  wenigen  Oelbiller,  wo  de  Graf  Anckarsdal  up
tau  seihn  wir,  einmal  in  Generalsunisorm  un  denn

Heinrich  Bandlow,  breifswaldl.

ok  as  Jäger  mit  sinen  Häuhnerhund  un  endlich  ok
in'n  swarten  Antog.  Ok  Kunstschätze  wiren  hier  un
dor  upstellt,  Basen  un  Pött  un  Kruken,  Humpen
ut  Sülwer  un  Tinn.  Dat  stünn  dor  nich  in  ängstlicher
  Anordnung  un  ok  nich  afpaßt  in  Form  un
Farw,  as  nu  Mod  is,  un  as  de  Kunstverstand  dat
verlangen  kann.  Midden  mang  des'’  Kunstsaken
hängt  an  de  Wand  dat  Geweih  von  en  riesigen
Hirsch  un  doräwer  dat  uroll  Geweih  von  en  Eleatier,
  wat  binah  swart  utseg,  un  wat  de  Arbeitslüd
  bi't  Torfmaken  deip  unnen  ut't  Mur  an'’n  Dag
schafft  hadden.

Den  verstorben  Grafen  sin  Geweihsammlung  wir
äwer  nich  hier,  dei  wir  in  sin  Arbeitsstuw,  wo  nu
kein  Minsch  wider  rinkem,  as  hen  un  wenn  de  Deiners
  un  Frugens,  dei  hier  mal  frisch  Luft  rinleten
un  Stoff  wischten.  Ok  de  velen  annern  Stuwen
in't  Schloß  güng't  nich  anners;  sei  würden  #